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FUSSBALL: Sions Constantin lockt Schneuwly mit Fabelangebot

Der FC Luzern muss um seinen besten Torschützen Marco Schneuwly bangen. Sion-Präsident Christian Constantin will den Freiburger mit einem Sechsjahresvertrag ins Wallis locken.
Daniel Wyrsch
Jubelt Stürmer Marco Schneuwly (links) weiterhin im FCL-Dress? Wenn es nach dem Sittener Präsidenten Christian Constantin (rechts) geht, viel eher im Sion-Trikot. (Bilder Philipp Schmidli/Keystone)

Jubelt Stürmer Marco Schneuwly (links) weiterhin im FCL-Dress? Wenn es nach dem Sittener Präsidenten Christian Constantin (rechts) geht, viel eher im Sion-Trikot. (Bilder Philipp Schmidli/Keystone)

Daniel Wyrsch

Der 3:0-Sieg im Cupfinal gegen Serienmeister Basel hat Sion-Präsident Christian Constantin (58) Rückenwind gegeben. Der Architekt aus Martigny will mit den Wallisern nach 1992 und 1997 zum dritten Mal Schweizer Meister werden – und somit 2016 das direkte Ticket zur Champions League lösen. Nicht anders lässt sich erklären, mit welchen Mitteln Constantin wenige Tage vor dem Saisonstart auf dem Transfermarkt auftritt. Wie unsere Zeitung in Erfahrung brachte, hat der umstrittene Präsident dem FCL-Stürmer Marco Schneuwly (30) einen hoch dotierten Sechsjahresvertrag angeboten. Er will den Freiburger unbedingt holen – ihn aber offenbar nicht für den hoch talentierten Moussa Konaté (22) ins Wallis locken, sondern ihn neben den Senegalesen stellen.

Fringer reagiert genervt

Doch Schneuwly, der beste Luzerner Torschütze der letzten Saison (17 Ligatore), hat bei den Zentralschweizern einen zwei Jahre weiterlaufenden Vertrag. Für den FCL kommt es nicht in Frage, die «Lebensversicherung» so kurz vor dem Auftakt abzugeben, umso mehr Constantin lediglich 500 000 Franken für den offensiven Topmann, der auch acht Vorlagen zu Toren gab, zu überweisen. Auf Anfrage unserer Zeitung reagierte Luzerns Sportchef Rolf Fringer (58) genervt, aber er bestätigte das Angebot des 13-fachen Cupsiegers aus Sitten: «Eine halbe Million für unseren besten Goalgetter ist absolut keine Verhandlungsbasis. Es kommt überhaupt nicht in Frage, dass wir Marco Schneuwly eine Woche vor dem Saisonstart verkaufen.»

Für Fringer wäre der Handel «gegenüber dem Verein und unseren Fans nicht zu verantworten. Das wäre ein fatales Zeichen.» Der Sportchef denkt dabei auch an das schwierige Vorjahr: «Letzte Saison wären wir beinahe abgestiegen, da können wir uns jetzt sicher nicht von den besten Spielern trennen.»

Auch für Dario Lezcano und Tomislav Puljic hat es in den letzten Wochen Übernahmeangebote gegeben. Der paraguayische Stürmer Lezcano, letzte Saison zwölffacher Torschütze, weckte das Interesse eines mexikanischen Klubs. Der kroatische Innenverteidiger Puljic hätte in den USA ebenfalls deutlich mehr verdienen können. Fringer zu den beiden Offerten: «Mit Lezcano und Puljic ist alles besprochen, sie bleiben hier. Nicht zuletzt, weil sie gemerkt haben, dass der FCL nicht auf die besten Spieler verzichten kann.»

Fringer hat bereits mit Schneuwly gesprochen, um ihm die Situation des Vereins darzulegen. Der im Kanton Solothurn wohnhafte Familienvater ist wegen des Fabelangebots aus Sion hin und her gerissen. Schneuwly hatte nach seiner besten Super-League-Saison keinen Hehl daraus gemacht, dass er den Verein wechseln würde, falls das Angebot stimmen und der FCL grünes Licht geben würde. Wäre der Karlsruher SC in der Bundesliga-Relegation nicht hauchdünn am Hamburger SV gescheitert, hätte der FCL-Stürmer wahrscheinlich in die deutsche Eliteklasse wechseln können. Nun will ihn der FC Sion, wo Schneuwly in einer frühen Phase seiner Karriere schon einmal ein halbes Jahr (von Anfang bis Mitte 2006) spielte. Doch von aussen betrachtet hat die Sechsjahresofferte für den 30-jährigen früheren YB- und Thun-Angreifer einen faden Beigeschmack.

Erinnerungen an Yakins Topvertrag

Erinnerungen kommen auf: Im Herbst 2011 hatte die AC Bellinzona dem damals bereits 34-jährigen FCL-Spielmacher Hakan Yakin ebenfalls ein Traumangebot für sechs Jahre als Profi und Botschafter unterbreitet. Yakin unterschrieb und wechselte in die Tessiner Hauptstadt. Nur eineinhalb Jahre später konnte Präsident Gabriele Giulini seinen Angestellten die Gehälter nicht mehr bezahlen, Bellinzona ging in Konkurs.

Auch im Wallis gab es eine ähnlich unerfreuliche Geschichte: Präsident Christian Constantin musste den FC Sion 1997 nach seiner letzten Offensive auf die Champions-League-Teilnahme mit über 13 Millionen Schulden verlassen, bevor er nach einem mehrjährigen Unterbruch zurückkehrte. Etliche Spieler konnten sich ihre Traumgehälter damals ans Bein streichen.

Constantins Taktik zum Start?

Brisant: Der erste Meisterschafts­gegner des FCL ist am Samstag (17.45, Swissporarena) ausgerechnet Sion. Wer weiss, vielleicht will Constantin beim FC Luzern und seinem Topskorer Schneuwly vor allem eins: Unruhe ­schüren.

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