FUSSBALL: Zwei machen im FCL-Camp noch Sorgen

Der FC Luzern hat kurz nach der Anreise in das Trainingslager von Marbella eine Stunde trainiert. Allerdings musste der Rückkehrer Cristian Ianu Forfait geben.

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Die Spieler des FC Luzern treten in Spanien in der ersten Trainingseinheit fast komplett an. Nur die Stürmer Cristian Ianu und Dario Lezcano müssen vorerst Forfait geben. (Bild: Martin Meienberg)

Die Spieler des FC Luzern treten in Spanien in der ersten Trainingseinheit fast komplett an. Nur die Stürmer Cristian Ianu und Dario Lezcano müssen vorerst Forfait geben. (Bild: Martin Meienberg)

Daniel Wyrsch, marbella

Reibungslos ist für den FC Luzern gestern die Reise ins südspanische Marbella verlaufen. Weder bei den Busfahrten von Luzern nach Zürich und von Málaga nach Marbella noch beim plangemäss zwei Stunden und 40 Minuten dauernden Swiss-Flug dazwischen gab es Verspätungen. Einer jedoch litt: Cristian Ianu (31), seit letztem Freitag wieder beim FCL, leidet unter Flugangst. Der rumänische Mittelstürmer geht anders damit um als der frühere holländische Nationalspieler Dennis Bergkamp (45). Dieser reiste, wann immer es möglich war, mit dem Zug zu den Spielen und den Mannschaftszusammenzügen.

Ianu flog mit, nahm eine Tablette gegen die Angst. Und als er das Gefühl hatte, das hilft zu wenig, schluckte er eine zweite. «Das war wohl zu viel», meinte er nach der Landung im Flughafen Málaga. «Ich konnte zwar während des Fluges ein wenig schlafen, aber nun ist mir schwindlig.» Der FCL-­Rekordschütze 21 Tore wie er in der Saison 2009/10 hatte zuvor nur der inzwischen verstorbene Däne John Erik­sen 1989/90 erzielt – legte seinen Kopf auf eine Sporttasche einer Bank. Ein tristes Bild des erst noch strahlenden Rückkehrers.

Ianu trainiert nicht mit

Doch der umsichtige neue Sportchef Rolf Fringer gab Entwarnung. Ianus früherer Luzern-Trainer wusste um die quälende Flugangst des Goalgetters. «Das wird schon wieder mit Cristian. Jetzt soll er sich erholen.» So schaute einer der Betreuer, dass Ianus Gepäck vom Rollband mitkam. Und der in Alpnach mit Lebenspartnerin Leyla Türkyilmaz und den Kindern Elenoire (12) und Liam Cristian (10 Monate) lebende Profi blieb im Gran Hotel Guadalpin Banus, als der Rest der Mannschaft nach einer Verpflegung kurz nach 16.30 Uhr die erste Übungseinheit absolvierte.

Es war besser, dass sich Ianu im frisch bezogenen Zimmer des mondänen Holtels an der Costa del Sol erholte. Gross Gefahr, sich beim Training wegen der Schwindelgefühle zu verletzen, bestand zwar nicht. Unter den Augen von Cheftrainer Markus Babbel, Assistent Roland Vrabec, Goalietrainer Daniel Böbner und Sportchef Fringer leiteten die Konditionstrainer Christian Schmidt und Norbert Fischer ein knapp einstündiges Footing ohne Ball.

Zuerst drehten die Spieler im Laufschritt mehrere Runden um den Platz von San Pedro de Alcántara, dann folgten Stretchingübungen. Der geneigte Beobachter konnte sehen, welche Profis beweglich sind und welche mit den Händen längst nicht an die Füsse fassen können. Zum Schluss erwarteten die Spieler Auslaufrunden, dann ging es in den Bus und zurück ins 2 Kilometer entfernte Teamhotel.

Motivierter Babbel mit Antreiber

Heute dürfte die Intensität gesteigert werden, wenn Babbel sein Ziel verfolgen will: «Wir wollen uns hier rüsten für den Abstiegskampf.» Er sei motiviert, sagte der deutsche Übungsleiter, der mit Vrabec nun einen Vertrauten an seiner Seite hat. Der Fussball schreibt besondere Geschichten: Bis Anfang September war der Deutschkroate Cheftrainer beim Kultklub St. Pauli aus Hamburg, jetzt ist er als Co-Trainer ein Antreiber der FCL-Profis im Kampf um den Verbleib in der Super League.

Jantschers Fotoinstrument

Bei den Spielern herrschte auf der Anreise eine erwartungsfrohe Stimmung. Besonders aufgefallen war Jakob Jantscher (25). Der Linksaussen reiste mit einem langen, beweglichen Handstativ an. Dieses ermöglicht es dem Österreicher, Eigenaufnahmen sogenannte Selfies – von sich und den Teamkollegen zu schiessen. Natürlich schmunzelte Jantscher, als er das ausgefallene Instrument präsentierte. Mit überraschenden Ideen, so wie er sich oft am Flügel durchsetzt, scheint «Köbi» auch durchs Leben zu gehen.

Weniger Freude bereitete Dario Lezcano seinem Arbeitgeber. Obwohl schon im Juni darauf hingewiesen wurde, dass sein Reisepass auslaufen würde, verpasste es der 24-jährige Paraguayer, das Dokument rechtzeitig zu verlängern. Falls die Botschaft in Bern schnell gearbeitet hat, kann Lezcano heute ins Camp nachreisen. Er wäre dann der 25. FCL-Profi hier.

Heusler und Heitz flogen mit

Übrigens ist auch der FC Basel in Marbella. Präsident Bernhard Heusler und Sportchef Georg Heitz flogen in derselben Maschine wie der FCL. Am Abend schauten sie sich den Testmatch gegen den Karlsruher SC (2:2) an. Luzern bestreitet das erste von drei Testspielen im Lager am Samstag gegen Ingolstadt, Leader der 2. Bundesliga.

Bis dann ist Ianu sicher wieder fit.