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FUSSBALL: Was der neue FCL-Coach Gerardo Seoane von seinen Spielern erwartet

Seit knapp zwei Wochen trainiert Gerardo Seoane die FCL-Profis. Im Interview spricht er über Veränderungen seit seinem Amtsantritt und erklärt, auf welche Art er trainieren und spielen lässt.
Daniel Wyrsch, Marbella
Gerardo Seoane (im schwarzen Trainingsanzug) kontrolliert die Übungen der Spieler. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (La Cala de Mijas, 12. Januar 2018))

Gerardo Seoane (im schwarzen Trainingsanzug) kontrolliert die Übungen der Spieler. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (La Cala de Mijas, 12. Januar 2018))

Interview: Daniel Wyrsch, Marbella

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Gerardo Seoane, zwei Testspiele hat die Mannschaft in Marbella bisher bestritten. Nachdem bereits beim 1:2 gegen Feyenoord Rotterdam gute Ansätze erkennbar waren, hat sich das Team beim 1:1 gegen Shanghai Shenhua nochmals verbessert. Ist der FCL auf dem richtigen Weg?

Für einen Trainer ist wichtig, dass eine positive Entwicklung sichtbar ist. Allerdings wird die Kurve nicht immer steil nach oben zeigen, es wird auch Stagnation und Rückschritt geben, das ist ein Prozess. Aber ich bin zufrieden, wie sich die Spieler eingesetzt haben, wie sie an ihre Grenzen gegangen sind trotz diese anstrengenden Einheiten in den letzten zwei Wochen. Vor allem defensiv haben wir Fortschritte erzielt.

Nicht einmal 14 Tage führen Sie dieses Team nun. Ist in dieser kurzen Zeitspanne schon viel passiert?

Vor allem bin ich sehr positiv gestimmt, wie die Mannschaft mitzieht, wie die Spieler versuchen, Verantwortung zu übernehmen und sich zu entwickeln. Für mich als Trainer ist es sehr angenehm und schön, mit einem solchen Team zusammenzuarbeiten. Ich glaube, bei den Spielern ist über die Festtage etwas passiert. Natürlich kommt die Rückkehr des einen oder anderen Führungsspielers dazu. Und die jungen Spieler haben einen nächsten Schritt in ihrer Entwicklung gemacht. Es herrscht ein guter ­Drive in der Gruppe, im Moment macht es Spass.

Sie sprachen die Rückkehr von Führungsspielern an wie das Comeback von Christian Schwegler nach fast drei Monaten Verletzungszeit. Was bedeutet so ein Routinier für das Team auf und neben dem Platz?

Er tut dem Team auf jeden Fall gut. Ich habe viele Gespräche mit den Spielern geführt, mir ist wichtig, dass die Profis Verantwortung übernehmen und ihre Meinung einbringen können. Klar gibt der Trainer die Marschrichtung vor, aber ich finde es wichtig, dass die Spieler klar verstehen, was der Trainer will, und dass es Diskussion und Entwicklung innerhalb des Teams gibt. Schliesslich stehen die Spieler auf dem Platz. Sie müssen die richtigen Entscheidungen treffen und lernen, das Spiel zu spüren und aufeinander zu hören. Fussball ist ein Spielerspiel und nicht ein Trainerspiel. Klar ist, dass es eine Hierarchie geben muss und der eine oder andere mehr Verantwortung übernehmen muss – je nach Erfahrung und Position.

In der Mannschaft gibt es eine französisch sprechende Gruppe, Juric unterhält sich hier nur in Englisch, der Nordkoreaner Jong wirkt durch die sprachliche Barriere immer noch isoliert. Wie steht es um den Zusammenhalt, den Kitt im Team?

Wenn Sie bei einem Testmatch die Gelegenheit haben, in der Nähe der Bank zu sein, dann sehen Sie, wie die Spieler von draussen die anderen auf dem Platz anfeuern, aufmuntern und wie sie auch versuchen, Jong zu unterstützen. Ich muss sagen, da wächst etwas zusammen in dieser Mannschaft. Ich finde, wir haben einen unglaublichen Kitt. Spieler, die neu zu uns kommen, sind relativ schnell integriert. Ehrlich gesagt ist das nicht erst seit heute so, das ist schon seit langem der Fall. Sicher die letzten zwei, drei Jahre, in denen ich mit Markus Babbel zusammenarbeitete.

Auf der anderen Seite ist besonders gegen Shanghai Shenhua aufgefallen, dass Ihre Leute auch austeilen und aggressiv sein können. In diesem Testmatch war ungewohnt viel Aggressivität drin.

In meinen Augen war das im normalen Rahmen. Eines unserer Ziele ist, immer Druck auf den ballführenden Gegner zu machen, Fouls gehören dazu. Sicher gab es Verständigungsprobleme mit drei Sprachen auf dem Platz: ein spanischer Schiedsrichter, dann die Chinesen und wir. Diese Konstellation führte zur einen oder anderen Diskussion, die kein Ende gefunden hat, weil sich die Leute nicht verstanden (schmunzelt).

Erwarten Sie von Ihrer Mannschaft im bevorstehenden Abstiegskampf genauso aggressive Auftritte?

Aggressivität darf man nicht mit dummen Fouls verwechseln. Aggressivität bedeutet Druck auf den Ball, aufsässig sein. Das waren wir gegen Schanghai. Wir standen kompakt, verteidigten zusammen, und das ist im Fussball schon einiges wert. Wenn wir weiterhin mit dieser Geschlossenheit auftreten, dann sind wir auf einem guten Weg. Dazu hatten wir gegen die Chinesen auch offensiv gute Szenen; positive Aktionen im Ballbesitz und auch einige gute Konterchancen.

Wo legen Sie das Haupt­gewicht in den letzten zwei Wochen bis zum Rückrundenstart gegen Lausanne am Samstag, 3. Februar?

Wir wollen Aggressivität und gesunde Härte auch im Training haben. Die Spieler sollen sich gegenseitig pushen, da kann es auch kurz mal Feuer untereinander geben. Genau das ist die Schwierigkeit im Teamsport, wenn man gegeneinander trainiert, sich pusht – und gleichzeitig muss man zusammenbleiben. Meine Idee ist, dass wir nur durch das Simulieren von wettkampfähnlichen Bedingungen am Spieltag nicht überrascht werden.

Was möchten Sie unbedingt verändern?

Für mich ist es schwierig zu sagen, was ich anders machen möchte, weil ich bei den Trainings meiner Vorgänger nicht dabei war und die Inhalte nicht kenne. Jeder Trainer hat seine Gewürze.

Verwenden Sie eher scharfe spanische Gewürze?

Das können Sie besser beurteilen, Sie sehen die Trainings. Sicher bin ich ein Fan von Trainings, in denen Pfeffer drin ist. Die Einheiten sollen auch Spass machen, dass auf dem Platz etwas abgeht. Eine hohe Intensität soll herrschen. Wenn wir das schaffen, dass die Spieler Freude und gleichzeitig Leidenschaft haben, dann haben wir die richtige Mischung gefunden.

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