FC Luzern
Fussballgott ist streng zum FCL: Nach drei Pfostenschüssen bleibt es beim 1:1 gegen Lausanne

Der FC Luzern verpasst den ersten Saisonsieg und kommt vorerst nicht vom Tabellenende weg.

Daniel Wyrsch
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Fussball ist Resultatsport, darum ist dieses 1:1-Remis gegen Lausanne zu wenig für den FC Luzern. Am fünften Spieltag ist die Mannschaft von Fabio Celestini noch immer sieglos. Genau gleich wie die kompakt stehenden Gäste aus dem Waadtland, die auf schnelle Konterangriffe setzten. Beide Teams haben je zwei Punkte, bleiben am Tabellenende.

Mit einem Weitschuss trifft Silvan Sidler in der 62. Minute zum 1:1-Ausgleich gegen Lausanne.

Mit einem Weitschuss trifft Silvan Sidler in der 62. Minute zum 1:1-Ausgleich gegen Lausanne.

Bild: Urs Flüeler/ Keystone

Für den FCL ist die Lage noch etwas schlimmer, weil er während der Länderspielpause das Schlusslicht der Super League bleibt. Trotzdem muss nach dieser Partie festgestellt werden: Fussball ist nicht nur Ergebnissport, manchmal hat das Gefühl grössere Bedeutung als das Resultat. Das ist nach diesem Match der Fall. Es überwiegen positive Emotionen, denn die Mannschaft von Fabio Celestini hat nach zuletzt zwei enttäuschenden Auftritten in der Meisterschaft gegen Zürich (1:3) und vor allem in Genf gegen Servette (1:4) kämpferisch während der gesamten Spieldauer überzeugt. Spielerisch war die letzte halbe Stunde vielversprechend.

Einwechslungen von Campo und Sidler geben Luzern Schwung

Nach der Einwechslung von Spielmacher Samuele Campo und Rechtsverteidiger Silvan Sidler nahm das FCL-Angriffsspiel endlich richtig Fahrt auf. Nur Sekunden standen die beiden Neuen auf dem Platz, da sorgten sie im Zusammenspiel nach einem langen Pass von Holger Badstuber und dem Weiterleiten von Ibrahima Ndiaye sowie Dejan Sorgic auch für den 1:1-Ausgleich in der 62. Minute: Campo legte auf für Sidler, der aus 25 Metern abzog und Lausanne-Goalie Mory Diaw mit einem Schuss in die tiefe Torecke bezwang.

Mit diesem Prachtstreffer leitete der in Luzern offensichtlich auf dem Abstellgleis stehende Silvan Sidler das Schlussfurioso des Heimteams ein. Nur drei Minuten nach dem Ausgleich passte Filip Ugrinic mit einem perfekten Vertikalzuspiel auf Dejan Sorgic, der bediente Samuele Campo. Doch der Schuss des begabten Linksfusses landete am Pfosten (65.). Weitere drei Minuten später gab Ugrinic die genaue Vorlage für Campo – und wieder landete der Ball der neuen Nummer 10 am Pfosten (68.). Dem 26-jährigen Basler war es vergönnt, im zweiten (Teil-)Einsatz für Luzern den ersten Treffer zu erzielen. Der Nachfolger von Louis Schaub, der just am Samstag beim 2:1-Sieg gegen Bochum sein erstes Tor seit der Rückkehr für den 1. Köln erzielte, setzte aber ein dickes Ausrufezeichen.

Irgendwie wollte der Ball nicht ein zweites Mal hinter die gegnerische Torlinie, aber spielerisch zeigten die Luzerner ihr Sonntagsgesicht, sie erinnerten in den letzten 30 Minuten an die besten und erfolgreichsten Partien unter Fabio Celestini.

Varol Tasar (links) schiesst den Ball in der Nachspielzeit an den Pfosten.

Varol Tasar (links) schiesst den Ball in der Nachspielzeit an den Pfosten.

Bild: Martin Meienberger / Freshfocus

Celestini und seine Philosophie vom Fussballgott

In der 94. Minute wiederholte sich das Szenario: Der ebenfalls eingewechselte Aussenangreifer Varol Tasar lupfte den Ball auf der Grundlinie an Keeper Diaw vorbei, doch die Kugel prallte wieder nur an den Innenpfosten und flog von dort zurück aufs Spielfeld. Für einmal fehlten dem Super-Joker Tasar wenige Zentimeter zum späten Siegtor.

Zu den drei Aluminium-Treffern meinte Fabio Celestini nach dem Match: «Wir haben gepusht, aber der Fussball hat gesagt, das ist nicht genug, ich gebe dir nur einen Punkt.» Der FCL-Trainer wurde gefragt, ob er damit den Fussballgott meine – und ob er an diesen glaube. Celestini erklärte: «Er hat immer recht, es gibt kein Glück im Fussball, man muss wie im Leben alles tun für den Erfolg.» Zufrieden war er, dass sein Team die Möglichkeiten hatte, dieses Spiel zu gewinnen. «Das war ein anderes Luzern als gegen St.Gallen, Zürich und Servette.»

Zum ersten Mal weniger als zwei Gegentore – aber nur ganz knapp

Obwohl der FCL auch in der Defensive weitaus besser dagegenhielt als eine Woche zuvor bei der 1:4-Niederlage in Genf, hatten die Innerschweizer in der ersten Halbzeit zwei brandgefährliche Lausanne-Konter zu überstehen: Mayron George scheiterte am Pfosten (31.), das wäre das 2:0 der Gäste nur vier Minuten nach dem 1:0 gewesen. Und Hicham Mahou blieb danach am sicheren FCL-Keeper Vaso Vasic (38.) hängen.

Erstmals kassierte Luzern in dieser Saison nur einen Gegentreffer. Ärgerlich war einzig, dass das Kopfballtor von Elton Monteiro (27.) nach einem Corner fiel. Die Schwäche bei Standards bleibt.

Die Reaktionen nach dem Spiel

Filip Ugrinic erklärt, dass es sich trotz gewonnenem Punkt wie eine Niederlage anfühlt.

Pilatus Today

Marvin Schulz blickt enttäuscht auf die vielen verpassten Torchancen zurück.

Pilatus Today

Luzern – Lausanne 1:1 (0:1)

Swisspor-Arena. – 7685 Zuschauer. – SR Bieri.

Tore: 27. Monteiro (Corner Kukuruzovic) 0:1. 62. Sidler (Campo) 1:1.

Luzern: Vasic; Farkas (61. Sidler), Burch, Badstuber, Frydek (78. Emini); Wehrmann (61. Campo), Gentner, Schulz; Ugrinic; Sorgic (84. Tasar), Ndiaye.

Lausanne: Diaw; Sow, Monteiro, Husic; Zohouri, Thomas (67. Amdouni), Kukuruzovic, Suzuki; Puertas; Mahou (90. Ouattara), George (67. Guessan).

Bemerkungen: Luzern ohne Ndenge, Schürpf, Grether, Alabi und Müller (alle verletzt). Lausanne ohne Brown, Jenz, Geissmann, Kapo, Coyle und Turkes (alle verletzt). Verwarnungen: 16. Thomas, 23. Schulz, 45. Burch, 59. Farkas, 72. Gentner, 85. Husic (alle Fouls). 88. Ugrinic und Suzuki (beide für Unsportlichkeit). Pfostenschüsse: 31. George, 65. Campo, 68. Campo, 94. Tasar.

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