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FUSSBALL: Von Selbstzufriedenheit keine Spur

Aussenverteidiger Sebastian Schachten (31) gibt dem FC Luzern mit seinem 1:0-Siegtor gegen Thun Aufwind. Trotzdem hebt er nicht ab – im Gegenteil.
52. Minute am Samstag in der Swissporarena: Sebastian Schachten (in Blau-Weiss) spitzelt den Ball zum 1:0 an Thun-Goalie Guillaume Faivre vorbei. (Bild: EQ/Marc Schumacher)

52. Minute am Samstag in der Swissporarena: Sebastian Schachten (in Blau-Weiss) spitzelt den Ball zum 1:0 an Thun-Goalie Guillaume Faivre vorbei. (Bild: EQ/Marc Schumacher)

daniel wyrsch

Beim FC Luzern waren sich am Sonntagmorgen alle einig. Zwölf Stunden nach dem 1:0-Heimsieg über den FC Thun stellt denn auch der Schütze des goldenen Siegtreffers, Sebastian Schachten (31), fest: «Die drei Punkte sind extrem wichtig.»

Der rechte Aussenverteidiger beschreibt den Moment nach seinem mit der Fussspitze erzielten Tor: «Vor der Fankurve zu jubeln, war besonders schön. Alle zehn Mitspieler und ich. Ein Ballast war von der Mannschaft abgefallen, weil der Ball endlich wieder drin war.» Fast drei Spiele, exakt 259 Minuten lang, hatte die torlose Zeit des FCL gedauert. Schachten: «Ich habe den Moment persönlich ausgekostet, denn als Verteidiger erlebt man dieses tolle Gefühl nur selten.» In 93 Spielen der 2. Bundesliga für St. Pauli hat er immerhin zehn Tore erzielt. Für den FCL ist es im neunten Super-League-Einsatz der erste Treffer gewesen.

«Bleibe realistisch und nüchtern»

Von der bekannten Selbstzufriedenheit der Luzerner nach einem Erfolgserlebnis war gestern nichts zu spüren. Ausnahmslos wirkten die Spieler im Training fokussiert. Der erfahrene Profi Schachten mit Vergangenheit beim Traditionsverein Borussia Mönchengladbach und dem Hamburger Kultklub St. Pauli erklärt: «Ich habe im Fussball schon so viel erlebt – auch in negativer Hinsicht –, dass ich nach diesem Sieg nicht in Euphorie verfalle, sondern bewusst realistisch und nüchtern bleibe.»

Zu diesem Empfinden hat sicher auch die Resultatkrise in den fünf sieglosen Partien vor dem Match gegen Thun beigetragen. Schachten erzählt, dass er gar nicht mehr habe hinhören können, wenn jemand in den letzten Wochen von den guten Spielen wie in St. Gallen und Sion redete. «Holst du am Ende die Punkte nicht, dann interessiert das keinen mehr.» Der Sohn von Ex-Bochum-Profi Werner Schachten (61) gibt zu: «Wir waren in einen Negativstrudel geraten, mussten darum gegen Thun einen Riesenaufwand betreiben. Wären wir vorher nicht fünf Spiele ohne Sieg gewesen, wäre es wohl leichter gegangen, und wir hätten 3:1 oder 4:1 gewonnen.»

Obwohl die Ladehemmungen der Offensivspieler Marco Schneuwly, Jakob Jantscher und Dario Lezcano mit dem Einnetzen von Abwehrmann Schachten nicht behoben sind, lobt der Deutsche die geschlossene Teamleistung: «Alle wollten diesen Sieg unbedingt. Wir spielten nicht besonders schön, was man in unserer Situation auch nicht erwarten konnte.»

Unerwartete Stimmungsänderung

Luzern-Trainer Markus Babbel deutete am Samstag in der Medienkonferenz nach dem zweiten Heimerfolg an, dass ein weiterer Dämpfer Folgen gehabt hätte. Zweifel im Umfeld und immer mehr in der Mannschaft wären dann aufgekommen, spürte der Bayer. Schachten erklärt seine Sicht der Dinge in dem für ihn noch immer neuen Umfeld des Innerschweizer Super-League-Klubs: «Ich musste in den letzten Jahren oft gegen den Abstieg spielen. Wir steckten zuweilen fast die ganze Saison im Abstiegssumpf, hier waren wir lange Vierter gewesen und sind es nun wieder. Da hat es mich überrascht, dass in Luzern alles ein bisschen negativ gesehen wird.»

Sein «mit der Brechstange erzwungenes Tor», wie er es selbst bezeichnet, sorgt zumindest für eine ruhige Woche. Babbel hofft, dass der Bann jetzt gebrochen ist, die Mannschaft nächstens wieder mit mehr Selbstvertrauen auftritt. Ausgerechnet der unkonventionelle, oft hölzern wirkende Aussenverteidiger könnte bahnbrechend auf die FCL- Baisse wirken. Der eloquente Schachten bewies Selbstironie, als er zum SRF-Reporter im Platzinterview schmunzelnd sagte: «Dass ich ins Tor treffen kann, hätten Sie mir wohl nicht zugetraut.»

Schachten spielt nicht für Deutsche

Er habe sich nicht überlegt, dass er von den vier deutschen Kaderspielern der einzige ist, der in den letzten Partien zum Einsatz gekommen ist. Stürmer Samed Yesil, Mittelfeldspieler Clemens Fandrich und der verletzte Aufbauer Nico Brandenburger stehen derzeit nicht auf dem Feld. Als Ehrenretter für die eher enttäuschenden Landsleute aus dem Weltmeisterland sieht er sich nicht. «Ich spiele nicht für die Deutschen, für mich ist die Nationalität im multikulturellen Fussball kein Thema» – das nächste Spiel dagegen schon. «Mit Basel haben wir ein Riesenbrett vor der Brust.» Schachten spürt, dass die ganze Mannschaft dem nächsten Sonntag (13.45) im St.-Jakob-Park entgegenfiebert: «Ich habe das Gefühl, dass alle auf das Spiel gegen Basel fokussiert sind.»

Luzerns Dario Lezcano (rechts) gegen Thuns Andreas Wittwer (Bild: Philipp Schmidli)Luzerns Dario Lezcano (rechts) gegen Thuns Andreas Wittwer (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Sebastian Schachten (rechts) bejubelt das 1:0. (Bild: Philipp Schmidli)Luzerns Sebastian Schachten (rechts) bejubelt das 1:0. (Bild: Philipp Schmidli)
Die Luzerner Spieler jubeln nach dem Schlusspiff mit den Fans. (Bild: Keystone / Dominik Baur)Die Luzerner Spieler jubeln nach dem Schlusspiff mit den Fans. (Bild: Keystone / Dominik Baur)
Luzerns Remo Freuler (links) gegen Thuns Thomas Reinmann (Bild: Philipp Schmidli)Luzerns Remo Freuler (links) gegen Thuns Thomas Reinmann (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Dario Lezcano (links) gegen Thuns Fulvio Sulmoni. (Bild: Philipp Schmidli)Luzerns Dario Lezcano (links) gegen Thuns Fulvio Sulmoni. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Dario Lezcano (links) scheitert an Thuns Guillaume Faivre (Bild: Philipp Schmidli)Luzerns Dario Lezcano (links) scheitert an Thuns Guillaume Faivre (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Sebastian Schachten (links) erzielt das 1:0. (Bild: Philipp Schmidli)Luzerns Sebastian Schachten (links) erzielt das 1:0. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Kaja Rogulj beim Torschuss. (Bild: Philipp Schmidli)Luzerns Kaja Rogulj beim Torschuss. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Marco Schneuwly (links) gegen Thuns Fulvio Sulmoni (Bild: Philipp Schmidli)Luzerns Marco Schneuwly (links) gegen Thuns Fulvio Sulmoni (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Kaja Rogulj (oben) gegen Thuns Roman Buess. (Bild: Philipp Schmidli)Luzerns Kaja Rogulj (oben) gegen Thuns Roman Buess. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Dario Lezcano (rechts) gegen Thuns Sven Joss. (Bild: Philipp Schmidli)Luzerns Dario Lezcano (rechts) gegen Thuns Sven Joss. (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Dario Lezcano (links) gegen Thuns Fulvio Sulmoni (Bild: Philipp Schmidli)Luzerns Dario Lezcano (links) gegen Thuns Fulvio Sulmoni (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Marco Schneuwly (links) gegen Thuns Andreas Wittwer (Bild: Philipp Schmidli)Luzerns Marco Schneuwly (links) gegen Thuns Andreas Wittwer (Bild: Philipp Schmidli)
Luzerns Dario Lezcano (rechts) enteilt Thuns Andreas Wittwer (Bild: Keystone / Dominik Baur)Luzerns Dario Lezcano (rechts) enteilt Thuns Andreas Wittwer (Bild: Keystone / Dominik Baur)
Jubel der Luzerner Spieler nach dem 1:0. (Bild: Keystone / Dominik Baur)Jubel der Luzerner Spieler nach dem 1:0. (Bild: Keystone / Dominik Baur)
Luzerns Marco Schneuwly wird gebremst. (Bild: Keystone / Dominik Baur)Luzerns Marco Schneuwly wird gebremst. (Bild: Keystone / Dominik Baur)
Tomislav Puljic motiviert seine Mitspieler. (Bild: Keystone / Dominik Baur)Tomislav Puljic motiviert seine Mitspieler. (Bild: Keystone / Dominik Baur)
Choreo der Luzerner Fans. (Bild: Keystone / Dominik Baur)Choreo der Luzerner Fans. (Bild: Keystone / Dominik Baur)
FCL-Trainer Markus Babbel hat an der Seitenlinie Freude nach einer Aktion (Bild: Keystone / Dominik Baur)FCL-Trainer Markus Babbel hat an der Seitenlinie Freude nach einer Aktion (Bild: Keystone / Dominik Baur)
Die Luzerner Ersatzspieler sind warm eingepackt. (Bild: Keystone / Dominik Baur)Die Luzerner Ersatzspieler sind warm eingepackt. (Bild: Keystone / Dominik Baur)
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FC Luzern - FC Thun 1:0

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