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FUSSBALL: Zuger Verband kündet Zusammenarbeit mit FC Luzern

Dicke Post für den FC Luzern: Zug 94 will im Nachwuchsbereich neu lieber mit den Grasshoppers zusammenarbeiten. Grosse Talente aus dem Kanton Zug könnten so dem FCL in Zukunft verloren gehen. Das letzte Wort hat der Verband.
Raphael Gutzwiller
Der Luzerner Silvan Sidler, links, im Spiel gegen den St. Galler Nassim Ben Khalifa, rechts, beim Super League Meisterschaftsspiel zwischen dem FC Luzern und dem FC St. Gallen am Sonntag, 5. November 2017, in der Swissporarena in Luzern. (KEYSTONE/Alexandra Wey) (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Luzern, 5. November 2017))

Der Luzerner Silvan Sidler, links, im Spiel gegen den St. Galler Nassim Ben Khalifa, rechts, beim Super League Meisterschaftsspiel zwischen dem FC Luzern und dem FC St. Gallen am Sonntag, 5. November 2017, in der Swissporarena in Luzern. (KEYSTONE/Alexandra Wey) (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Luzern, 5. November 2017))

Raphael Gutzwiller

raphael.gutzwiller@luzernerzeitung.ch

Aussenverteidiger Silvan Sidler (19) und Torhüter Simon Enzler (20) gelten als grosse Talente im Kader des FC Luzern. Beide stammen aus dem Kanton Zug, durchliefen aber den logischen Weg der Talente in der Innerschweiz. Dank intensiver Zusammenarbeit mit den Partnervereinen Zug 94 und dem SC Kriens gelangt der FCL an die grössten Talente (siehe Box).

Doch damit soll in Zug ab der neuen Saison Schluss sein. Wie Recherchen zeigen, will Zug 94 neu mit den Grasshoppers aus Zürich zusammenarbeiten. Präsident Beat Knoblauch begründet auf Anfrage: «Für uns hat es in den letzten Jahren schon nicht mehr ganz gepasst mit dem FC Luzern. Wir erhoffen uns von einer Zusammenarbeit mit GC grössere Chancen für die eigenen Talente und eine bessere Entwicklung des Zuger Fussballs.»

Zug 94 will eigene U16

Es seien keine persönlichen Gründe, die zum Umdenken führen, sagt Knoblauch. «Wir sehen auf strategischer Ebene mit dem FCL keine Entwicklung mehr.» Die Zuger hätten sich als gleichwertiger Partner nicht ernst genommen gefühlt. Man habe mehrmals das Gespräch mit dem FCL gesucht. Konkret sei einer der Gründe, dass das «Team Zugerland», das Zug 94 angehört und von den Zuger Vereinen getragen wird, eine eigene U16-Auswahl erhalten wollte.

Es ist kein Geheimnis, dass der Erstligist Zug 94 seit Jahren von der Challenge League träumt. Erhofft sich der Verein von einem Wechsel Erfolge im Aktivfussball? «Nein, auch die Grasshoppers sind kein Heilsbringer. Wir müssen unsere Arbeit immer noch selber machen.»

FC Luzern auf dem linken Fuss erwischt

FCL-Nachwuchschef Genesio Colatrella ist von den Wechselabsichten der Zuger überrascht. «Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt», sagte er. «Der Zuger Fussballverband hatte bereits entschieden, dass er zu GC wechseln will, bevor wir überhaupt davon erfahren haben.» Er habe von einem Zuger Verein, der gegen die Änderung war, die Information erhalten. Colatrella verweist darauf, dass man in einer Partnerschaft doch davon ausgehen könne, «dass Probleme angesprochen werden, bevor man sich hinter dem Rücken einen neuen Partner sucht».

Die Pläne, die Zug 94 mit GC vorhat, kann Colatrella nicht nachvollziehen. «Die Grasshoppers haben mit Rapperswil-Jona und Schaffhausen bereits Partnerschaften mit zwei Vereinen in der Challenge League. Da kann ich mir nicht vorstellen, dass Zug 94 als Partner mehr Gewicht erhält, als das bei uns der Fall war.» Für eine eigene U16 etwa müssten einige Kriterien erfüllt sein. «Dafür braucht es eine gewisse Masse an Spielern und eine gewisse Qualität. Das Einzugsgebiet in Zug ist für eine U16 zu klein. Daran ändert sich auch nichts, nur weil man den Partnerverein wechselt», so Colatrella. «Wenn man bedenkt, dass am letzten Samstag die U15 von Zug gegen Rapperswil gleich mit 0:10 verlor, zeigt es eindrücklich, dass in Zug noch Qualität fehlt. Wenn es um die Standorte für die U16 geht, hat Zug auch in der neuen Partnerschaft schlechte Karten.»

Für den FCL ist unbestritten, dass die Partnerschaft, die seit rund zehn Jahren besteht, erfolgreich ist. «Das belegen einige Zahlen deutlich», so Colatrella. Der SC Kriens habe im Kader der ersten Mannschaft aktuell dreizehn Spieler, Zug 94 zwölf Spieler und Cham sieben Spieler aus der Partnerschaft. «Diese Quote zeigt, dass die Zusammenarbeit allen Vereinen etwas nützt.»

Der Entscheid der Zuger sei ein politischer, ist man beim FCL überzeugt. GC-Präsident Stephan Anliker sitzt im Verwaltungsrat von Zug 94, selbiges gilt für Bruno Benaglio, Vater von Ex-Nationaltorhüter Diego. «Es sollte nicht um solche Dinge gehen, sondern um die beste Entwicklung für die Junioren», findet Colatrella. «Wir haben heute alles so aufgegleist, dass die Talente möglichst kurze Wege zu Schule und Wohnort haben. Wenn ein Zuger nach Niederhasli zum GC-Campus muss, hat er mit dem Zug über eine Stunde.»

Für Colatrella ist klar, dass zwar andere Zuger Vereine ebenfalls für die neue Zusammenarbeit mit GC gestimmt hätten, aber: «Das Entscheidende war, dass Zug 94 gedroht hat, man würde das Team Zugerland nicht mehr betreiben.»

Helfen die Verbände dem FC Luzern?

Für Colatrella wäre ein Ende der Zuger Zusammenarbeit eine «Tragödie». Grosse Talente aus der Innerschweiz könnten automatisch für die Hoppers auflaufen. Colatrella: «Es würde einen grossen Rückschritt bedeuten.» Er erhofft sich nun Unterstützung durch die Verbände. «Der Schweizerische Fussballverband hat die Gebiete klar definiert. Wenn jetzt plötzlich GC einen Partnerverein in der Zentralschweiz erhält, würde das die Öffnung des Marktes bedeuten.» Der FCL würde seine Fühler ebenfalls in andere Gebiete ausstrecken können, etwa in den Aargau. «Ich glaube kaum, dass dies im Interesse des Schweizer Fussballs ist.»

Auch Urs Dickerhof, Präsident des Innerschweizer Fussballverbandes (IFV), hält wenig von den Plänen der Zuger. «Ich glaube, sie sind sich nicht bewusst, welche Konsequenzen der Wechsel hätte. Man müsste die Frage stellen, ob es Sinn macht, wenn die Zuger im IFV bleiben oder ob sie in den Zürcherischen Fussballverband wechseln», so Dickerhof. «Unser Flaggschiff ist der FCL. Es kann nicht in unserem Interesse sein, Talente gut auszubilden, die dann in Zürich Fussball spielen.»

Zug-Präsident Beat Knoblauch hält von diesem Argument wenig: «Es geht hier um Spitzenfussball, also national wichtige Talente. Da soll es nicht um die Region, sondern um die Entwicklung des Spielers gehen.»

Ob Zug 94 eine Zusammenarbeit mit den Grasshoppers haben darf, entscheiden der SFV und der IFV. Spätestens bis im Juni muss ein Entscheid gefallen sein. Dann werden die Mannschaftsmeldungen für die neue Saison gemacht. Dickerhof: «Aber wenn wir ehrlich sind, ist das zu spät. Ein Entscheid muss so schnell wie möglich fallen.»

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