FUSSBALL: Voller Tank gibt Selbstvertrauen

Luzern tritt heute (17.45 Uhr) bei GC zum nächsten wichtigen Duell gegen den Abstieg an. Captain Claudio Lustenberger ist überzeugt, dass das Team diesmal von der ersten Minute an bereit ist.

Daniel Wyrsch
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Selbstbewusst: FCL-Captain Claudio Lustenberger nach dem 4:0-Heimsieg gegen Aarau. (Bild Madeleine Duquenne)

Selbstbewusst: FCL-Captain Claudio Lustenberger nach dem 4:0-Heimsieg gegen Aarau. (Bild Madeleine Duquenne)

Daniel Wyrsch

FCL-Captain Claudio Lustenberger (28) hat sich mit seinen Teamkollegen für den heutigen Match bei den Grasshoppers etwas vorgenommen: «Wir müssen gegen GC sofort agieren, dem Gegner unser Spiel aufzwingen.» Am letzten Sonntag in Sion (2:2) waren die Innerschweizer während der ersten 45 Minuten zu passiv. «Die Sittener waren vifer», sagt Lustenberger. FCL-Trainer Markus Babbel ärgerte sich berechtigterweise über den verschlafenen Start.

Wieder als Kollektiv verteidigen

Linksverteidiger Lustenberger erzählt, wie sie diese Woche arbeiteten, um in Zürich vom Anpfiff an auf der Höhe der Aufgabe zu sein. «Wir analysierten die Fehler aus dem Match in Sion am Video. Es hat individuelle Situationen gegeben, die zu Fehlern führten. Zwei-, dreimal standen wir zu hoch.» Die Defensive soll in Zürich wieder kompakter stehen. Das Umschaltspiel müsse besser klappen. «Das geht nicht nur unsere Viererabwehr an, sondern muss im ganzen Block als Mannschaft funktionieren.»

Lustenberger spricht von durchgehend guten, konzentrierten Trainingsleistungen. «Ich stelle derzeit keine Leistungsschwankungen fest.»

Zielorientiert und doch gelassen

Der Moment ist für den FCL gut, den schwächelnden Grasshoppers (siehe Box oben rechts) im sportlichen Sinn wehzutun. Die Luzerner sind nach vier Spieltagen der Rückrunde ungeschlagen, sie können 14 Tage nach dem 4:0-Heimsieg gegen Aarau mit GC einen zweiten Direktrivalen um den Ligaerhalt in der Tabelle überholen, wenn sie siegen. Diese besondere Ausgangslage ist den FCL-Profis natürlich bewusst. Lustenberger sagt aber auch: «Trotzdem müssen wir eine gewisse Lockerheit behalten, um uns nicht zu verkrampfen.»

Lustenberger ist nicht gerade für seine feine Technik bekannt, dafür geht er als lauf- und kampfstarker Mann voraus. Der Krienser sagt, wie wichtig es für ihn ist, in körperlicher Topform zu sein. «Das Selbstvertrauen steigt, wenn ich spüre, dass wir nach 80 Minuten noch mehr im Tank haben als unsere Gegner. In Sion ist das offensichtlich der Fall gewesen.» Die Zentralschweizer konnten noch einmal zusetzen und in der 88. Minute den Treffer zum 2:2-Endstand erzielen. Der Captain war massgeblich daran beteiligt, indem er Jahmir Hyka frei spielte, der die Flanke auf Torschütze Remo Freuler schlug.

Lustenberger erklärt, wieso es so wichtig ist, 90 Minuten lang zu marschieren: «Wäre mein Puls im roten Bereich gewesen, hätte ich mich zu diesem Zeitpunkt des Spiels nicht mehr dort vorne aufgehalten – oder falls doch, hätte die Konzentration für den genauen Pass gefehlt.» So aber habe er genau gewusst, wohin Hyka laufen würde, und «so konnte ich den Ball dorthin legen».

Das Leiden zahlt sich aus

Ob es die härteste Vorbereitung in seiner neunten Super-League-Saison beim FCL gewesen ist, konnte Lustenberger nicht beantworten. Für ihn sei wichtig gewesen, dass er alle Trainings mitgemacht habe und nie ausfiel. Besonders vom zehntägigen Camp Mitte Januar in Marbella (Sp) würde er nun profitieren. «Zwei, drei Einheiten mit unserem Konditionstrainer Christian Schmidt waren schon sehr hart.» Der Schleifer aus Korsika habe sie dort auf ausdrücklichen Wunsch von Cheftrainer Markus Babbel richtiggehend drannehmen dürfen. Das Leiden zahlt sich aus – und es wird regelmässig wiederholt. «Denn wer im Training nicht auf die Zähne beisst, kanns im Spiel auch nicht», sagt Babbel. Sich durchbeissen kann sein Team inzwischen ganz gut.

Neue Busse sollen Gewalt verhindern

dw. Die Verkehrsbetriebe Luzern AG (VBL) rüsten sich mit neuen Fahrzeugen gegen Hooligans, die während der Fahrt zu den Spielen des FC Luzern die Türen aufreissen, um zu randalieren.

Seit dem Spiel gegen Aarau am 22. Februar verwenden die VBL für die Gästetransporte die neuen Busse, wie «zentralplus» schreibt. Weil die Türen geschlossen bleiben, können gewaltbereite Anhänger nicht mehr auf die Polizei oder gegnerische Fans losgehen. Früher war es öfter zu Zusammenstössen gekommen, etwa am Bundesplatz.