FUSSBALL: Weitere Enttäuschung zu Hause

Die Luzerner können sich gegen ein clever agierendes Vaduz nicht durchsetzen. Weil der FCL zu ungenau spielt, bleibt er oft hängen. Die Partie endet 1:1.

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Luzerns François Affolter (am Boden) verteidigt gegen den Vaduzer Spielmacher Markus Neumayr. (Bild: EQ/Marc Schumacher)

Luzerns François Affolter (am Boden) verteidigt gegen den Vaduzer Spielmacher Markus Neumayr. (Bild: EQ/Marc Schumacher)

Claudio Lustenberger von Luzern, Mitte, Philipp Muntwiler von Vaduz, rechts, und Diego Ciccone von Vaduz, links, kämpfen um den Ball beim Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Luzern und dem FC Vaduz am Samstag in der Swissporarena in Luzern. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)
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Marco Schneuwly von Luzern, Mitte, in Aktion beim Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Luzern und dem FC Vaduz am Samstag in der Swissporarena in Luzern. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)
Der Vaduzer Albion Avdijai, links, und Remo Freuler von Luzern, rechts, kämpfen um den Ball beim Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Luzern und dem FC Vaduz am Samstag in der Swissporarena in Luzern. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)
Markus Babbel, Trainer FC Luzern, beim Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Luzern und dem FC Vaduz am Samstag in der Swissporarena in Luzern. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)
Die Vaduzer Simone Grippo, links, und Philipp Muntwiler, Mitte, und Jakob Jantscher von Luzern, rechts, kämpfen um den Ball beim Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Luzern und dem FC Vaduz am Samstag in der Swissporarena in Luzern. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)
Philipp Muntwiler von Vaduz, links, und Marco Schneuwly von Luzern, rechts, kämpfen um den Ball beim Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Luzern und dem FC Vaduz in der Swissporarena in Luzern. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)

Claudio Lustenberger von Luzern, Mitte, Philipp Muntwiler von Vaduz, rechts, und Diego Ciccone von Vaduz, links, kämpfen um den Ball beim Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Luzern und dem FC Vaduz am Samstag in der Swissporarena in Luzern. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)

Der eingewechselte Vaduzer Stjepan Kukuruzovic kommt in der 87. Minute an den Ball, mit einer Körpertäuschung lässt er Tomislav Puljic ins Leere laufen und schiesst aus 20 Metern zum 1:1-Schlussresultat ein. Für die Luzerner ein Déjà-vu-Erlebnis. Mittelfeldspieler Remo Freuler erinnerte sich an den späten Ausgleich von Lugano im letzten FCL-Heimspiel: «Schon wieder haben wir am Schluss das Spiel aus den Händen gegeben. Das tut weh und ist ärgerlich.» Aus dem Mund von Luzerns Trainer Markus Babbel tönte es ähnlich, konsterniert stellte er in der Medienkonferenz nach dem Match fest, dass seine Mannschaft aus dem 1:0-Vorsprung zu wenig machte. «Fussballerisch haben wir keine Lösung mehr gefunden. Die langen Bälle waren ein gefundenes Fressen für die Vaduzer, postwendend kamen die Angriffe in Richtung unseres Tores zurück.»

Nur ein gelungener Tempoangriff

Tatsächlich fand der FCL kein probates Mittel, um gegen die kompakt stehenden Liechtensteiner das eigene Spiel durchzubringen. Die einzige Ausnahme war ein schnell vorgetragener Angriff in der 63. Minute: Linksverteidiger Claudio Lustenberger passte steil auf Stürmer Samed Yesil, worauf sich der Deutsch-Türke von der Flügelposition bis vors Tor durchspielte und optimal für Marco Schneuwly auflegte. Das 1:0 des nunmehr fünffachen Torschützen Schneuwly entsprach allerdings nicht den gezeigten Leistungen der beiden Mannschaften. An der Seitenlinie hatte sich Vaduz-Trainer Giorgio Contini schon gefragt, ob es für sein Team wie in den letzten drei Direktbegegnungen zu einer erneuten unglücklichen Niederlage gegen den FCL kommt. Contini später: «Ich bin sehr glücklich und froh für meine Spieler, dass sie sich diesmal mit dem Punktgewinn doch noch für ihre grosse Willensleistung belohnten.»

Die Liechtensteiner verdienten sich das Unentschieden allemal. In der ersten Halbzeit waren sie sogar das gefährlichere Team. Vaduz-Captain Markus Neumayr hatte in der 16. Minute Pech mit einem Lattenschuss, Simone Grippo köpfelte in der 27. Minute eine Freistossflanke von Neumayr freistehend auf FCL-Goalie David Zibung.

Babbel fordert mehr Geduld

Für die über weite Strecken zu ungenau spielenden Luzerner ist nicht nur die gestrige Partie eine Enttäuschung. Überhaupt ist die Heimbilanz in dieser Saison schwach. Aus sieben Partien resultierte nur ein einziger Heimsieg gegen den FC Zürich (1:0). Dazu kommen die Unentschieden gegen Sion (2:2), GC (3:3), Lugano (2:2) und nun Vaduz. Verloren gingen vor eigenem Publikum die Spiele gegen Basel (1:3) und St. Gallen (0:1). Für Babbel zählen nicht allein die sieben Punkte in der Swissporarena, sondern die insgesamt 20 Punkte auf dem Konto. Er appelliert an das Umfeld, Ruhe zu bewahren. «Wir dürfen nicht vergessen, in welcher misslichen Lage wir uns vor einem Jahr am Tabellenende befanden. Jetzt stehen wir immer noch auf Platz 4.» Spielerisch befinde sich seine Mannschaft in einem Prozess, der noch länger dauern würde. Er fordert mehr Geduld – ihn störe sehr, dass einzelne seiner Spieler noch während des Spiels von den Zuschauern kritisiert worden seien.

FC Luzern - FC Vaduz 1:1 (0:0)

10 750 Zuschauer. – SR Jaccottet.

Tore: 63. Marco Schneuwly (Yesil) 1:0. 87. Kukuruzovic 1:1.

Luzern: Zibung; Thiesson, Affolter, Puljic, Lustenberger; Arnold; Fandrich (69. Haas), Jantscher, Freuler; Marco Schneuwly, Yesil (76. Hyka).

Vaduz: Jehle; Grippo, Kaufmann (82. Kamber), Bühler; Untersee, Muntwiler (80. Kukuruzovic), Ciccone, Borgmann; Neumayr; Avdijaj, Caballero (69. Burgmeier).

Bemerkungen: Luzern ohne Lezcano (gesperrt) sowie Sarr und Brandenburger (beide verletzt), Vaduz ohne Sutter, Schürpf, Hasler, Klaus, Fekete und Messaoud (alle verletzt) sowie Costanzo (krank). 16. Lattenschuss von Neumayer. Verwarnungen: 31. Arnold (Foul). 48. Muntwiler (Foul). 66. Caballero (Foul). 74. Freuler (Foul). 75. Neumayr (Foul). 80. Kaufmann (Foul).

Daniel Wyrsch