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FUSSBALL: Vrabec: Wiedersehen mit Babbel

Kaum ist Roland Vrabec zurück in der Super League, trifft er heute (13.45 Uhr) mit Vaduz auf Luzern: Auf den ehemaligen FCL-Co-Trainer wartet eine brisante Heim-Premiere.
Daniel Wyrsch, Vaduz
Seit dem 22. März neuer Trainer in Vaduz: Roland Vrabec. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Vaduz, 22. März 2017))

Seit dem 22. März neuer Trainer in Vaduz: Roland Vrabec. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Vaduz, 22. März 2017))

Daniel Wyrsch, Vaduz

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Roland Vrabec (43) hat das Training mit dem FC Vaduz beendet. Nun sitzt er in aufgeräumter Stimmung im Klubrestaurant mit Panoramablick auf den von der Sonne bestrahlten Rasen des Rheinparkstadions. Der Deutsch-Kroate stellt fest: «Ich muss ­meine Arbeit gut gemacht haben, dass sie mich im Schweizer Fussball zurückhaben wollten.»

Vrabec hat in Luzern einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Die Spieler schwärmen von den abwechslungsreichen, fordernden Trainings und seinem taktischen Spielverständnis. Jérôme Thiesson (29) meinte vor seinem Wechsel zum MLS-Klub Minnesota United: «Roland machte bei uns einen Spitzenjob.» Vrabec hat bei den FCL-Profis einen hervorragenden Ruf genossen. Nicht zuletzt deren Referenzen haben ihm das Engagement als Cheftrainer in Vaduz und damit die schnelle Rückkehr in die Schweizer Elite ermöglicht.

Die Fragen zur FCL-Intrige

Sein Abgang in Luzern am 22. Februar 2016 nach 13 Monaten und 16 Tagen der Zusammenarbeit sorgte für viel Gesprächsstoff. Er werde von den Liechtensteiner Medien permanent darauf angesprochen, was für eine Intrige damals beim FCL abgelaufen sei, erzählt Vrabec. Der Vaduz-Coach will die Ereignisse nicht kommentieren: «Ich erlebte in Luzern eine gute Zeit, lernte nette Menschen und super Spieler kennen. Das ist ein attraktiver Schweizer Klub, in dem in den letzten zwei Jahren gute Arbeit geleistet worden ist.»

Der Chronist erinnert sich, dass Roland Vrabec am 6. Januar 2015 auf Wunsch von Cheftrainer Markus Babbel zum FCL gestossen war. Die beiden kannten sich von der Trainerausbildung in Deutschland, Vrabec war kurz nach seiner ersten Stelle als Chefcoach in Hamburg bei St. Pauli (2. Bundesliga) frei. Unter dem Duo Babbel/Vrabec kam Luzern endlich in die Gänge, verliess schnell den letzten Platz und wurde am Ende Fünfter. 34 Punkte aus 18 Spielen sind bis heute FCL-­Rekord aus einer Halbsaison.

Bis zur Winterpause der folgenden Saison spielte das Team mit den Leistungsträgern Zibung, Puljic, Freuler, Lezcano, Jantscher und Marco Schneuwly erfolgreich, belegte Platz 4 und hatte den Cup-Halbfinal zu Hause gegen Lugano vor der Brust. Der damalige Sportchef Rolf Fringer heckte vor Weihnachten per Ende jener Saison 2015/16 einen Plan aus: Der aus seiner Sicht ungenügende Cheftrainer Babbel sollte ersetzt werden. Entweder durch Vrabec oder Uli Forte, aktuell Trainer des FC Zürich.

Der damalige FCL-Präsident Ruedi Stäger setzte sich für seinen Freund Babbel ein. Marco Sieber, der Delegierte des Verwaltungsrats, spielte das Zünglein an der Waage: Er unterstützte das Duo Stäger/Babbel, ­Fringer musste gehen. Vrabec erklärte Sieber nach drei Nieder­lagen zum Start der Rückrunde, dass er bezüglich Babbel gleicher Meinung wie Fringer sei. Damit war auch er den Job los. Der FCL verlor anschliessend weitere drei Partien in Serie inklusive den Cup-Halbfinal gegen Lugano. Für Vrabec kam Patrick Rahmen als Co-Trainer. Babbel nannte am Ende der Saison, die der FCL erfolgreich als Dritter beendete, die Insolvenz des FC Biel und die damit mögliche Verpflichtung von Rahmen als «Glücksfall für uns».

Vrabec übernahm zu Beginn der laufenden Saison seinen Heimatverein FSV Frankfurt, der aus der 2. Bundesliga abgestiegen war. «Wir waren nicht bereit für die 3. Liga. Die Vorbereitung begannen wir mit sieben Spielern, darunter waren drei Torhüter.» Er findet, dass der FSV Frankfurt unter den schwierigen Bedingungen viele Punkte geholt hat. Nachdem das Team zu Beginn der Rückrunde aber in eine Negativspirale geriet, forderte er die Verantwortlichen auf, ihn zu ersetzen. Am 6. März, seinem 43. Geburtstag, wurde Vrabec in Frankfurt entlassen.

Früh gesprochen mit Vaduz-Sportchef Haas

Nur 16 Tage später wurde er Cheftrainer in Vaduz. «Am 7. März wurde mein Vorgänger Giorgio Contini in Vaduz ent­lassen. Kurz darauf führte ich sehr gute Gespräche mit Sportchef Bernt Haas.» Es heisst, Raphael Wicky, Ludovic Magnin und FCL-Co-Trainer Rahmen sollen Vaduz abgesagt haben.

Viel Pech hatte Vrabec bei seinem Debüt mit Vaduz in Bern. In der Nachspielzeit machte YB aus einem 1:2-Rückstand einen 3:2-Sieg. Vor seiner Heimpremiere im beschaulichen Fürstentum ist der Ärger bei Vrabec verflogen. «YB war ein Bonusspiel, diese Punkte entscheiden nicht über Klassenerhalt oder Abstieg.» Die Ausgangslage fürs Spiel gegen Luzern sei offen. Der Torflaute beim FCL (seit 339 Minuten in Pflichtspielen ohne Treffer) traut Vrabec nicht: «Marco Schneuwly, Juric und Neumayr werden bald wieder treffen. Hoffentlich nicht schon gegen uns.»

Vrabec sieht intakte Chancen, dass Vaduz dem Abstieg ein drittes Mal entgeht. «Unser Vorteil ist die Ruhe im Verein, der Druck bei GC dürfte deutlich grösser sein.» Er setzt auf ein intensives Pressing, wofür sich die Mannschaft läuferisch in den nächsten drei Wochen für die entscheidende Phase im Abstiegskampf steigern müsse. «Klarstellen möchte ich, dass Giorgio Contini hier grossartige Arbeit geleistet hat. Er liess einen anderen Stil spielen.»

Wie wird Vrabec heute Babbel, zu dem er seit der gemeinsamen Luzern-Zeit keinen Kontakt mehr pflegt, begrüssen? «Mit einem kurzen Handshaking», sagt der Vaduz-Trainer. FCL-Coach Babbel tut das Gleiche: «Ich bin ein höflicher Mensch.»

Eine Atmosphäre wie im Kalten Krieg ist also zwischen Babbel und Vrabec zu erwarten. Umso mehr sollten die Spieler auf dem Platz für heisse Szenen sorgen. Für Luzern geht es nach zuletzt sechs sieglosen Ligapartien mit lediglich vier Unentschieden sowie dem verpassten Cupfinal-Einzug von Sion um Wiedergutmachung in der Super League.

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