FUSSBALL: Versöhnlicher Saisonabschluss für den FCL

Der FCL zeigt im letzten Saisonspiel auswärts gegen Lugano eine starke Teamleistung und siegt 1:0. Trotzdem können die Tessiner danach jubeln.

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FCL-Goalie Jonas Omlin behält gegen Armando Sadiku die Oberhand. (Bild: Freshfocus (Lugano, 2. Juni 2017))

FCL-Goalie Jonas Omlin behält gegen Armando Sadiku die Oberhand. (Bild: Freshfocus (Lugano, 2. Juni 2017))

Daniel Wyrsch, Lugano

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch


FCL-Trainer Markus Babbel und Assistent Patrick Rahmen hat die Aussicht gewurmt, dass der FC Lugano seine drei Heimspiele in der Europa-League-Gruppenphase im Herbst wohl in Luzern austragen wird. Obwohl der Zentralschweizer Klub von seinen Besitzern einschneidende Sparmassnahmen auferlegt bekommen hat und die Vermietung des Stadions an die Tessiner einen willkommenen Zustupf in die Kasse bringen würde, fanden die Trainer vor dem aus Luzerner Sicht bedeutungslosen Spiel im Cornaredo unisono: «Wir sind Sportler, wir versuchen alles, damit Lugano den Direkteinzug in die Europa League nicht schafft.»

Lugano feiert dank des 1:1 der Grasshoppers in Sion

Dazu brauchten die Luzerner im letzten Saisonspiel gegen das Überraschungsteam der Rückrunde einen Sieg. Dank einer geschlossenen, hervorragenden Teamleistung und einem Kopftor von Tomi Juric (51.) gelang den Innerschweizern ein unerwarteter 1:0-Erfolg. Lugano spielte lange nervös, beklagte zudem Pech bei einem Pfostenschuss von Davide Mariani (65.). Nach dem Match brach in Lugano dennoch frenetischer Jubel los: Weil Sion zu Hause eine späte 1:0-Führung verspielte, GC noch zum 1:1-Endstand ausglich, bleiben die Tessiner Tabellendritte und spielen in der Europa League.

Für den FCL aus der Innerschweiz geht es jetzt darum, möglichst schnell eine kompetitive Mannschaft für die neue Saison zu stellen. Eine Hauptrolle im Team, Ausgabe 2017/18, soll Hekuran Kryeziu (24) einnehmen.

FCL will mit Kryeziu vorzeitig verlängern

Die Frage ist beim gebürtigen Küssnachter, ob er in Luzern bleibt oder ein Angebot eines anderen Vereins annimmt. Babbel hat bekanntgegeben, dass der FCL mit dem zentralen Mittelfeldspieler vorzeitig verlängern möchte. Kryezius aktueller Vertrag läuft in einem Jahr aus. Würde der robuste Schweiz-Kosovare bleiben, würden die Sorgen um die Zukunft dieser Mannschaft in der Super League etwas kleiner.

Gut dürfte dem wohl jungen Team die Rückkehr von Christian Schwegler (33) tun. Der gebürtige Ettiswiler ist diese Woche mit grossem Brimborium bei Red Bull Salzburg verabschiedet worden, wo er die letzten acht Jahre sechs österreichische Meistertitel sammelte und wegen seiner Einstellung hohe Wertschätzung erfuhr.

Gleich eine erste Herausforderung als neuer Sportkoordinator bekommt der seit Donnerstag im FCL arbeitende Remo Meyer. Der 36-jährige Ex-Profi von Luzern, Lausanne und 1860 München muss es möglich machen, dass der schnelle und technisch versierte nordkoreanische Nationalstürmer Il Gwan Jong (24) zum Trainingsstart am 24. Juni in der Swisspor-Arena erscheint. Er ist ein Wunschspieler von Babbel (Ausgabe vom Freitag).

Babbel protestiert bei der Liga wegen frühen Starts

Apropos Auftakt zur Vorbereitung: Da der FCL als fünftplatziertes Super-League-Team bereits am 13. Juli in der 2. Runde der Europa-League-Qualifikation einsteigen muss, überlegten Babbel und sein Staff, ob sie früher mit dem Training hätten starten sollen. Sie blieben aber beim ursprünglichen Termin am 24. Juni. Die Erholung der Spieler war ihnen wichtiger. Babbel protestiert aber vehement beim Verband wegen des frühen Meisterschaftsstarts in der Schweiz schon am zweitletzten Juli-Wochenende: «Das ist ein Skandal, die Spieler können sich so zu wenig erholen, das ist gesundheitsgefährdend.»