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FUSSBALL: Torhüterin aus Leidenschaft

Natascha Honegger (19) verrichtet ihren Job beim FC Luzern mit Engagement und Akribie. Sie sagt, weshalb sie keine Angst vor den Penaltys hat.
Theres Bühlmann
Natascha Honegger: Das Tor ist ihr zweites Zuhause. Bild: Nadia Schärli (Luzern, 22. März 2017)

Natascha Honegger: Das Tor ist ihr zweites Zuhause. Bild: Nadia Schärli (Luzern, 22. März 2017)

Theres Bühlmann

theres.buehlmann@luzernerzeitung.ch

Den Ball immer fest im Blick. Das Aluminiumgehäuse ist ihr Zuhause, dort, zwischen Pfosten und Latten. «Ich bin eine leidenschaftliche Torhüterin», sagt die in Greifensee wohnhafte 19-jährige Natascha Honegger, eine aufgestellte und offene Persönlichkeit. Seit Anfang dieses Jahres spielt sie beim NLA-Verein FC Luzern. In Betracht gezogen hatte sie diesen Wechsel vom Ligakonkurrenten Derendingen zum Team von Trainer Dieter Münstermann nicht unbedingt. «Aber ich will mich sportlich weiterentwickeln, auch eine andere Vereinsphilosophie kennen lernen und einfach einmal etwas anderes sehen.»

Sie sei in ihrer neuen Mannschaft sehr gut aufgenommen worden, obwohl sie zuerst etwas Bedenken hatte. «Ich fühle mich bestens akzeptiert und integriert.» Luzern sei eine mega-schöne Stadt, sagt sie, «mit offenen und bodenständigen Menschen». Und dann schweift ihr Blick beim Gespräch über das Seebecken. Einige Sehenswürdigkeiten kannte sie von Besuchen in ihrer Kindheit, die Kapellbrücke zum Beispiel und das Verkehrshaus. «Ich hoffe, dass mir nun mehr Zeit bleibt, um noch andere Sachen kennen zu lernen.»

Die Freude an den Zahlen

Allerdings ist ihr Terminkalender stark gefüllt. Sie arbeitet seit dem Abschluss ihrer kaufmännischen Lehre bei einer Krankenkasse in einem 60-Prozent-Pensum mit dem parallelen Besuch der Berufsmaturitätsschule, die sie im nächsten Sommer abschliesst. «Ja», sagt sie, «später möchte ich einmal studieren.» Einen konkreten Plan hat sie sich noch nicht zurechtgelegt, nur so viel: irgendetwas mit Finanz- oder Betriebswirtschaft. «Ich tendiere eher zu einem Studium in der Finanzwirtschaft, da ich ein Zahlenmensch bin», sagt sie lachend. Viel Zeit nimmt auch die Zugfahrt von ihrem Wohnort Greifensee zu den vier wöchentlichen Trainings nach Luzern in Anspruch: Für einen Weg muss sie eineinhalb Stunden einkalkulieren. Für Natascha Honegger stellt dies allerdings keine allzu grossen Probleme dar. Sie lernt für die Schule, «oder ich quatsche mit meinen Kolleginnen», wie sie sich ausdrückt. Auch über Fussball. Mit diesem Sport kam sie schon sehr früh in Kontakt. Ihr Vater fuhr einst Filius Roberto ins Training, und beide wurden von Natascha begleitet. «Diesen Sport möchte ich auch ausüben», fand sie damals. Dem Vater gefiel dieser Gedanke, bei ihrer Mutter, sie kommt aus Brasilien, hielt sich die Begeisterung aber in eher engen Grenzen. «Sie hätte mich wohl lieber beim Ballett oder beim Tanzen gesehen», blickt Natascha Honegger auf diese Zeit zurück. Ihre ersten fussballerischen Schritte tätigte sie bei der Piccolo-Abteilung in Greifensee, dann wechselte sie zu den Junioren des FC Schwerzenbach und später zum U13-Team des FC Zürich. Dort spielte sie anfänglich noch als Stürmerin und mit einer Doppellizenz für den FC Witikon. Bei Zürich in der NLB angekommen, fand sie 2016 in Derendingen eine neue fussballerische Heimat.

Auch die Verantwortlichen auf nationaler Ebene wurden auf die talentierte Spielerin aufmerksam. Ihr Debüt auf internationaler Ebene gab sie am 15. September 2014 mit einem 9:0-Sieg gegen Bulgarien im Rahmen der Qualifikation zur U19-Europameisterschaft. Als Highlight in ihrer noch jungen Karriere bezeichnet sie das Erreichen des Halbfinals im letzten Jahr gegen Frankreich an der EM-Endrunde in der Slowakei. Die Partie endete mit einer 1:3-Niederlage gegen die späteren Europameisterinnen. Bitter sei dies gewesen, sagt Natascha Honegger.

Im Ausland spielen? Weshalb nicht?

Doch der Blick ist nach vorne gerichtet. Erst einmal auf die Qualifikationsrunde in der Schweizer Meisterschaft, wo es für den FC Luzern gilt, einen Platz innerhalb der Top 6 zu erreichen, um so die Finalrunde zu bestreiten. «Dann hoffe ich, dass wir noch den einen oder anderen Rang gutmachen.» Langfristig wünscht sie sich ein Aufgebot für die A-Nationalmannschaft. «Und ja», sagt sie, «ich habe mir auch schon Gedanken über ein Engagement im Ausland gemacht. Wenn sich eine Möglichkeit ergibt, kann ich mir dies später einmal vorstellen, aber erst nach der Berufsmatura.» Wunschdestination? Frankreich. Und dann gibt sie noch Einblicke, wie sie als Torhüterin mit dem Druck beim Penaltyschiessen umgeht. Angst? «Nein, im Gegenteil. Ich liebe Elfmeter. Da kann ich mich beweisen und das Team unter Umständen vor einem Rückstand bewahren. Und dies ist dann wohl das schönste Gefühl.» Sie könne schon beim Anlauf der Penaltyschützin erahnen, ob die nun in die linke oder rechte Ecke schiesst. «Einfach mit viel Selbstvertrauen herangehen, der Gegenspielerin in die Augen schauen und einen strengen Blick aufsetzen.» Wenn dies einmal nicht fruchten sollte, in der Tasche ist ihr Glücksbringer, ein Engel aus Porzellan, den ihr ihre Mutter geschenkt hat. Apropos Eltern. «Sie unterstützen mich in jeglicher Hinsicht, und dafür bin ich ihnen sehr dankbar.» Übrigens: Ihre Mutter hat doch noch Gefallen am Sport ihrer Tochter gefunden, besucht oft deren Spiele, feuert sie an. Und dies mit viel Engagement.

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