Gipfeltreffen im St.-Jakob-Park: FCL fordert FCB

In der neuen Super-League-Meisterschaft begegnen sich die beiden besten Schweizer Teams der letzten Saison bereits in der 2. Runde. Titelhalter Basel empfängt am Samstagabend im St.-Jakob-Park Luzern.

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Im ersten Spiel der neuen Saison hat Trainer Murat Yakin noch nicht alles gefallen, was er gesehen hat. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Im ersten Spiel der neuen Saison hat Trainer Murat Yakin noch nicht alles gefallen, was er gesehen hat. (Bild: Philipp Schmidli / Neue LZ)

Gibt es an diesem Wochenende mehr Tore als zum Saison-Auftakt? In den fünf Partien der Startrunde waren nur gerade sieben Treffer gefallen. Im zweiten Spiel von heute begegnen sich auf der Pontaise bei der Affiche Lausanne-Sport - St. Gallen zwei Teams, die viele Experten am Meisterschaftsende in der unteren Tabellenhälfte sehen. Morgen Sonntag kommt es im Tourbillon bei Sion - Servette Genf zu einem Duell zweier Klubs aus der Romandie. Gleichentags tritt das gebeutelte Schlusslicht Grasshoppers bei den Young Boys an, und der FCZ begrüsst Thun auf dem Letzigrund.

Luzern will Revanche für Cupfinal

Es waren die Luzerner, die den FC Basel in der letzten Saison am stärksten gefordert hatten. In den fünf Vergleichen zwischen diesen beiden Mannschaften waren die Innerschweizer nie chancenlos. In der Meisterschaft fügte die Equipe von Murat Yakin dem FCB eine 1:3-Niederlage zu, ein weiteres Kräftemessen endete mit einem Unentschieden und zweimal musste sie sich erst in der Schlussphase geschlagen geben. Im Cupfinal standen die Luzerner kurz vor dem Pokalgewinn, ehe sie im Penaltyschiessen den Kürzeren zogen.

Der FCL hat das Pensum in der laufenden Meisterschaft mit einer mässigen Leistung in Angriff genommen. Im eigenen Stadion konnte er gegen den FCZ dank Adrian Winter in der Nachspielzeit noch einen Punkt retten. Keeper David Zibung hatte Luzern mit Glanzparaden im Rennen gehalten. Trainer Murat Yakin konnte nicht alles gefallen haben. Er hat aber auch registriert, dass sich seine Schützlinge mit Fortdauer der Partie gesteigert haben. Dort will man anknüpfen.

Basel hat in der Champions-League-Qualifikation die Pflichtaufgabe auswärts gegen Flora Tallinn mit einem 2:0-Erfolg gelöst. Die Esten sollten kein Stolperstein mehr darstellen. In der Meisterschaft könnten nun die beiden Südamerikaner Gaston Sauro und Marcelo Alfonso Diaz zu ihrem Super-League-Debüt kommen.

Liveticker ab 19.45 Uhr

Bei bei allen FCL-Spielen berichtet Luzernerzeitung.ch auch vom Spiel im St. Jakobs-Park. Los gehts um 19.45 Uhr.

Noch keine Lizenz für Lafferty, Gattuso genesen

In der noch nicht sonderlich aussagekräftigen Tabelle steht der FC Sion momentan zuoberst. Dies ist ganz nach dem Gusto des Präsidenten Christian Constantin. Weniger gefallen dürfte ihm, dass er wohl auch gegen Servette seinen Stürmer Kyle Lafferty nicht einsetzen darf. Für den aus der Konkursmasse der Glasgow Rangers geholten Nordiren lag bis Freitagabend keine Spielberechtigung vor. Laffertys ehemaliger Arbeitgeber aus Schottland stellt sich nach der Zwangsrelegation quer.

Dafür wird Sion Gennaro «Rino» Gattuso zur Verfügung stehen. Nach seinem ersten Auftritt in der hiesigen Elite-Liga hatte man befürchten müssen, der Weltmeister von 2006 habe eine Verletzungspause einzulegen. Von einer Oberschenkelzerrung war die Rede. Gattusos Auswechslung gegen GC war aber wohl einfach eine Vorsichtsmassnahme. Mindestens für etwa 60 Minuten sollte es auch gegen Servette reichen.

Die Genfer ihrerseits müssen sich punkto Chancenauswertung verbessern, wenn sie in dieser Saison ein gewichtiges Wörtchen mitreden wollen. Gegen Basel und Gandsassar Kapan (Arm) waren die «Grenats» alles andere als effizient.

Rueda fordert Konzentration und Geradlinigkeit

Auch die Young Boys haben in den vergangenen Tagen nicht durch Kaltblütigkeit bestechen können. Die Resultate gegen Aufsteiger St. Gallen (1:1) und die Moldawier von Zimbru Chisinau (1:0) waren eher ernüchternd. Trainer Martin Rueda musste sich über fehlende Cleverness ärgern. Er fordert von seinen Schützlingen, dass sie künftig konzentrierter und unkomplizierter ans Werk gehen. Immerhin hätten sie zuletzt nicht viel zugelassen. Und der Willen sei vorhanden gewesen.

Der morgige Kontrahent GC wartet immer noch auf den Ausweg aus der Negativspirale und einen Befreiungsschlag. Die Vorstellung gegen Sion war trotz der 0:2-Niederlage nicht so schlecht. «In zwei, drei Situationen agierten wir leider zu kopflos», blickte Coach Uli Forte zurück. Goalie Roman Bürki beispielsweise leistete sich einen kapitalen Flop, der bestraft wurde. Gegen YB will Rueda von seinem Team Power-Fussball sehen.

Da Costa im Fokus, Gavranovic angeschlagen, Chiumiento vor Einstand

Im Letzigrund wird David da Costa im Zentrum des Interesses stehen. Die neue Nummer 1 des FCZ trifft auf seinen früheren Arbeitgeber Thun. Bei den Berner Oberländern hatte er sich mit Glanzleistungen für höhere Aufgaben empfohlen.

Beim FCZ bangt man um Mario Gavranovic. Der aus der deutschen Bundesliga geholte Stürmer leidet unter einer Muskelverhärtung im rechten Oberschenkel, nachdem er vor einer Woche gegen Luzern über weite Strecken brilliert hat. FCZ-Pressechef Giovanni Marti beziffert die Chancen, dass Gavranovic eingesetzt werden kann, bei 90 Prozent. Dafür könnte Super-League-Rückkehrer Davide Chiumiento seinen Einstand geben.

Gabri und Puels Sohn bei Lausanne im Test

Aufsteiger St. Gallen will in Lausanne den respektablen Saisonstart bestätigen. Die bis vor kurzem angeschlagenen Offensiv-Spezialisten Dzengis Cavusevic und Oscar Scarione dürften wieder hundertprozentig fit sein.

Bei Lausanne-Sport schaut man sich noch nach Verstärkungen um. So absolvierten der Spanier Gabri, der in den Transferstreit zwischen Sion und der FIFA verwickelt gewesen war, und Grégoire Puel, ein Sohn von Nizza-Trainer Claude Puel, Testtrainings. Dem gegenüber hat man sich von Frédéric Page getrennt.

si