FUSSBALL: Trotz seines FCL-Debüts leidet Verteidiger Nicolas Schindelholz

Nicolas Schindelholz ist seit fast zehn Monaten beim FC Luzern. Nach langer Verletzungszeit kommt er gegen Ex-Klub Thun unerwartet zum Einstand. Weil der FCL erstmals im Jahr 2018 verliert, ist er untröstlich.

Daniel Wyrsch
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Der 30-jährige FCL-Innenverteidiger Nicolas Schindelholz könnte mit seiner Routine ein Leader der jungen Mannschaft werden. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Thun, 7. April 2018))

Der 30-jährige FCL-Innenverteidiger Nicolas Schindelholz könnte mit seiner Routine ein Leader der jungen Mannschaft werden. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Thun, 7. April 2018))

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Als FCL-Innenverteidiger Lazar Cirkovic (25) am Samstag in Thun ohne gegnerische Einwirkung eine Sprunggelenkverletzung erlitt und kurz vor der Pause ausgewechselt werden musste, kam Nicolas Schindelholz (30) für ihn ins Spiel. «Eine lange Leidenszeit» sei für ihn zu Ende gegangen, sagte er später. «Ich habe mich in meiner Karriere immer zurückgekämpft und habe es auch jetzt wieder geschafft», betonte der beim FC Basel ausge­bildete Abwehrmann nicht ohne Stolz über seine Beharrlichkeit.

Ende Juni 2017 hatte Schindelholz beim FCL einen leistungsbezogenen Einjahresvertrag unterschrieben. Seither sind fast zehn Monate vergangen. Endlich ist nun der erste Einsatz für die Innerschweizer Tatsache geworden. Das lange ersehnte Debüt ist ihm gelungen. «Ich fühlte mich sehr gut und bin froh, dass ich das erste Spiel bestreiten konnte. Aber natürlich übertrifft die Enttäuschung über die Niederlage die Freude über den Einstand», offenbarte Schindelholz seine Gemütslage. Der Routinier war angefressen nach dem 0:1. Untröstlich, dass Luzerns Serie der Ungeschlagenheit unter Trainer Gerardo Seoane im neunten Spiel zu Ende gegangen war.

Gleich vier von sechs Innenverteidigern fallen aus

Dabei wäre die Story mit einem FCL-Sieg fast kitschig gewesen, zumal Schindelholz bis letzten Sommer acht Jahre lang beim FC Thun spielte und total 94 Partien in der Super League bestritt. War das Comeback in Thun nach einem Jahr ohne Ligaspiel etwas Besonderes? «Solche Geschichten schreibt halt nur der Fussball, wie man so schön sagt. Ich war gut vorbereitet, habe auch in den schwierigen Zeiten immer positiv gedacht», stellte er fest.

Sicher fiel ihm das nicht immer leicht, denn die Verletzung war gravierend. Das hintere Kreuzband riss in einem Match mit Thun im April 2017. In Luzern musste er die Blessur bis September ausheilen. Danach folgten muskuläre Probleme. Der Tiefpunkt: In einer Partie mit der U21 zog er sich einen Muskelfaserriss zu. Doch auch von diesem Rückschlag erholte er sich. Jetzt sind neben Cirkovic drei andere FCL-Innenverteidiger im Pech: Yannick Schmid und Lucas Alves sind seit längerem nicht voll belastbar, Marvin Schulz erlitt kürzlich eine Innenbanddehnung. Nur Stefan Knezevic und Schindelholz sind derzeit fit. Kann er sich in den verbleibenden acht Runden gar für eine Verlängerung des aus­laufenden Vertrags empfehlen? «Ehrlich gesagt habe ich mir dar­über noch nicht viele Gedanken gemacht. Das Wichtigste ist jetzt, dass ich wieder gesund bin.»

Im Finish könnte er mehr als nur ein Teamplayer sein

Schindelholz bezeichnet sich als Teamplayer. Coach Seoane bestätigt diese Selbsteinschätzung des Profis. «Nicolas hat sich immer eingebracht, er geniesst ein hohes Ansehen im Team.» Schindelholz verspricht: «Wenn andere ausfallen, bin ich da, ich will der Mannschaft helfen, das ist für mich das Wichtigste.»

Mit seiner Routine könnte der bärtige Abwehrmann aber auch einer der Leader dieser jungen Equipe werden. Der Dornacher erklärt: «Unsere Jungs haben Potenzial, da entwickeln sich Leadertypen. Dennoch ist klar: Mit meiner Erfahrung kann ich den Jungen in gewissen Situa­tionen helfen. Das gehört sicher auch zu meinen Aufgaben.»

Gut vorstellbar, dass Schindelholz im Saisonfinish noch eine Teamstütze für Luzern sein wird.