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FUSSBALL: Sogar die Familie muss hintanstehen

Wenn einer glaubt, beim FC Luzern klopfe man sich nach dem 4:0 gegen Aarau auf die Schultern, soll mit Thierry Doubai reden. Der Ivorer ist bereits fokussiert auf den nächsten Gegner Sion.
Daniel Wyrsch
Thierry Doubai mit Frau Aicha und Töchterchen Ashley. (Bild Philipp Schmidli)

Thierry Doubai mit Frau Aicha und Töchterchen Ashley. (Bild Philipp Schmidli)

Thierry Doubai (26) nutzte die Zeit nach dem gestrigen Auslaufen für eine länger dauernde Massage. Der Körper ist das grösste Kapital für den Profi. Zwei Kreuzbandrisse hat Doubai in seinen relativ jungen Jahren schon erlitten. Nach einer insgesamt auch persönlich enttäuschenden Vorrunde spielt der Ivorer als zentraler Mittelfeldspieler vor der Verteidigung bisher eine solide Rückrunde. Beim 4:0-Sieg am Sonntag zu Hause gegen Aarau war Doubais starke Leistung in der Defensive sehr wichtig, er spielte aber auch intelligent und mit guter Übersicht nach vorne.

Zusatzschichten im Kraftraum

Die wichtigsten Gründe für seine Leistungssteigerung sind für ihn die deutlich verbesserte Kondition und Kraft. «Ich habe eine gute Vorbereitung gemacht, darum läuft es mir besser.» Zu den üblichen Trainings mit der Mannschaft «habe ich nach jeder Einheit mit Konditionstrainer Christian Schmidt persönliche Zusatzschichten im Kraftraum gemacht». Das zahlt sich nun aus. Während Doubai im Herbst öfter nach der 60. Minute stark abbaute, hat er die ersten drei Meisterschaftsspiele der zweiten Saisonhälfte bis zum Abpfiff durchgestanden.

Der Mann mit der Rückennummer 6 bestätigt ausserdem: «Ich habe keine Probleme mit den früheren Verletzungen.» Der gelungene Start in die zweite Saisonhälfte mit fünf Punkten aus den Partien gegen YB, St. Gallen und Aarau brächte den FCL auf Platz 3, wenn nur die Rückrundentabelle zählen würde. Doubai: «Alle Mitspieler haben mitgezogen, wir sind als Mannschaft stärker geworden.»

Stans – ein Ort, wo es ruhig ist

Der Mann aus der Elfenbeinküste ist ein Familienmensch, das ist sofort spürbar, wenn man ihn mit seinen Liebsten sieht. Oder wenn er stolz und glücklich lächelnd von seiner zweieinhalbjährigen Tochter Ashley erzählt. Mit Ehefrau Aicha und der Kleinen lebt er seit Sommer in Stans. «Es gefällt uns dort. Ich liebe es, an einem Ort zu leben, wo es ruhig ist.» Doubai wirkt eher introvertiert, aber er kommt auch aus sich heraus, wenn man sich etwas länger mit ihm unterhält.

In der Swissporarena kann er sich immer auf die Unterstützung seiner Familie freuen. Aicha und Ashley sind an jedem Heimspiel dabei. «Die beiden machen mir immer Mut», hatte Doubai unserer Zeitung Mitte Juli, kurz vor dem Saisonstart, erzählt. Damals glaubte er noch an eine Platzierung, die Luzern erneut für die Qualifikation zur Europa League berechtigt hätte. Die Realität ist ein halbes Jahr später eine andere: Luzern ist seit dem ersten Heimsieg vom Sonntag zwar nicht mehr Letzter, aber immer noch abstiegsgefährdet. Doubai nimmt die Lage sehr ernst: «Die Situation ist etwas besser, aber nicht viel besser.»

Sogar die Familie muss derzeit hintanstehen. «Für mich ist meine Familie sehr wichtig. Aber das Wichtigste ist für mich gerade, dass es der Mannschaft und dem Klub wieder besser geht.»

Ein Ziel, das er sich bei seiner Rückkehr in der Schweiz im Sommer vornahm, hat er nicht erreicht. Obwohl er viel Deutsch versteht, sogar Schweizerdeutsch, spricht er noch immer nicht Deutsch. «Diese Sprache zu sprechen, ist für mich wirklich schwierig. Auf dem Platz rede ich ein paar Brocken, die man im Fussball benötigt. Ich lernte während meiner Zeit in Bern bei YB Deutsch, aber dann wechselte ich nach Italien zu Udinese und später nach Frankreich zu Sochaux. So vergass ich viel.»

Nicht gerade förderlich für die Verbesserung der Deutschkenntnisse ist, dass es beim FCL mehrere Französisch sprechende Spieler gibt. Doubai sagt zwar, er habe kaum privaten Kontakt zu den Mitspielern, aber sie hätten eine gute Ambiance untereinander, und im Klub sei er oft mit François Affolter, Sally Sarr und Ridge Mobulu zusammen. Der Grund ist die französische Muttersprache der vier Luzern-Profis. Ausserdem spricht Jérôme Thiesson fliessend die Sprache seines aus Frankreich stammenden Vaters. Und Konditionstrainer Christian Schmidt ist, auf der Mittelmeerinsel Korsika aufgewachsen, ebenfalls frankofon.

Fleissiger Austausch mit Fringer

Die Anweisungen der deutschen Trainer Markus Babbel und Roland Vrabec versteht Doubai problemlos. Mit Sportchef Rolf Fringer kann er sich in seiner Muttersprache unterhalten, schliesslich hatte Fringer vor 34 Jahren bei Chênois in Genf gespielt. Der defensive Mittelfeldspieler freut sich: «Unser Sportchef redet viel mit mir.»

Geht es in den Gesprächen auch darum, ob er seinen bis Sommer 2016 laufenden Vertrag beim FCL erfüllt? Doubai will darauf nicht eingehen. «Wie gesagt, wichtig sind jetzt das Team und der Klub. Wir waren fünf Monate lang Tabellenletzter, seit Sonntag sind wir ein bisschen besser dran, alle sind ein wenig glücklich. Aber wir müssen unbedingt positiv bleiben und weiter erfolgreich spielen.» Klappt es mit dem Ligaerhalt, «kann ich mir gut vorstellen, in Luzern zu bleiben».

Thierry Doubai denkt schon an den nächsten FCL-Match am Sonntag (16.00, SRF 2) auswärts gegen den FC Sion. «Das wird schwierig, wir müssen wieder voll fokussiert sein.»

Thierry Doubai mit Frau Aicha und Töchterchen Ashley. (Bild Philipp Schmidli)

Thierry Doubai mit Frau Aicha und Töchterchen Ashley. (Bild Philipp Schmidli)

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