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FUSSBALL: So bäumte sich der FCL auf

Die abgelaufene Saison war für Luzern ein Steigerungslauf zum Guten: Er begann auf tiefstem Niveau und endete als bestes Team des letzten Viertels. Eine Analyse.
Ende gut, alles gut: Markus Babbel, Trainer der besten Super League-Mannschaft des letzten Saisonviertels, winkt am Freitag nach dem 3:0 gegen Sion den FCL-Fans zu. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Ende gut, alles gut: Markus Babbel, Trainer der besten Super League-Mannschaft des letzten Saisonviertels, winkt am Freitag nach dem 3:0 gegen Sion den FCL-Fans zu. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Daniel Wyrsch

In den letzten neun Spielen errang die Mannschaft von Markus Babbel sieben Siege und ein Unentschieden und bezog eine Niederlage. Mit 22 Punkten sind die Innerschweizer das beste Team des abschliessenden Quartals Meister Basel ist in der gleichen Phase auf 17 Punkte gekommen. Dem FCL ist es sogar gelungen, am 26. April in Basel 2:1 zu gewinnen.

Aus dieser Optik haben die Luzerner die Chance auf eine Teilnahme an der Europa-League-Qualifikation verdient. Bekanntlich würde ein Basler Sieg im Cupfinal heute in einer Woche gegen Sion bedeuten, dass der FCL als Tabellenfünfter für den Europacup nachrückt. FCB-Präsident Bernhard Heusler hat vor laufenden TV-Kameras an der Meisterfeier versprochen, «dass wir für Luzern den europäischen Platz frei machen». Doch falls Sion in seinem 13. Final den 13. Titel feiert, müssen sich die Luzerner fragen, warum sie in den letzten zehn Monaten nicht früher erfolgreich waren.

Die Saison war für die Zentralschweizer ein Steigerungslauf, der auf tiefstem Niveau begonnen hatte. Aus den ersten neun Partien resultierten fünf Punkte, im zweiten Viertel waren es acht Zähler, erst im dritten Viertel wurde die Bilanz positiv: neun Spiele, zwölf Punkte.

Fundamental andere Mentalität

Entscheidend war die fundamentale Änderung der Einstellung in der Winterpause. Alex Frei, von dem sich der Verein am 6. Dezember 2014 «in gegenseitigem Einvernehmen» getrennt hatte, steht für folgende Dinge: Er hatte zusammen mit Chefscout Remo Gaugler eine spielstarke, offensiv ausgerichtete Mannschaft zusammengestellt. Spieler wie Jakob Jantscher, Marco Schneuwly und Remo Freuler am Werk zu sehen, macht den Zuschauern Freude. Ob unter Sparzwang oder wegen mangelnder Beachtung hat es Frei aber verpasst, das defensive Fundament der Mannschaft zu stärken. Die Abgänge von Tomislav Puljic, Florian Stahel, Michel Renggli und Dimitar Rangelov in der Achse konnte die neu formierte Mannschaft nicht auffangen. Luzern spielte unter dem vormaligen Trainer Carlos Bernegger ab letzten Sommer einen recht ansehnlichen Fussball zwischen den beiden Sechzehnern. Im eigenen Strafraum anfällig auf Gegentore, in der gegnerischen Zone mit zu wenig Durchschlagskraft. Doch Frei wiederholte einem Mantra gleich: «Diese Mannschaft ist besser als letzte Saison.»

Fortschritte machte sie keine. Die Aufregung wurde von Spiel zu Spiel grösser, bis es zwei Führungswechsel gab: Babbel ersetzte Mitte Oktober Bernegger, und Ex-FCL-Trainer Rolf Fringer beerbte einen Tag vor Weihnachten Frei.

Während Babbel sofort alle Hebel in Bewegung setzte, damit das Team über die vollen 90 Minuten kämpfen und laufen konnte, setzte Fringer auf die psychologischen Komponenten. Er machte allen klar, worum es in der Rückrunde geht: um den Klassenerhalt. Von da an war das Leitmotiv: «Wir ordnen alles unserem einzigen Ziel Ligaerhalt unter.»

Zwei Verstärkungen für Babbel

Die Spieler erkannten den Ernst der Lage vom ersten Training an. Zudem konnte sich Babbel mit Roland Vrabec den Assistenten seines Vertrauens holen. Remo Gaugler konzentrierte sich wieder auf seine Scouting-Tätigkeit. Vorbei waren die Zeiten, in denen er und Frei dem neuen Trainer die von ihnen geholten Spieler wie Rabello und Lamas ins Team stellten und damit Winter und Wiss vor den Kopf stiessen.

Ausserdem setzte Fringer mit der Rückholaktion von Tomislav Puljic ein Zeichen. Der lange Innenverteidiger mit der enormen Präsenz machte die Abwehr und Goalie David Zibung vom ersten Tag an sicherer. Puljic gelang mit dem Kopfball zum enorm wichtigen 1:1-Endstand im ersten Rückrundenspiel gegen YB ein Traumeinstand. In acht Spielen über 90 Minuten gelangen dem Kroaten drei Tore gegen Zürich der 1:0-Siegtreffer. Danach verletzte sich Puljic in den Startminuten gegen Thun ernsthaft. Aber seinen Beitrag zur sportlichen FCL-Genesung hatte er geleistet.

Weit weniger erfolgreich war Fringers zweiter Rückkehrer Cristian Ianu. Hinter dem neu formierten, immer besser in Form gekommenen Zweimannsturm Marco Schneuwly (10 Tore in der Rückrunde) und Dario Lezcano (8 Tore in der Rückrunde) bekam der treffsicherste Spieler der Challenge-League-Vorrunde (13 Treffer) kaum Einsatzzeit.

Der FCL wird ohne Ianu, der ausgeliehen wird, in die neue Saison steigen. Die eigentlich simple Erkenntnis aus der nervenaufreibenden Saison lautet: Die FCL-Profis müssen auch künftig Taten statt Worte sprechen lassen. Die Gier nach Erfolg muss stets spürbar sein.

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