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FUSSBALL: Sportchef Fringer: «Wir suchen die Herausforderung»

Für Luzern ist der Cupfinal Basel - Sion eine Weichenstellung: Er entscheidet, ob der FCL europäisch spielt. Doch wäre der Europacup für Luzern Fluch oder Segen?
FCL-Sportchef Rolf Fringer. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

FCL-Sportchef Rolf Fringer. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

FCL-Sportchef Rolf Fringer (58) hat sich noch nicht entschieden, ob er am Sonntag um 14 Uhr den Fernseher einschaltet, um den Cupfinal aus dem Basler St.-Jakob-Park live mitzuverfolgen. «Vielleicht schaue ich mir das Spiel erst später in Ruhe an. Denn ich mag es nicht, wenn ich auf etwas hoffen und jemandem etwas Schlechtes wünschen muss.»

Was Fringer meint, ist klar: Er und der ganze FC Luzern hoffen auf den Cupsieg des FC Basel. Dem FC Sion, mit zwölf Finalteilnahmen und zwölf Siegen der Cup-Spezialist schlechthin, möchte der faire Sportsmann Fringer aus Respekt vor der grossen Walliser Tradition im K.-o.-Wettbewerb die erste Endspielniederlage aber nicht wünschen. «Selbstverständlich sind wir vom FCL befangen, schliesslich würde ein Basler Sieg bedeuten, dass wir als Fünftplatzierte der Meisterschaft an der Qualifikation zur Europa League teilnehmen könnten.»

Damit ist die Frage, die sich in diesen Tagen besorgte Innerschweizer Fussballbeobachter stellen ob eine Europacup-Teilnahme für den FCL Fluch oder Segen wäre –, aus Sicht des Sportchefs eindeutig beantwortet. Fringer betont: «Ganz sicher wollen wir im internationalen Wettbewerb spielen, wenn wir die Gelegenheit dazu bekommen.»

«Ruhige Vorbereitung ist ein Alibi»

Die letztjährige Erfahrung des FCL, als er sofort gegen die spielerisch höchst bescheidenen schottischen Cupsieger von St. Johnstone ausschied, dann in der Super League einen veritablen Fehlstart hinlegte und sich bis Ende Vorrunde nicht mehr erholte, lässt Fringer nicht gelten. Es sei ein Alibi, wenn man eine ruhige Vorbereitung ohne Auslandreisen einer abwechslungsreichen ersten Saisonphase mit Europacup-Spielen vorziehen würde. «Man soll im Sport und grundsätzlich im Leben immer versuchen, das Maximum herauszuholen. Selbstverständlich suchen wir die Herausforderung.»

Fringer denkt dabei auch an die treuen Luzerner Anhänger. «Am letzten Freitag haben wir nach dem letzten Saisonspiel, dem 3:0 gegen Sion und dem gleichzeitigen 4:3-Sieg von Basel gegen St. Gallen, in der Swissporarena mit unseren Fans den fantastischen Vorstoss in der Rückrunde von Platz 10 auf 5 gefeiert. Da wäre es schon komisch, wenn wir die Chance auf internationale Vergleiche nicht nutzen möchten.»

Umso mehr der FC Luzern bei seinen seltenen Europacup-Reisen immer von einer recht grossen Schar Anhänger unterstützt worden ist. 500 bis 600 Fans sind jeweils zu den letzten drei Reisen ins Ausland mitgekommen. Das war Ende Juli letzten Jahres so, als der FCL in der schottischen Kleinstadt Perth gegen St. Johnstone im Penaltyschiessen mit 4:5 ausschied (nach je 1:1 im Hin- und Rückspiel). Ebenso im Sommer 2012 beim Ausscheiden in Genk (0:2 im Rückspiel nach 2:1 im Hinspiel) und im Sommer 2010 in Utrecht (0:1 im Hinspiel, danach 1:3 im Rückspiel). Immer gingen die Luzerner schon im ersten Vergleich K. o.

Fringers Erinnerung an Utrecht

Bei jener ersten Luzerner Europacup-Teilnahme nach 13-jähriger Abstinenz gegen den holländischen Klub Utrecht war Fringer FCL-Trainer gewesen. Er erinnert sich: «Utrecht war einfach stärker besetzt als wir. Der belgische Internationale und heutige Napoli-Angreifer Dries Mertens hat uns halb schwindlig gespielt.» Mertens hatte Utrecht zum 1:0-Heimsieg geschossen, das Rückspiel musste der FCL in Zürich austragen, weil er dazumal kein international taugliches Stadion besass. Fringer über die klare 1:3-Niederlage: «Im Letzigrund zu spielen, war kein Heimvorteil.»

Fringer ist froh, sind die infrastrukturellen Möglichkeiten heute ganz andere. «Jetzt haben wir ein topmodernes Stadion und befinden uns als Klub überhaupt in einer optimalen Phase.» Falls der FC Basel am Sonntag das Versprechen von Präsident Bernhard Heusler («Wir werden Luzern den Platz für die Europa League freimachen») halten kann, erwartet Fringer heuer einen anderen FCL auf internationalem Parkett. «Zuletzt war es nicht glorreich, was der Verein im europäischen Vergleich gezeigt hat. Es ist höchste Zeit, dass wir in dem Wettbewerb für Furore sorgen.»

2,4 Millionen für die Gruppenphase

Fringer sagt, dass der FCL zwei Runden überstehen müsste, um in die Gruppenspiele der Europa League einzuziehen. Dort stehen die Honigtöpfe des europäischen Fussballverbandes Uefa: 2,4 Millionen Franken erhält jeder Teilnehmer der Gruppenphase. Doch FCL-Sportchef Fringer will vom Weg dahin momentan noch nichts wissen. «Ich will nicht spekulieren, man darf nie vorher planen.» Schliesslich erhalten die Innerschweizer die Chance nur, wenn Basel am Sonntag im Cupfinal Sion bezwingt.

daniel wyrsch

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