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FUSSBALL: Trotz Sieg: FC Luzern mit Sorgen

Die Verantwortlichen des FC Luzern wissen, dass beim 2:1-Startsieg in Lugano nicht alles rundlief. Gar eine Baustelle tat sich bei Freistössen des Gegners auf.
Daniel Wyrsch
Viel Glück für den FC Luzern in der 15. Minute: Luganos Mattia Bottani (Nummer 10) trifft nur den Pfosten. FCL-Goalie David Zibung (rotes Dress) wäre geschlagen gewesen. (Bild: Keystone/Gabriele Putzu)

Viel Glück für den FC Luzern in der 15. Minute: Luganos Mattia Bottani (Nummer 10) trifft nur den Pfosten. FCL-Goalie David Zibung (rotes Dress) wäre geschlagen gewesen. (Bild: Keystone/Gabriele Putzu)

Daniel Wyrsch

Fussball ist ein Spiel, das nicht immer gerecht oder rational verständlich ist. Recht hat stets, wer mehr Tore erzielt und siegt. Verständlich darum, dass FCL-Assistenztrainer Patrick Rahmen (47) nach dem 2:1-Sieg vom Samstag beim FC Lugano folgendes Fazit zieht: «Nicht gut spielen und trotzdem drei Punkte mitnehmen ist auch nicht so schlecht.» Rahmen hat ein typisches erstes Saisonspiel gesehen. «Die Favoritenrolle machte uns nervös, Lugano spielte als Aussenseiter befreiter auf.» Trotzdem sei es keine schlechte Leistung gewesen, «aber auch nicht eine, wie wir uns das vorgestellt hatten».

Effizienz gegen Sassuolo nötig

Positiv stimmt den Co-Trainer die Effizienz. «Wir wollen auch in den nächsten Spielen unsere Chancen nützen. Vor allem in der Qualifikation zur Europa League.» Am Donnerstag (19.45, Swissporarena) kommt es zum Hinspiel der 3. Quali-Runde gegen den Serie-A-Sechsten der letzten Saison, US Sassuolo Calcio. Beim FCL ist man sich im Klaren, dass dann ohne Effizienz nichts geht. Aber auch, «dass wir dem Gegner nicht so einfach Torchancen zugestehen dürfen wie in Lugano. Sonst wird es gegen Sassuolo extrem schwierig.»

Der geglückte Saisonstart zählt vor allem in der Liga. «Der Sieg muss uns eine gewisse Sicherheit und Selbstvertrauen geben. Wir holten die drei Punkte, die wir unbedingt gewinnen wollten.» Der Assistent von Cheftrainer Markus Babbel blickt den nächsten zwei Heimpartien in der Liga optimistisch entgegen: «Gegen GC und Basel wird es ganz andere Spiele geben.»

Die Trainer haben aber bei der Nachbesprechung der Partie gegen Lugano die negativen Punkte mit der Mannschaft genau angeschaut. Gar nicht gefallen hat Babbel und Rahmen, wie sich das Team bei den vielen Freistössen von Ezgjan Alioski verhielt. Der Schweiz-Mazedonier sorgte mit seinen Standards für Torgefahr. Beim FCL tat sich quasi eine Baustelle auf. Was lief in der Defensive falsch? Rahmen erklärt, der eine oder andere Freistoss wäre gar nicht nötig gewesen: «In den Zweikämpfen ist mehr Cleverness gefordert.» Mehr als nur aufgefallen ist ihm zudem, dass «wir bei der Ausführung der Freistösse sicher zu tief gestanden sind. So wird es vor dem Tor immer gefährlich.» Beim FCL ist nicht nur über das Fehlverhalten gesprochen worden, es wird auch konsequent gehandelt: Heute werden die Fehler in der Videoanalyse gezeigt und die richtige Position erklärt.

Nicht nur François Affolter, der Assan Ceesay unbedrängt zum 1:2 einschieben liess, sondern auch Torhüter David Zibung dürften kritisiert werden. Müsste der Goalie bei den Freistössen nicht aus dem Tor kommen, um die Bälle zu fangen oder zu fausten?

Zibung bleibt von Kritik verschont

Rahmen tadelt den Schlussmann nicht, er antwortet: «Das muss man situativ anschauen. Wenn so viel ‹Verkehr› vor ihm ist und wir tief stehen, ist die Situation für ihn extrem schwierig.» Ganz allgemein hätten sie es bei den Freistössen in der Defensive nicht gut gemacht. «Jeder muss Verantwortung übernehmen und bei seinem Mann stehen, der ihm zugeteilt ist.»

Bestimmt interne Kritik setzt es ab, weil Luzern sein Spiel praktisch zu keinem Zeitpunkt durchsetzen konnte. Rahmen ortet das Problem bereits in der Spielauslösung. «Wir führten sie nicht so aus, wie wir es können. Es unterliefen uns zu viele einfache Fehler, das hat uns in unserem Spielfluss gestört.» Das sei in den gewonnenen Testspielen gegen Monaco (2:1) und Schalke (4:2) besser gewesen. «In Ballbesitz agierten wir in diesen Partien sauberer und konzentrierter.»

Zufrieden zeigt sich Rahmen mit den Luzern-Debütanten Simon Grether und Cedric Itten sowie dem eingewechselten Tomi Juric. Von Ricardo Costas Einstand schwärmt er sogar: «Für mich hat Ricardo eine Topleistung gezeigt. Er spielte nicht spektakulär, aber er gewann viele Zweikämpfe.»

Die Luzerner Spieler feiern das 0:1. (Bild: Keystone / Gabriele Putzu)
Der Luzerner Markus Neumayr hat das Tor zum 1:0 für den FC Luzern geschossen. (Bild: Keystone / Gabriele Putzu)
FCL-Fans im Stadion Cornaredo. (Bild: Keystone / Gabriele Putzu)
Der Luzerner Simon Grether (rechts) kämpft um den Ball gegen Ezgian Alioski vom FC Lugano. (Bild: Keystone / Gabriele Putzu)
Der Luzerner Jahmir Hyka (rechts) kämpft um den Ball gegen Jonathan Sabbatini vom FC Lugano. (Bild: Keystone / Gabriele Putzu)
Der Luzerner Claudio Lustenberger (links) setzt sich im Duell um den Ball gegen Luganos Ezgian Alioski per Kopfball durch. (Bild: Keystone / Gabriele Putzu)
Luganos Goran Jozinovic (rechts) kämpft um den Ball gegen Luzerns Marco Schneuwly. (Bild: Keystone / Gabriele Putzu)
Der FC Luzern hat das 2:0 geschossen und feiert dies, was Luganos Vladimir Golemic (links) enttäuscht. (Bild: Keystone / Gabriele Putzu)
Luzerns Cedric Itten (links) läuft um den Ball gegen Luganos Fulvio Sulmoni. (Bild: Keystone / Gabriele Putzu)
Luganos Spieler Mattia Bottani (Mitte) schiesst auf das Tor der Luzerner. Er trifft nicht. (Bild: Keystone / Gabriele Putzu)
Luzerns Nicole Haas (Bild: Keystone / Gabriele Putzu)
Luzerns Jahmir Hyka (Bild: Keystone / Gabriele Putzu)
12 Bilder

FC Lugano - FC Luzern 1:2

David Zibung 4,5: Eine recht sichere Leistung des Goalies – bis auf die Probleme mit Alioskis Freistössen. (Bild: Martin Meienberger / freshfocus)
Simon Grether 4: Ein grundsolide Leistung bei seinem FCL-Einstand nach sehr früher Verwarnung (4.). (Bild: Martin Meienberger / freshfocus)
Ricardo Costa 5: Der neue Innenverteidiger spielt mit Können, Biss und Konzentration praktisch fehlerlos. (Bild: Martin Meienberger / freshfocus)
Tomislav Puljic 4,5: Zuerst mit Mühe gegen Alioski, später klar gesteigert und mit Robustheit dagegengehalten. (Bild: Martin Meienberger / freshfocus)
Claudio Lustenberger 4,5: Seine Flanke ist der Ursprung zu Neumayrs 1:0. Der Captain ist ein kämpferisches Vorbild. (Bild: Martin Meienberger / freshfocus)
Christian Schneuwly 3,5: Der Rechtsaussen kommt nie richtig ins Spiel, zeigt ein nicht genügendes Startspiel. (Bild: Martin Meienberger / freshfocus)
Markus Neumayr 5: Klasse, wie er mit seinem linken Fuss das 1:0 erzielt. Seine Standards sind stets gefährlich. (Bild: Martin Meienberger / freshfocus)
Nicolas Haas 3: Der 20-Jährige wirkt im Auftaktspiel nervös, er ist fahrig und ungenau bei den Zuspielen. (Bild: Martin Meienberger / freshfocus)
Jahmir Hyka 4,5: Seine Dribblings bringen der FCL-Defensive wichtige Luft, im Abschluss verzieht er (66.). (Bild: Martin Meienberger / freshfocus)
Cedric Itten 4,5: Ein sauberes FCL-Debüt; der Stürmer rackert, schiesst und legt mit etwas Glück zum 1:0 auf. (Bild: Martin Meienberger / freshfocus)
Marco Schneuwly 4,5: Viel zu sehen ist vom Goalgetter nicht, aber den Foulpenalty nutzt er sicher zum 2:0. (Bild: Martin Meienberger / freshfocus)
François Affolter 3: Er lässt Ceesay nach Freistoss das 1:2 erzielen und bringt den FCL nochmals unter Druck. (Bild: Martin Meienberger / freshfocus)
12 Bilder

FC Lugano - FC Luzern 1:2 - Die Noten

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