FUSSBALL: Sportchef: Stäger will sich Zeit lassen

FCL-Präsident Ruedi Stäger (58) möchte schnell Klarheit, ob Markus Babbel Trainer bleibt. Er spricht ausserdem über die Suche nach einem neuen Sportchef und einem Lezcano-Ersatz.

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FCL-Präsident Ruedi Stäger möchte schnellstmöglich Klarheit, ob Markus Babbel Trainer bleibt. (Symbolbild) (Bild: Pius Amein / Neue LZ)

FCL-Präsident Ruedi Stäger möchte schnellstmöglich Klarheit, ob Markus Babbel Trainer bleibt. (Symbolbild) (Bild: Pius Amein / Neue LZ)

Interview Daniel Wyrsch, Marbella

Ruedi Stäger, FCL-Cheftrainer Markus Babbel ist seit der Freistellung von Ex-Sportchef Rolf Fringer in einer starken Position. Wann werden Sie mit Babbel dessen im Sommer auslaufenden Vertrag verlängern?

Ruedi Stäger: Wir sind mit ihm im Gespräch. Wenn ein Entscheid gefällt ist, kommunizieren wir diesen.

Markus Babbel hat selber gesagt, er möchte in diesem Monat oder spätestens im Februar Bescheid wissen.

Stäger: Das ist klar, wir möchten möglichst schnell Klarheit haben.

Letzten Frühling hat man Babbels Vertrag nur um ein Jahr verlängert. GC-Trainer Pierluigi Tami unterschrieb bei den Zürchern kürzlich einen neuen Dreijahresvertrag.

Stäger: Das hat mich überrascht, es ist mutig von GC. Wenn wir uns mit Markus Babbel finden, dann vertrauen wir uns auch mit einem Einjahresvertrag.

Nach der Entlassung im Herbst 2014 müssen Sie Carlos Bernegger noch bis im Sommer 2016 den Lohn bezahlen. Haben Sie aus dieser frühen Vertragsverlängerung Lehren gezogen und sind vorsichtiger geworden?

Stäger: Jede Situation ist anders und muss separat beurteilt werden. Und natürlich ziehen wir unsere Schlüsse aus der Vergangenheit. Jedoch gibt es keinen direkten Zusammenhang zwischen Carlos Berneggers Vertrag und der momentanen Situation. Wir haben mit Markus Babbel einen Trainer, der nicht nur auf möglichst lange Verträge pocht. Für ihn muss das Umfeld stimmen. Er will sich einbringen und mit der Mannschaft etwas entwickeln können. Ich glaube, das spornt ihn an und nicht die vertraglichen Rahmenbedingungen.

Erhält Markus Babbel einen Kontrakt mit besseren Konditionen?

Stäger: Über die detaillierten Vertragsinhalte reden wir nicht mit den Medien.

Assistenztrainer Roland Vrabec verlässt den FCL Ende Saison. Jetzt müssen Sie einen Co-Trainer finden, der die Mannschaft in den Trainings ebenso engagiert führt wie Vrabec.

Stäger: Das ist so, wobei Markus Babbel für die Führung verantwortlich ist. Er bestimmt das Programm. Natürlich gibt er Roland Vrabec Spielraum. Dieser leistet hervorragende Arbeit. Der Trainerstab ist ein Team. Der Cheftrainer setzt die Leute aufgrund ihrer Kompetenzen ein.

Ein ebenfalls sehr wichtiger vakanter Job ist jener des Sportchefs. Sucht der FCL den neuen Sportchef sofort?

Stäger: Wir konsolidieren jetzt zuerst einmal das Ganze, wir befinden uns in der wichtigen Vorbereitungsphase, haben eine aussichtsreiche Ausgangslage. Jetzt einen neuen Sportchef einzusetzen, wäre wenig konstruktiv.

Für die Transfers hat der FCL eine Kommission mit Markus Babbel, Ihnen, Chefscout Remo Gaugler und Nachwuchschef Genesio Colatrella eingesetzt. Diese vier Personen müssen nach dem Verkauf von Dario Lezcano möglichst schnell bereit sein. Wie läuft es?

Stäger: Wir arbeiten bereits, das ist nichts Neues. Die Sportkompetenz in einem Fussballklub hängt nicht allein von einem Sportchef ab. Wir müssen aufhören mit dem ewigen Ich – wir sind wir. Wir sind ein Verein, und ein Verein hat Teams. Wir haben ein breit abgestütztes sportliches Know-how. Das sind Trainer, Co-Trainer, Nachwuchschef und unser Chefscout. In diesem Team können wir die Zeit ohne Sportchef gut überbrücken. Ich bin überzeugt, wir finden gute Lösungen.

Gibt es schon Lösungsansätze bei der Suche für einen Lezcano-Nachfolger?

Stäger: Ja, es sind Ansätze vorhanden. Man kann nicht Spieler verkaufen und gleichzeitig keine Alternativen haben. Obwohl im strategischen Bereich, was die Planung der Mannschaft betrifft, in der näheren Vergangenheit sicher Versäumnisse passiert sind. Im Fussballbusiness muss man jederzeit damit rechnen, dass Leistungsträger abgeworben werden können. Ich habe aber grosses Vertrauen in unsere Mannschaft und den Trainerstaff, dass wir die Lücke, die Dario hinterlässt, gemeinsam schliessen werden. Und wenn sich uns eine adäquate Lösung präsentiert, werden wir sicher handeln. Zudem ist im Moment nicht klar, ob es bei diesem Wegzug bleibt oder ob ein zweiter dazukommt.

Sie sprechen von Atalanta Bergamos starkem Interesse an Remo Freuler.

Stäger: Wir versuchen, ein starkes Signal zu setzen, wenn wir einen jungen Spieler nach zwei Jahren bei uns auf dem internationalen Markt verkaufen können. Aber klar müssen wir den Verlust der sportlichen Qualität möglichst kompensieren.

Der FCL hat über eineinhalb Millionen Franken in der Transferkasse. Für ­einen Rekordeinkauf?

Stäger: Nein, wir wollen sicher nicht sofort alles Geld ausgeben. Die Sicherheit, die uns die Aktionäre mit ihrem Beitrag geben, ist keine Selbstverständlichkeit.

Hinweis

Testspiel in Marbella, heute, 16.00: Luzern - Greuther Fürth (2. Bundesliga).