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Geschockter FC Luzern: Binous’ kaputtes Knie bewegt Mitspieler

Noch steht die genaue Diagnose der Verletzung von FCL-Jungprofi Aziz Binous aus. Fest steht, der 19-jährige Stürmer fällt erneut lange aus.

Daniel Wyrsch
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FCL-Stürmer Aziz Binous wird verletzt vom Platz getragen.

FCL-Stürmer Aziz Binous wird verletzt vom Platz getragen.

Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 22. Juli 2020)

Sport kann zuweilen brutal sein. Beim FC Luzern war mit dem 19-jährigen Aziz Binous nach siebenmonatiger Rehabilitation seines Kreuzbandrisses zum Restart ein hoffnungsvoller Nachwuchsmann in die Profimannschaft zurückgekehrt. Er absolvierte vier Teileinsätze in der Super League mit insgesamt 102 Spielminuten, schoss dabei am Mittwoch gegen Sion den 1:2-Anschlusstreffer und sein Premierentor – ehe die Verletzungshexe bei einer Abwehraktion erneut gnadenlos zuschlug.

Der in Lugano gross gewordene Schweiz-Tunesier mit total acht Einsätzen in der höchsten Liga (1 für Lugano, 2 für Zürich, 5 für Luzern) knickte ohne gegnerische Einwirkung um, dabei verdrehte es dem 1,92 Meter grossen und 80 Kilo schweren Aziz Binous das rechte Knie derart extrem, dass offenbar sämtliche Bänder gerissen sind.

Diesmal ist das andere Knie betroffen

Ein Totalschaden. Es heisst, das Knie soll kaputt sein. Die genaue Diagnose wird heute Freitag erwartet. Jetzt schon ist klar: Auf den am 4. August 20 Jahre alt werdenden Stürmer wartet wieder eine mehr als ein halbes Jahr dauernde Rehaphase. Der einzige positive Fakt ist: Letztes Mal war es das linke, jetzt ist es das rechte Knie. FCL-Mittelfeldspieler Marvin Schulz, der in dieser Saison wegen eines Knochenödems monatelang ausgefallen war, sagte im Fussball-Talk Einwurf zum Ausscheiden von Binous:

«Als ich Aziz verletzt am Boden liegen sah, habe ich mir schon ein paar Gedanken gemacht. Er tat mir leid, als er weinte.»

Da hat Schulz einen Moment überlegt, ob er weiter 100 Prozent geben solle, «aber das geht nicht als Profifussballer».

Auf den noch nicht von allen Abstiegssorgen befreiten FCL warten drei happige letzte Ligapartien gegen YB, Zürich und Basel. Am Sonntag (16.00 Uhr) in Bern gegen den Titelverteidiger und Leader Young Boys muss Fabio Celestini auf U21-Spieler zurückgreifen, die in dieser Woche eigentlich noch Ferien hätten. So soll Stürmer Lino Lang mit seiner Freundin aus dem Urlaub zurückreisen.

Wer von der langen Verletztenliste auf den Platz zurückkehren kann, bleibt wahrscheinlich bis am Sonntag kurz vor dem Match offen. Muskuläre Probleme beklagen Ibrahima Ndiaye, Blessing Eleke, Lorik Emini und Darian Males. Lucas Alves schmerzen die Adduktoren und Ryder Matos spürt das Sprunggelenk. Die Saison ist schon länger für Christian Schwegler, Tsiy Ndenge (beide Innenbandanriss) und Marco Burch (Meniskusschaden) sowie nun auch für Aziz Binous zu Ende.

Ist die Belastungsverteilung zu wenig ausgewogen?

Die Frage, die sich stellt, ist, ob zumindest die muskulären Verletzungen mit einer anderen Belastungsverteilung (die FCL-Ersatzleute haben die kürzesten Einsatzzeiten aller Super-Ligisten) hätten verhindert werden können. Coach Fabio Celestini und Sportchef Remo Meyer werden zu diesem Punkt in die Analyse gehen müssen.

Offensichtlich ist auch, dass die defensive Stabilität abhandengekommen ist, seit Marco Burch verletzt ausfiel. Der 19-jährige Verteidiger harmonierte in der Dreierabwehr mit Lucas Alves und Stefan Knezevic. Winterneuzugang Marco Bürki dagegen entpuppt sich (noch) nicht als Verstärkung. In den letzten fünf Spielen mit dem Abwehrmann auf dem Platz kassierte Luzern 13 Gegentore und holte nur einen Punkt.

Cup-Viertelfinal gegen YB drei Tage nach Meisterschaftsende

Übrigens ist nun bekannt, wann der FCL den Cup-Viertelfinal gegen YB bestreitet. Das prestigeträchtige Spiel findet am Donnerstag, 6. August, um 18 Uhr (SRF 2) statt. Drei Tage nach dem letzten Ligamatch.

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