FUSSBALL: Ruedi Stäger: «Wäre gerne noch eine Saison geblieben»

In einer Medienkonferenz informierte der FC Luzern am Montag über die Hintergründe der Neustrukturierung des Vereins. Dabei geriet der scheidende Präsident Ruedi Stäger beim Thema Finanzen förmlich in Rage.

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Der abtretende Vereinspräsident Ruedi Stäger (links) und Philipp Studhalter, Präsident der FCL-Holding AG, an der Medienkonferenz vom Montag. (Bild Philipp Schmidli)

Der abtretende Vereinspräsident Ruedi Stäger (links) und Philipp Studhalter, Präsident der FCL-Holding AG, an der Medienkonferenz vom Montag. (Bild Philipp Schmidli)

Gleich zu Beginn ergriff Philipp Studhalter, Präsident der FCL Holding AG, das Wort: «Der Verein soll sich langfristig entwickeln», so Studhalter, der künftig als Präsident sowohl der FCL-Holding als auch dem Fussballclub vorstehen wird. Die jetzige Situation mit zwei Präsidenten sei vielfach verwirrend gewesen und hätte des öfteren zu Missverständnissen geführt. Studhalter betonte, dass er als Einzelperson nichts erreichen könne, dazu bedürfe es der Mithilfe aller Beteiligten. «Wichtig ist, dass jetzt schnell wieder Ruhe einkehrt.»

Suche eines CEO im Vordergrund

Im Zentrum steht nun laut Studhalter die Suche nach einem CEO, der im 100-Prozent-Pensum die administrative und finanzielle Leitung des FCL übernehmen wird. Sein persönliches Pensum als Vereinspräsident werde sich erst nach der Einarbeitung und der Einsetzung des CEO ergeben.

Auf die Frage eines Journalisten, weshalb Ruedi Stäger nicht den Job als CEO übernehme erklärte Studhalter, dass die CEO-Position für Stäger nie in Frage gekommen sei.

Stäger: «Die sportlichen Ziele wurden erreicht»

«Es gab ein Leben vor und es gibt ein Leben nach dem Fussball», eröffnete der scheidende FCL-Präsident Ruedi Stäger seine Stellungnahme. Es sei eine «bewegte, lehrreiche» Zeit beim FCL gewesen. Als erfreulich taxiert Stäger die sportliche Entwicklung der ersten Mannschaft, die mit dem dritten Schlussrang der abgelaufenen Meisterschaft ihren bisherigen Höhepunkt erreichte.

«Die sportlichen Ziele wurden erreicht», so Stäger, der nach eigenen Angaben hinter dem Reorganisationsentscheid steht. Dabei gab Stäger aber auch freimütig zu verstehen, dass er gerne noch eine weitere Saison Präsident geblieben wäre.

Rückblickend gestand Stäger gegenüber den Journalisten auch Fehler ein: «Den Abgang des ehemaligen Trainers Carlos Bernegger würde ich heute anders kommunizieren.» Doch nun sei der Blick in die Zukunft zu richten. Und diese wird zunächst wieder beim FCL stattfinden, denn Stäger wird Studhalter in sein neues Amt einarbeiten.

«Bösartig und ehrverletzend»

So richtig in Rage geriet Stäger, als er auf die finanzielle Situation zu sprechen kam: Von einer Misswirtschaft zu sprechen, wie dies zuletzt geschehen ist, sei «bösartig und ehrverletzend». Ein Topklub mit einer gut geführten Nachwuchsabteilung verlange finanzielle Mittel. Und diesbezüglich habe auch gegenüber der Holding stets Transparenz geherrscht. Defizite habe es schon zu früheren Zeiten gegeben. Doch sei es ihm gegenüber damals nicht möglich, Geldmittel beispielsweise über weitere Aktienverkäufe zu generieren.

zim

 Mehr zur Reorganisation lesen Sie am 7. Juni in der Neuen LZ.