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FUSSBALL: Unter Markus Babbel muss Tomislav Puljic spuren

Um die Einheit zu stärken, greift FCL-Trainer Markus Babbel durch: Tomislav Puljic bekam wegen mangelnder Identifikation die Härte des Coaches zu spüren.
Daniel Wyrschdaniel.wyrsch@luzernerzeitung.chroland Schweglersport@luzernerzeitung.ch
Bekam eine Denkpause auferlegt: FCL-Verteidiger Tomislav Puljic. Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Reggio Emilia, 4. August 2016)

Bekam eine Denkpause auferlegt: FCL-Verteidiger Tomislav Puljic. Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Reggio Emilia, 4. August 2016)

Seit Sonntag fragt sich die sportinteressierte Innerschweiz: Warum hat Luzern-Abwehrchef ­Tomislav Puljic (33) das 2:2-Remis zu Hause gegen die Young Boys als Zuschauer auf der Haupttribüne mitverfolgen müssen? Unsere Zeitung fand die Antwort heraus: Cheftrainer Markus Babbel (44) ist enttäuscht vom Verhalten des Vizecaptains.

Nachdem sich Puljic vor zweieinhalb Wochen beim 3:0-Heimsieg gegen St. Gallen nach starker Leistung mit einer Wadenzerrung auswechseln lassen musste, verpasste er das erfolgreiche Cupspiel in Köniz und die Ligapartie gegen Lausanne (3:2). Babbel hätte es gerne gesehen, wenn Puljic jeweils als Unterstützer der Mannschaft in der Kabine dabei gewesen wäre.

Puljic verletzte keine Vertragsregeln

Puljic war stattdessen zu Hause bei der Familie geblieben, schaute die Spiele im Internet und am Fernsehen. Damit hat der Kroate keine vertraglichen Regeln gebrochen. Der FC Luzern verlangt von seinen Profis, wenn sie verletzt oder gesperrt sind, den Heimspielen im Stadion beizuwohnen. Die Auswärtsfahrten mitzumachen, ist freiwillig.

Doch weil es sich bei Puljic nicht um irgendeinen Spieler handelt, sondern um den Vizecaptain und ein Mitglied des Mannschaftsrates, hat Babbel mit der Unterstützung der sportlichen Leitung an ihm ein Exempel statuiert. Das Motto beim FCL lautet: «Wir rücken noch enger zusammen, um als verschworene Einheit erfolgreicher zu sein.»

Bereits der vierte FCL- Spieler auf der Tribüne

Puljic ist übrigens bereits der vierte Profi, der Babbels neue Härte zu spüren bekam. Hekuran Kryeziu (23) verschlief am Spieltag der Heimpartie gegen Sion (2:2) und verspätete sich um 25 Minuten. Als Strafe musste der Schweiz-Kosovare am gleichen Tag mit der U 21 trainieren, abends am Match sass der Kosovo-Nationalspieler auf der Tribüne. Babbel betonte schon damals: «Ich muss jetzt einfach härter durchgreifen, sonst kommen wir hier nicht weiter!»

Der nächste Profi, der vom Trainer – nur sportlich – bestraft wurde, war Jahmir Hyka (28). Nach zwei, drei wenig inspirierten Auftritten fiel der albanische Internationale aus dem Aufgebot für die Partie gegen St. Gallen, die drei Tore und fünf Lattenschüsse seiner Teamkollegen sah Hyka von der VIP-Tribüne aus.

Letzten Sonntag gegen YB erwischte es neben Routinier Puljic auch noch den Neuzugang Francisco Rodriguez (21), Leihspieler des Bundesligisten VfL Wolfsburg. Babbel: «Er hat mir die letzten zwei, drei Wochen nicht so gefallen.» Und: «Das habe ich mit ihm besprochen. Er hat jetzt in der Länderspielpause zwei Wochen Zeit, das zu zeigen, wofür wir ihn geholt haben.»

Puljic muss ab heute Präsenz markieren

Puljic kehrt heute offiziell in den Kreis des Teams zurück. Nach einem freien Montag ist heute um 15 Uhr das erste Training der Woche. Die Zeichen stehen gut, dass der 1,92 m grosse Abwehrhüne die Forderungen von Markus Babbel akzeptiert und sich verstärkt für das Team einsetzt.

Die sportliche Leitung wird mit Puljic wie auch mit Rodriguez deren fehlende Bereitschaft noch einmal besprechen. Wie zuvor schon mit Kryeziu und Hyka. Mit der Hoffnung, dass es nützt.

Daniel Wyrsch

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