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FUSSBALL: Zwischen Abschied und Ankunft

Los gehts: Der FC Luzern spielt wieder. Wenigstens schon mal im Training. Mit dabei: der Deutsche Sebastian Schachten (30), zuletzt beim FC St. Pauli der Publikumsliebling.
Aufregend und gut: Mit diesen Worten beschreibt Sebastian Schachten, der mit einem Zweijahresvertrag ausgestattete FCL-Neuzugang, was er bislang beim FC Luzern erlebt hat. (Bild: Nadia Schärli)

Aufregend und gut: Mit diesen Worten beschreibt Sebastian Schachten, der mit einem Zweijahresvertrag ausgestattete FCL-Neuzugang, was er bislang beim FC Luzern erlebt hat. (Bild: Nadia Schärli)

Turi Bucher

Als es nach dem Warmlaufen zum ersten Trainingsspielchen auf halber Spielfeldfläche geht, nimmt Sebastian Schachten die Position des rechten Aussenverteidigers ein. «Der Trainer hat gesagt, ich solle dort spielen», wird Schachten, der Rechtsfüsser, von dem man sagt, er könne auf beiden Seiten spielen, später erklären. Der Trainer selber, Markus Babbel, charakterisiert den Fussballer Schachten nach der ersten Trainingseinheit so: «Er ist ein routinierter, erfahrener Spieler, der uns mit seiner Lauf- und Zweikampfstärke hilft, weiterzukommen.»

Und auch Schachten zieht nach der Übungsstunde vom Dienstagmorgen ein positives Fazit. «Wir hatten ein sehr gutes erstes Training», sagt er, «und ich hoffe, dass ich mit dem FC Luzern an die tolle Rückrunde, die er hatte, anknüpfen kann.» Schachten verrät: «Es ist richtig aufregend. In der Spielerkabine werden fünf verschiedene Sprachen gesprochen. Beim FC St. Paul war es mehrheitlich die deutsche Sprache.»

Im März FCL bei GC beobachtet

Bereits im vergangenen März hatte der 30-Jährige den FCL im Spiel gegen die Grasshoppers beobachtet, «und obwohl der FCL noch im Abstiegskampf steckte, war ich sehr, sehr angetan von dem mutigen Auftritt der Luzerner».

Damals, im März, stand die Trennung mit dem FC St. Pauli (2. Bundesliga), für den er seit 2011 spielte, schon fest. Von Abnutzungserscheinungen nach vier Jahren ist die Rede, auch davon, dass Schachtens Verhältnis mit St. Paulis Sportdirektor angeschlagen war. Eigentlich wollte Schachten gar nicht mehr darüber reden. Doch mit den Reaktionen der St.-Pauli-Fans hatte auch er nicht gerechnet. Innerhalb kurzer Zeit seien beispielsweise via Facebook über 1000 Bekundungen von Fans eingegangen, die ihre Sympathie für Schachten und ihr Bedauern über seinen Abschied deponierten und diskutierten.

«Das hat mich sehr berührt», sagt er, «klar, das gehört halt zum Fussball, dass man mal den Verein wechselt. Aber diese Reaktion der Fans, die hat mich aus den Socken gehauen, so was lässt einen nicht kalt.»

Bundesliga-Profi Schachten war also im Wechselbad der Gefühle, zwischen Abschied in Hamburg und Ankunft in Luzern, wo er einen Zweijahresvertrag unterzeichnete. Ihm ist wichtig, eines zu betonen: Er wolle nicht unter jene eingeordnet werden, die sich an der 30-Jahr-Grenze angekommen – noch schnell für den Karrierenausklang in die Schweiz transferieren lassen. «Diesen Eindruck will ich auf keinen Fall erwecken. An ein Karrierenende denke ich sowieso nicht, dafür liebe ich den Fussball zu sehr», verdeutlicht er, «und ich bin auch keiner, der bei einem Verein schon nach einem Jahr die Segel streicht.»

Schachten nun auf Wohnungssuche

Er habe, so Schachten weiter, vor seinem Wechsel nach Luzern auch bei Mönchengladbach-Trainer Lucien Favre eine Meinung eingeholt, «und Favre hat mir erklärt, wie sehr sich der Schweizer Fussball entwickelt hat, und deshalb zu einem Wechsel nach Luzern geraten».Schachten selber hatte zwischen 2007 und 2011 für Mönchengladbach gespielt.

Eben erst aus den Ferien mit der Familie aus Dubai zurück und am Montag vorerst alleine in Luzern eingetroffen, hatte Schachten bisher noch nicht die Gelegenheit, die Stadt und ihre Umgebung zu erkunden. Er, der aus dem beschaulichen Bad Karlshafen, einem malerischen Kurort in Hessen, stammt. Vorerst ist Schachten in Horw im Hotel Sternen einquartiert mit Ausblick auf den See: «Da lässt es sich wirklich aushalten», sagt Schachten, «ich muss schon sagen: Sie haben alle Register gezogen, um mir einen guten Empfang zu bereiten.» Nun will Schachten aber so schnell wie möglich nachmittagsweise auf Wohnungssuche gehen, «denn ins Hotel will ich meinen kleinen Sohn dann doch nicht einquartieren».

St.-Pauli-Fans kündigen Besuch an

Ja, in Luzern wird 1,90-Meter-Mann Schachten wohl erst so richtig angekommen sein, wenn auch Ehefrau Simone und Söhnchen Eliah (3) hier sind. Und mit dem Abschied von Hamburg beziehungsweise von St. Pauli ist das auch so eine Sache. Noch ist das Kapitel nicht ganz abgeschlossen. Denn für die FCL-Testspiele in den kommenden Wochen haben sich bereits zahlreiche St.-Pauli-Fans angekündigt. «Ihren» Sebastian Schachten werden sie dann vermutlich auf der rechten Aussenverteidigerseite entdecken.

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