FUSSBALL: Wenn Babbel will, bleibt Winter

Morgen ist das erste FCL-Training im neuen Jahr. Mit dabei ist Rückkehrer Tomislav Puljic. Im Fall von Cristian Ianu steht eine Einigung noch aus. Mit Adrian Winter muss der Trainer noch reden.

Daniel Wyrsch
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Beim Debüt von Markus Babbel als FCL-Trainer am 19. Oktober (0:0 gegen Vaduz) gehörte Adrian Winter noch zur Stammformation - dann fiel der Flügel in Ungnade. (Bild: Philipp Schmidli)

Beim Debüt von Markus Babbel als FCL-Trainer am 19. Oktober (0:0 gegen Vaduz) gehörte Adrian Winter noch zur Stammformation - dann fiel der Flügel in Ungnade. (Bild: Philipp Schmidli)

Daniel Wyrsch

Für die Profis, Trainer und den Staff des FC Luzern startet am Montag nach vier Wochen Ferien die Vorbereitung für die zweite Saisonhälfte. Zuvor wird um 10 Uhr Präsident Ruedi Stäger (57) das Wort ergreifen. Stäger spricht von einem «Grosskampftag», schliesslich fängt mit dem ersten Training der unmittelbare Kampf gegen den Abstieg an. Er wird anschliessend der Mannschaft den neuen Sportchef Rolf Fringer (57) vorstellen. Der ehemalige FCL-Trainer kehrt nach dreieinhalb Jahren an die alte Wirkungsstätte zurück. Fringer spricht von einem «sehr schwierigen Unterfangen» und mahnt: «Wir müssen vom ersten Trainingstag bis zur letzten Minute des letzten Spiels Herzblut und Solidarität zeigen, um eine Chance auf den Ligaerhalt zu haben.» Er weiss, wovon er redet: Vor sechs Jahren hat er Luzern aus einer ähnlich misslichen Lage gerettet.

Positives Signal von Winter

Für den Nachfolger des erfolglosen Alex Frei (35) ist klar: «Die Rückrunde wird schwieriger als die Vorrunde.» Der FCL muss in einem Monat beim Heimspiel gegen YB (7. Februar) hellwach sein, um für Punktezuwachs zu sorgen. «Dafür müssen die Karten in der Mannschaft unbedingt neu gemischt werden.»

So soll auch Adrian Winter (28) eine neue Chance bekommen. Fringer hatte den Rechtsaussen vor vier Jahren von St. Gallen losgeeist, im darauffolgenden Sommer beim Jobantritt Winters war er allerdings nicht mehr FCL-Trainer. «Wenn Winter zu seiner gewohnten Form zurückfindet, kann er mit seinem Kampfgeist die anderen im Team mitreissen und zu einem Trumpf im Abstiegskampf werden.»

Fringer ist über die Zeit des Jahreswechsels mit Winter zusammengesessen. Er weiss um die Probleme zwischen dem Spieler und Cheftrainer Markus Babbel (42). Die letzten vier Partien der Vorrunde gehörte Winter nicht einmal mehr zum Aufgebot, Babbel warf ihm mangelnden Trainingsfleiss vor. Zwischen den beiden wird es ein Gespräch geben. «Sie müssen sich finden und der Trainer entscheiden, ob er auf den Spieler setzen will», so Fringer. Winters Vertrag läuft bis Ende Saison. Trotz Interesse von YB, St. Gallen und Sion hat der Thalwiler signalisiert, in Luzern bleiben zu wollen. Wäre Frei Sportchef geblieben, wäre Winter gegangen.

Fast 30 Spieler im ersten Training

Morgen werden zusammen mit Rückkehrer Tomislav Puljic (31) und den klubeigenen U-21-Spielern Nicolas Haas (18) und Omar Thali (19) fast 30 Profis zum Trainingsstart erscheinen. Babbel sagt: «Wir müssen das Kader reduzieren, das sind zu viele Spieler für die Einheiten.» Fringer teilt diese Meinung. Ein Abgang von Dario Lezcano (24) nach Südamerika steht im Raum, noch soll das Angebot aber zu tief sein. Für Andres Lamas (30) dürfte auch eine Lösung gefunden werden. Ergänzungsspieler wie Claudio Holenstein (24) und Sava Bento (24) könnten ausgeliehen werden.

Neben dem kopfballstarken Innenverteidiger Puljic wird es mit Mittelstürmer Cristian Ianu (31) wahrscheinlich einen zweiten prominenten Rückkehrer geben. Auch wenn die Transfersituation Ianus mit Lausanne-Sport derzeit ungeklärt ist, Lausannes Präsident Alain Joseph auf den Vertrag bis Ende Saison pocht oder eine stattliche Ablösesumme für den mit 13 Saisontoren besten Schützen der Challenge League bekommen möchte. Darum dürfte Ianu am Donnerstag mit Lausanne das Training aufnehmen.