FUSSBALL: Zibungs Comeback beruhigt FCL

David Zibung (31) steht am Samstag (17.45) auswärts gegen den FC Zürich wieder im FCL-Tor. Er kehrt zurück aus einer Verletzungspause, die er gleich doppelt nutzen konnte.

Daniel Wyrsch
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Soll am Samstag für den FCL wieder die Bälle festhalten: David Zibung. (Bild: Keystone)

Soll am Samstag für den FCL wieder die Bälle festhalten: David Zibung. (Bild: Keystone)

David Zibung (31) gestern Vormittag im Training mit seinen Torhüterkollegen Lorenzo Bucchi (31) und Jonas Omlin (21). Goalietrainer Daniel Böbner schlägt Flanken. Abwechselnd fangen die drei FCL-Schlussmänner die hohen Bälle. Zibung beweist, dass er wieder fit ist. Er strahlt vor Freude, lässt es sich in der Rolle des störenden Angreifers nicht entgehen, eine flach geratene Flanke an Bucchi vorbei ins Tor zu lenken.

Seit Montag trainiert Zibung wieder mit der Mannschaft. Er sagt: «Bis jetzt ist es gut gegangen. Der echte Belastungstest folgt am Donnerstag.» Heute wird er erstmals lange Bälle schlagen, mit diesen hatte er seit Rückrundenbeginn Mühe. Das kraftvolle Schlagen verursachte starke Schmerzen im Oberschenkel. Schliesslich wurde vor dem letzten Match, dem Heimspiel gegen Basel, ein Muskelfaserriss diagnostiziert. Schweren Herzens musste Zibung nach 375 Pflichtspielen für den FCL erstmals aus Verletzungsgründen auf einen Einsatz verzichten. Sein Ersatz Omlin konnte seine Chance nicht nutzen, das erste Gegentor gegen den effizienten FC Basel musste er auf seine Kappe nehmen, und auch den Penalty, der zum 0:2 führte, verursachte der Obwaldner.

Babbel entgeht dem Dilemma

Zibung verteidigte nach der klaren 1:4-Niederlage seinen jungen Goaliekollegen. Fast zwei Wochen später steht Omlin nicht mehr im Fokus. Der seit zehn Jahren bis auf wenige Ausnahmen immer das FCL-Tor hütende Zibung ist zurück. Er ist zuversichtlich, den Belastungstest zu bestehen und am Samstag im Zürcher Letzigrund gegen den FCZ wieder Luzerns Schlussmann zu sein. Damit beruhigt er den ganzen FCL und dessen Cheftrainer Markus Babbel. Der Bayer kommt dank dem Comeback von Zibung um die delikate Aufgabe herum, sich erneut zwischen Nachwuchsmann Omlin und der vormaligen Nummer 2, Bucchi, entscheiden zu müssen.

Das Wichtigste: Mit Zibung kehrt Luzerns Rückhalt der ersten sechs Spieltage der Rückrunde zurück. Der FCL musste in diesen sechs Partien lediglich vier Gegentreffer hinnehmen. Gegen Basel kassierte er ohne ihn gleich viele Tore in einem einzigen Match. Zibung will die Gegentore gegen den Leader und Serienmeister allerdings nicht überbewerten: «Sie entstanden aus einem Freistoss, einem Penalty, das dritte Tor spielte der FCB schön heraus, und den vierten Gegentreffer bekamen wir, weil wir hinten öffneten. Solche Spiele gehören im Fussball dazu, man darf sie nicht dramatisieren. Unsere Defensivleistung funktionierte auch gegen Basel – während der ersten 45 Minuten waren wir gleichwertig. Es wäre schlimmer gewesen, wenn wir nichts getan und nur 1:2 verloren hätten.» Die 14-tägige Verletzungspause nutzte Zibung übrigens, um im Kraftraum zu arbeiten; auf dem Velo, auf dem Laufband und mit den Geräten vor allem für den Oberkörper. «Ich trainierte alles, was der Muskelfaserriss im Oberschenkel zugelassen hat. Dazu stand täglich Physiotherapie auf meinem Programm.»

Papa Zibung schläft weiterhin durch

Kurz vor der Rückkehr auf den Platz konnte Zibung das Break auch für einen bedeutenden privaten Termin nutzen: Er ist am letzten Freitag erstmals Vater geworden, Lebenspartnerin Joana gebar Tochter Jamila. «Die Geburt war emotional, ein extrem schönes Erlebnis.» Seit Montag ist Jamila zu Hause in Schenkon. Kein Grund für Papa Zibung, nachts auf den notwendigen Schlaf zu verzichten. Alles ist dafür eingerichtet, dafür hilft er der Freundin nachmittags bei der Betreuung der Tochter.

Das freudige Ereignis soll dem Hergiswiler helfen, die schwierige Situation des FCL im Abstiegskampf besser zu bestehen. Zibung bestätigt eine generell hohe Trainingsintensität während der Länderspielpause. Diese hätten sie zu einer «kleinen» Vorbereitung auf die letzten elf Spiele genutzt. «Wir arbeiteten besonders intensiv, weil die klare Niederlage gegen den FCB in den Köpfen ist.»

Rippenbruch bei Thiesson

Luzern muss auf Jérôme Thiesson (27) verzichten. Der Verteidiger fällt mit einem Rippenbruch aus. Ob Luzern bei Lieblingsgegner Zürich, gegen den es letzte Saison vier Siege und in dieser Saison einen Auswärtssieg (3:2) sowie zu Hause ein Remis (1:1) gab, erfolgreich ist? Zibung: «Das ist schwer vorauszusagen, denn in dieser Liga kann jeder jeden schlagen. Von der Bilanz gegen den FCZ kann man sich nichts kaufen, aber natürlich wollen wir Zählbares aus dem Letzigrund heimnehmen. Am liebsten drei Punkte.»