FUSSBALL: Zibung auf dem Sprung zum neuen Vertrag

FCL-Goalie David Zibung ist heute (20.30/SRF 2) im Heimspiel gegen St. Gallen gierig auf drei Punkte. FCL-Trainer Markus Babbel betont: «Zibung ist sehr wichtig.»

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Wird ziemlich sicher auch nächste Saison für den FCL hechten: Stammtorhüter David Zibung. (Bild: Keystone)

Wird ziemlich sicher auch nächste Saison für den FCL hechten: Stammtorhüter David Zibung. (Bild: Keystone)

Daniel Wyrsch

David Zibung (31) hat sich auf eindrückliche Weise zur unumstrittenen Nummer 1 beim FC Luzern zurückgekämpft. «Es war mein Anspruch, wieder ein Rückhalt für die Mannschaft zu sein.» Nur 15 Mal musste er sich in 18 Rückrundenspielen der letzten Saison geschlagen geben er und die gesamte Luzerner Defensive schafften diesen Bestwert der Liga. Doch Zibung will sich nicht auf vergangenen Lorbeeren ausruhen. Die 13. Saison beim FCL «könnte meine beste werden», hatte er beim Eröffnungsfest zu den Fans gesagt.

Von diesem Ziel ist er nach vier Runden und sechs Gegentoren nicht abgewichen. Immer noch ärgert ihn, dass die grosse Chance, gegen den FC Basel mindestens einen Punkt zu holen, am letzten Samstag bei der 1:3-Heimniederlage ungenutzt blieb. Umso wichtiger ist für Zibung und das Team, heute gegen St. Gallen zu siegen. «Die Ostschweizer sind mit dem FCL von der Vereinsgrösse und dem Budget her auf Augenhöhe. Aber im eigenen Stadion müssen wir sie bezwingen.»

Kein Platz für Sentimentalitäten

Mit Alain Wiss (24) wird ein langjähriger Luzerner Teamkollege erstmals auf der Gegnerseite stehen. Zibung lässt keine Sentimentalitäten aufkommen: «Ich gebe Alain Wiss vor dem Spiel den vorgeschriebenen Handshake. Das ist alles. Nach dem Match werde ich hoffentlich als Sieger zu ihm gehen und mich mit ihm unterhalten können.» Der FCL-Goalie will nicht unfreundlich zu Wiss sein, es geht Zibung einzig darum, den Fokus auf den Match zu legen, mögliche ablenkende Gedanken dürfen erst gar nicht aufkommen.

Auch die monatelange Verletzung von Innenverteidiger Sally Sarr (siehe Artikel unten) ist für Zibung kein grosses Thema. «Es tut mir leid für Sally, aber es gab mal einen Trainer, der sagte, dass ausfallende Spieler durch andere ersetzt werden müssen. Punkt.» Für Zibung kommt deshalb zum richtigen Zeitpunkt Tomislav Puljic (32) von seiner Verletzungspause zurück. «Es passt, dass Tomi wieder fit ist. Aber auch der 20-jährige Yannick Schmid hat in den Testspielen bewiesen, dass er ein Versprechen für die Zukunft ist.» FCL-Trainer Markus Babbel hat sich noch nicht entschieden, ob er gegen St. Gallen auf Routinier Puljic oder auf Youngster Schmid setzt.

Die Signale von Babbel und Fringer

Auf der Torhüterposition herrscht, seit Babbel Mitte Oktober Trainer geworden ist, Klarheit: Zibung ist die Nummer 1. Vergessen sind die Patzer vor einem Jahr unter dem damaligen Trainer Carlos Bernegger. Bernegger hatte in den letzten zwei Spielen vor seiner Freistellung Lorenzo Bucchi ins Tor gestellt. Babbel vertraut Zibung: «Seit ich hier bin, hat Dave immer gut gehalten, er ist sehr wichtig für uns. Respekt, wie er sich, unterstützt von Torhütertrainer Daniel Böbner, aus dem Tief nach oben gearbeitet hat.»

Auf die Frage, ob er für eine Verlängerung des Ende Saison 2015/16 auslaufenden Vertrags von Zibung sei, antwortet Babbel: «Ich gehe davon aus, dass er im Minimum bis 2017 bleibt.»

Auch die Antwort von Sportchef Rolf Fringer zur selben Frage ist für den gebürtigen Hergiswiler Goalie positiv: «Zibung spielte eine hervorragende Rückrunde. Im Normalfall ist er auch in Zukunft ein sehr guter Goalie, der seinen Part als Führungsspieler erfüllt. So, wie es jetzt aussieht, werden wir die Option ziehen und mit ihm verlängern.» Fringer erklärt: «Wenn die Mannschaft funktioniert und im Verein gesunde Rahmenbedingungen herrschen, ist Dave immer ein zuverlässiger Torhüter gewesen.» Die Verhandlungen finden im Herbst statt.

Zibung konzentriert sich auf Spiele

Zibung selber beschäftigt sich in dieser frühen Phase der Meisterschaft nicht mit seiner Zukunftsplanung: «Wichtig ist, dass ich auch in dieser Saison in jedem Spiel ein Rückhalt für die Mannschaft bin.» Wenn die Leistungen konstant gut bleiben, sollte auch aus seiner Sicht einer Fortsetzung seiner Karriere in Luzern nichts im Wege stehen. Er könnte sogar noch lange im FCL-Tor stehen, denn es kommt vor, dass Goalies bis ins Alter von 38 Jahren und noch mehr spielen. Zibung (31) winkt ab und sagt: «Nein, so lange habe ich dann doch nicht vor, Profi zu bleiben.»