FUSSBALL: Sauro ist für den FCL zu teuer

Aus der erhofften Verstärkung für die Luzerner Abwehr wird nichts: Mit dem FC Basel hat man im Fall von Gaston Sauro (24) keine Einigung erzielt. Anders liegt die Sache bei Arlind Ajeti (20).

Daniel Wyrsch
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Basels Gaston Sauro und Jahmir Hyka (links), hier im Zweikampf im Meisterschaftsspiel vom 7. Mai 2014, werden keineTeamkollegen beim FCL. (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

Basels Gaston Sauro und Jahmir Hyka (links), hier im Zweikampf im Meisterschaftsspiel vom 7. Mai 2014, werden keineTeamkollegen beim FCL. (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

Der FC Luzern hat mit dem FC Basel betreffend einen leihweisen Übertritt von Gaston Sauro (24) verhandelt. Diesen Sachverhalt, von dem unsere Zeitung am Montag als erstes Medium berichtete, hat gestern FCL-Sportchef Alex Frei (35) bestätigt. Allerdings geniesst der frühere FCB-Goalgetter bei seinem Ex-Klub keine Sonderbehandlung, die es ihm erlauben würde, einen Spieler günstiger zu bekommen. Die Zeiten von «Stumpen»-Edi Nägeli, seines Zeichens Präsident des damals die nationale Meisterschaft dominierenden FC Zürich, sind längst vorbei. Dieser hatte Ende der Siebzigerjahre Torjäger Peter Risi (damals 29) aus Buochs fast so günstig wie ein Geschenk dem aufgestiegenen FC Luzern überlassen. Mit dem Resultat, dass Risi dem FCZ im ersten Aufeinandertreffen ein Tor zum 2:1-Sieg des FCL ins Netz köpfelte.

Basel verlangt hohe Leihkosten

35 Jahre später sind solche Geschichten im Profifussball undenkbar. Sicher nicht im Zusammenhang mit dem hochprofessionell geführten FC Basel, bei dem Sauro noch einen Zweijahresvertrag besitzt. Der FCL hätte für ihn bis Ende Saison eine Leihsumme von mehreren hunderttausend Franken überweisen müssen. Wenn man weiss, dass Frei heuer 700 000 Franken an Spielerlöhnen einsparen muss, dann ist klar, dass Sauro zu teuer ist. Ganz egal, ob der kürzlich Vater gewordene Argentinier dem Vernehmen nach gerne in der Schweiz bleiben würde. Interessenten für den zurzeit geschätzte 900 000 Franken Ablöse kostenden Innenverteidiger, der seit seiner Ankunft beim FCB im Juli 2012 in 64 Pflichtspielen (2 Tore) eingesetzt worden ist, soll es genug geben. Vorstellbar ist, dass Sauro in die spanische Primera Division oder nach Italien in die Serie A geht. Neben argentinischen Papieren hat der frühere Spieler der Boca Juniors (15 Profi-Einsätze) auch einen italienischen Pass.

Ajeti sieht im FCL kein Sprungbrett

In Basel dürfte auch für Arlind Ajeti (20) die Luft in der zentralen Abwehr zu dünn werden. Neben dem Schweizer Nationalspieler Fabian Schär (22), Marek Suchy (26), Ivan Ivanov (26), dem letzte Woche verpflichteten Champions-League-Sieger Walter Samuel (36) und eben Sauro ist das Eigengewächs der sechste Innenverteidiger. Obwohl Ajeti unter FCL-Trainer Carlos Bernegger früher in Basels U-21-Mannschaft spielte, sollen der Schweiz-Kosovare und sein persönliches Umfeld nicht erpicht darauf sein, dass er künftig in der Innerschweiz seinem fussballerischen Erwerb nachgeht. Der U-21-Nationalspieler machte auf die Verantwortlichen jedenfalls nicht den Eindruck, dass er den FCL als Sprungbrett für seine weitere Karriere sieht. Aus Ajetis Perspektive dürfte es als Alternative zum FCB nur Klubs ennet der nördlichen Grenze in Deutschland mit der Bundesliga und allenfalls der 2. Bundesliga geben.

Alex Frei, der als junger Spieler aus dem Baselbiet einst den Umweg via Thun, Luzern und Servette ins begehrte Ausland zu Rennes und Dortmund und schliesslich zurück zum FCB auf sich nahm, will nur Spieler verpflichten, die aus Überzeugung zum FCL kommen. Der Sportchef machte nach vier Pflichtspielen mit drei Unentschieden und einer Niederlage auf gute Stimmung: «Wir können es mit dem bestehenden Kader schaffen und sind auf gutem Weg.» Trotzdem: Frei weiss sicher, dass das Team mit nur den zwei erfahrenen Innenverteidigern Kaja Rogulj und François Affolter schnell an Grenzen stösst.

Bernegger fordert Hyka heraus

Im Training gestern Vormittag ging es vor allem ums Toreschiessen – die andere grosse Baustelle der Zentralschweizer. Es wurden Angriffsaktionen geübt bis hin zum Torabschluss. Wie in den Spielen scheiterte Dario Lezcano zu oft. Jahmir Hyka verliess den Trainingsplatz nach einem Schlag auf den Fussknöchel. Trainer Bernegger rief dem Albaner in einer Lautstärke hinterher, dass es weit über das Feld hinaus hörbar war: «Jahmir, ich möchte mit dir einen Krieg gewinnen!» Was so viel bedeutete wie: Der 1,69 Meter kleine Angreifer lässt sich zu schnell durch negative Einflüsse stoppen. Später erklärte Bernegger: «Hyka hat so viel Talent. Ich möchte ihn auf ein Niveau bringen, auf dem er sich durchbeisst und effizienten Fussball spielt.»

Die nächste Gelegenheit dazu hat Hyka mit Luzern am Sonntag (16.00 Uhr, SRF 2) auswärts gegen St. Gallen.