FUSSBALL: Tomislav Puljic: «Ich bin jetzt aggressiver»

Tomislav Puljic (31) gehört als Rückkehrer zu den Leadern beim FC Luzern. Der Kroate spricht über den Abstiegskampf, Fringer, Babbel, Frei und seinen fitten Körper.

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Dynamisch und athletisch: Tomislav Puljic (links) im Trainingsspiel in Marbella gegen Alain Wiss. (Bild: Martin Meienberger)

Dynamisch und athletisch: Tomislav Puljic (links) im Trainingsspiel in Marbella gegen Alain Wiss. (Bild: Martin Meienberger)

Interview Daniel Wyrsch, Marbella

Tomislav Puljic, Sie sind zurück beim FCL, und zwar schlanker als vor acht Monaten, als Sie Luzern nach vier Jahren verlassen mussten. Stimmt es, dass Sie neben dem Training beim FC Zadar in Ihrer Heimat Kroatien auch mit einem Privattrainer arbeiteten?

Tomislav Puljic: Ich trainierte intensiv mit einem Athletiktrainer. Ich arbeite schon seit fünf, sechs Jahren mit ihm zusammen, immer wenn ich zu Hause in Zadar bin. Er ist sehr gut, seine Ausbildung machte er in Deutschland. Ich bin fitter, aggressiver und explosiver geworden. Aber auch mit den FCL-Trainern Markus Babbel, Roland Vrabec und Christian Schmidt haben wir nun hervorragend trainiert.

Sie zeigten mir ein aktuelles Bild von Ihnen aus dem Privatarchiv. Man sieht einen muskelbepackten Oberkörper. Die Plackerei hat sich gelohnt.

Puljic: (lächelnd) In den letzten zehn Tagen haben wir viel im athletischen Bereich trainiert. Alle sind positiv eingestellt, haben voll mitgezogen. Das ist Bundesliga-Stil, kann ich sagen.

Es sind noch knapp dreieinhalb Wochen bis zu Ihrem Comeback zu Hause gegen YB. Wie sehen Sie diesem ersten Match entgegen?

Puljic: Ich kämpfe wie immer um meine Position, natürlich möchte ich von Anfang an im Team stehen. Der Trainer wird entscheiden.

Könnte es sein, dass Luzern bald mit dem kroatischen Innenverteidiger-Duo Puljic/Rogulj spielt?

Puljic: Wie gesagt: Der Trainer entscheidet. Neben Kaja Rogulj und mir gehören auch François Affolter und Sally Sarr zu Markus Babbels Auswahl im Abwehrzentrum. Mit Kaja, Sally und Oliver Bozanic belege ich hier im Hotel übrigens eine Suite. Das ist super für den Zusammenhalt.

Beim Comeback werden alle Augen auf Sie und Cristian Ianu gerichtet sein. Ist das ein zusätzlicher Druck?

Puljic: Ich bin sehr glücklich und aufgeregt, zurück zu sein. Ich gebe alles, um mitzuhelfen, dass Luzern in der Super League bleibt. Es ist unser einziges Ziel im Moment.

Der FCL ist mit zwei Punkten Rückstand Tabellenletzter. Wie schwierig wird Ihrer Meinung nach der Abstiegskampf?

Puljic: Das wird ein schwieriges Unterfangen! Bisher wurden wir vom Glück nicht begünstigt. Ich hoffe, es kommt nun alles besser. Wir müssen alles dafür tun, damit Luzern oben bleibt, und ich bin überzeugt, dass wir die Qualitäten haben, um gegnerische Mannschaften in der Tabelle hinter uns zu lassen.

Es heisst immer wieder, der FCL habe ein zu ruhiges Team. Der Vorfall vom Mittwochvormittag mit Lorenzo Bucchi und François Affolter hat gezeigt, dass Temperament vorhanden ist.

Puljic: Wie ich hörte, soll es in der Mannschaft während der Vorrunde wirklich sehr ruhig gewesen sein. Was zwischen Lorenzo und François passiert ist, ist etwas, das einmal pro Woche in einem Profiteam vorkommen kann. Es passierte in einer schwierigen Spielübung, in der die Spieler miteinander reden müssen. Keiner möchte verlieren, da hat sich der Frust über die Niederlage entladen, was ein gutes Zeichen für den Ehrgeiz ist. Dazu kommen die Müdigkeit und die Gereiztheit nach insgesamt zehn harten Vorbereitungstagen. Man darf nicht vergessen, wir sind in keinem Feriencamp.

Ex-Trainer Rolf Fringer ist wieder zum FCL gestossen. Was sagen Sie zu seiner Rückkehr als Sportchef?

Puljic: Rolf gibt immer alles für den FC Luzern. Ich bin glücklich, ist er zurück, denn er wird, wenn wir den Ligaerhalt gesichert haben, wieder dafür sorgen, dass der FCL vorne mitspielt. Er hatte mich im Sommer 2010 nach Luzern geholt, unter ihm wurden wir Wintermeister. Den Kontakt hielten wir immer aufrecht, er ist ein netter und aufrichtiger Mensch, keiner, der hinter dem Rücken schlecht über andere spricht.

Wie haben Sie Cheftrainer Markus Babbel bisher erlebt?

Puljic: Markus Babbel arbeitet professionell. Er ist kein Schreihals, das macht das Arbeiten mit ihm angenehmer als mit anderen Trainern. Als Person ist er sehr präsent. Natürlich kenne ich ihn erst seit zehn Tagen, meine Mitspieler versicherten mir, dass wir einen guten Trainer haben.

Vor einem Jahr war der FCL noch Zweiter, inzwischen rutschte er auf den letzten Platz ab. Hat das mit Ex-Sportchef Alex Frei zu tun, von dem man sich zum Ende der Vorrunde trennte?

Puljic: Wir waren auf Platz 2, jetzt sind wir auf Platz 10. Diese Situation verdienen wir nicht. Doch sprechen wir nicht über ihn, er ist nicht mehr da. Und ich bin wieder hier, um Luzern zu helfen, und nicht, um über Vergangenes zu reden. Mein Fokus ist ganz auf unser erstes Meisterschaftsspiel gerichtet.

Vor zwölf Monaten im Camp schienen Sie traurig zu sein, weil Sie keine Vertragsverlängerung bekamen. Fühlen Sie sich jetzt ganz anders?

Puljic: Nein, ich dachte letztes Jahr hier in Marbella, dass alles gut wäre und ich bleiben würde. Was nachher passierte, war ein Schock für mich und meine Familie. Aber so ist der Fussball, das gehört dazu. Und es geht schnell im Fussball, wie man jetzt gesehen hat.

Warten auf die Koffer: Remo Freuler, Marco Schneuwly, Claudio Lustenberger, Francois Jacques Affolter, Alain Wiss, Leiter Kommunikation Rene Baumann, Assistenztrainer Roland Vrabec, Kaja Rogulj, Ridge Mobulu. (Bild: Martin Meienberger)
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Claudio Lustenberger mit dem Gepäck am Flughafen. (Bild: Martin Meienberger)
Torhüter Lorenzo Bucchi (links) und Ridge Mobulu während der Heimreise. (Bild: Martin Meienberger)
Tomislav Puljic hört während dem Rückflug Musik. (Bild: Martin Meienberger)
Ridge Mobulu während der Rückreise aus Marbella.. (Bild: Martin Meienberger)
Dario Lezcano Farina (FC Luzern, links) gegen Torhüter Mohamed Amsif (1. FC Union Berlin, rechts). (Bild: Martin Meienberger)
Torjubel nach dem 1:0 durch Dario Lezcano Farina (FC Luzern, 2.v.l.) in der 90. Minute. Von links: Nicolas Haas (FC Luzern), Torschütze Dario Lezcano Farina (FC Luzern), Remo Freuler (FC Luzern, hinter Lezcano) Cristian Ianu (FC Luzern). (Bild: Martin Meienberger)
Trainer Markus Babbel (FC Luzern) (Bild: Martin Meienberger)
Dario Lezcano Farina (FC Luzern, links) gegen Torhüter Mohamed Amsif (1. FC Union Berlin, rechts). (Bild: Martin Meienberger)
Tomislav Puljic (FC Luzern, unten) foult Martin Kobylanski (1. FC Union Berlin, oben). (Bild: Martin Meienberger)
Jakob Jantscher im Mannschaftshotel in Marbella. (Bild: Martin Meienberger)
Konditionstrainer Christian Schmidt (rechts in schwarz) kontrolliert die Übungsausführung der Mannschaft. (Bild: Martin Meienberger)
Der geschäftsführende Präsident des FC Luzern, Ruedi Stäger. (Bild: Martin Meienberger)
Cristian Ianu (links) und Adrian Winter (rechts) bei Dehnungsübungen. (Bild: Martin Meienberger)
Tomislav Puljic, Fidan Aliti, Jerome Thiesson, Remo Freuler Sally Sarr und Jahmir Hyka (vlnr) während dem Training in Marbella. (Bild: Martin Meienberger)
Claudio Lustenberger (FC Luzern) lacht ueber den ungebetenen Gast auf dem Spielfeld. (Bild: Martin Meienberger)
Von links: Norman Theuerkauf (Eintracht Braunschweig) Raffael Korte (Eintracht Braunschweig) Oliver Bozanic (FC Luzern). (Bild: Martin Meienberger)
Tomislav Puljic (FC Luzern, links) gegen Marc Pfitzner (Eintracht Braunschweig, rechts). (Bild: Martin Meienberger)
Dario Lezcano Farina (FC Luzern, links) gegen Matthias Henn (Eintracht Braunschweig, rechts). (Bild: Martin Meienberger)
Goalie David Zibung trägt den fremden Verteidiger aufs Feld. (Bild: Martin Meienberger)
Sportphysiotherapeut Roger Sager kühlt den Fuss von Remo Freuler. (Bild: Martin Meienberger)
Voller Einsatz beim Lauftraining. Von links: Thierry Doubai, Sally Sarr, Cristian Ianu, Marco Schneuwly und Kaja Rogulj. (Bild: Martin Meienberger)
Bryan Rabello, Alain Wiss und Thierry Doubai kämpfen um den Ball. (Bild: Martin Meienberger)
Beratung im Regen: Sportphysiotherapeut Roger Sager, Trainer Markus Babbel, Assistenztrainer Roland Vrabec und Konditionstrainer Christian Schmidt (v.l.). (Bild: Martin Meienberger)
Testspiel gegen den FC Ingolstadt: Jubel über das einzige Tor der Partie (v.l.): Torschütze Dario Lezcano Farina, Ridge Mobulu, Thierry Doubai und Sally Sarr. (Bild: Martin Meienberger)
Testspiel gegen den FC Ingolstadt: Benjamin Hübner (FC Ingoldstadt 04, rechts) kann Cristian Ianu nicht am Schuss auf das Tor hindern. (Bild: Martin Meienberger)
Testspiel gegen den FC Ingolstadt: Tobias Levels gegen Claudio Lustenberger. (Bild: Martin Meienberger)
Zur schnelleren Regeneration im Eisbad. Von links: Ridge Mobulu, Fidan Aliti, Francois Affolter. (Bild: Martin Meienberger)
Nach dem kalten Wasser, welches zur schnelleren Regeneration dient, zeigt Sally Sarr (4.v.l.) noch seine sportliche Figur.
Jahmir Hyka. (Bild: Martin Meienberger)
Omar Thali sitzt zur schnelleren Regeneration im Eisbad. (Bild: Martin Meienberger)
Haben sichtlich Spass: Tomislav Puljic (links) und Ferid Matri am dritten Tag im Trainingslager. (Bild: Martin Meienberger)
Stürmt Marco Schneuwly (Bild) bald mit Cristian Ianu? «Es ist zu früh, eine Tendenz festzustellen», sagt Schneuwly. Der Fribourger glaubt aber offensichtlich daran: «Es ist schon möglich, dass Cristian Ianu und ich einen Zweimannsturm bilden könnten.» (Bild: Martin Meienberger)
Auch der Rumäne Ianu, der noch einen leichten Trainingsrückstand hat, meint: «Gerade in den Duellen gegen unsere direkten Konkurrenten im Abstiegskampf müssen wir zu Hause unbedingt gewinnen. Da kann ich mir gut vorstellen, dass Marco Schneuwly und ich gemeinsam stürmen.» (Bild: Martin Meienberger)
Omar Thali liegt nach einem Foul von Kaja Rogulj verletzt am Boden und muss das Training beenden. Er erleidet eine Knieprellung und muss mindestens zwei Tage pausieren. (Bild: Martin Meienberger)
Versöhnen sich nach dem Eklat wieder: François Affolter (links) und Torhüter Lorenzo Bucchi. (Bild: Martin Meienberger)
Torhüter Lorenzo Bucchi spielt den Ball. (Bild: Martin Meienberger)
Trainer Markus Babbel erklärt eine Übung. Rechts: Sarr Sally. (Bild: Martin Meienberger)
Spielübung mit Nicolas Haas am Ball. (Bild: Martin Meienberger)
Der Rückkehrer Cristian Ianu während dem Training. (Bild: Martin Meienberger)
FCL-Spieler Bryan Rabello (vorne) bei Dehnungsübungen. (Bild: Martin Meienberger)
Vor atemberaubender Kulisse absolviert der FCL seinen ersten Trainingstag in San Pedro de Alcantara. (Bild: Martin Meienberger)
Omar Thali (vorne links) und Claudio Lustenberger beim Training. (Bild: Martin Meienberger)
Die Spieler absolvieren eine Dehnungsübung. (Bild: Martin Meienberger)
Assistenztrainer Roland Vrabec, Sportchef Rolf Fringer sowie Trainer Markus Babbel und Torhütertrainer Daniel Böbner (von links) besprechen sich. (Bild: Martin Meienberger)
Kurz vor dem Abflug nach Mâlaga: (von links) Oliver Bozanic, Cristian Ianu und David Zibung. (Bild: Daniel Wyrsch / Neue LZ)
Mit einem Stativ ausgerüstet schiesst Jakob Jantscher Selfies aus ungewohnter Perspektive. (Bild: Daniel Wyrsch / Neue LZ)
Marco Schneuwly (links) ist mit Jakob Jantscher auf dem Weg zum Abfluggate. (Bild: Daniel Wyrsch / Neue LZ)

Warten auf die Koffer: Remo Freuler, Marco Schneuwly, Claudio Lustenberger, Francois Jacques Affolter, Alain Wiss, Leiter Kommunikation Rene Baumann, Assistenztrainer Roland Vrabec, Kaja Rogulj, Ridge Mobulu. (Bild: Martin Meienberger)