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Häberli, Wicky, Berner und Co.: Das sind die FCL-Trainerkandidaten

Der FC Luzern ist auf der Suche nach einem neuen Cheftrainer, noch diese Woche soll er vorgestellt werden. Wir stellen die Topkandidaten vor.
Raphael Gutzwiller

Nach der vorzeitigen Entlassung von René Weiler beim FC Luzern läuft die Suche nach einem neuen Cheftrainer auf Hochtouren. Erste Gespräche haben bereits am Sonntag stattgefunden, sagt der Luzerner Sportchef Remo Meyer. Er hat das Ziel, dass er noch vor der nächsten Partie am Sonntag (16.00) auswärts beim FC Zürich den neuen Mann beim FCL präsentieren werde. Im Idealfall hat der neue Trainer einen Bezug zur Innerschweiz, kann gut mit jungen Spielern arbeiten und muss möglichst kostengünstig sein. Denn für den entlassenen René Weiler muss der FC Luzern viel Geld in die Hand nehmen.

Wir stellen Ihnen die Kandidaten für den FCL-Trainerposten vor:

Thomas Häberli (44)

(Bild: Georgios Kefalas/Keystone, Düsseldorf, 8. August 2018)

(Bild: Georgios Kefalas/Keystone, Düsseldorf, 8. August 2018)

Thomas Häberli scheint auf den ersten Blick perfekt ins Schema des FC Luzern zu passen. Kein Wunder, war er schon im letzten Sommer ein Thema beim FCL gewesen. Er sagte aber ab, weil er kurz zuvor einen Vertrag beim FC Basel als Assistenztrainer unterschrieben hat. Inzwischen ist er aber wieder vereinslos und stünde deshalb per sofort zur Verfügung. Mit Häberli ginge man den Weg mit einem Mann aus der Region konsequent. Er wuchs als Bauernsohn in Ballwil auf, spielte in seiner Aktivkarriere aber nie für den FC Luzern.

In seiner Aktivzeit spielte er vor allem für die Berner Young Boys, dort erarbeitete sich der Stürmer einen Legendenstatus. Die Rockgruppe Züri West trat einst sogar als «The Häberlis» auf. Seine Trainerkarriere startete Häberli 2009 als Spielertrainer beim FC Perlen-Buchrain in der 3. Liga, danach war er jahrelang im Nachwuchs der Young Boys und des FC Basel tätig. Als langjähriger Ausbildner würde er bestimmt auch gut mit den jungen Spielern umgehen können.

Gegen Thomas Häberli spricht, dass er wenig Erfahrung besitzt. Sportchef Remo Meyer ist angezählt, sein nächster Entscheid muss sitzen. Deshalb ist es zumindest fraglich, ob er auf einen derart unerfahrenen Trainer setzen möchte.

Raphael Wicky (41)

(Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus, Manchester, 7. März 2018)

(Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus, Manchester, 7. März 2018)

Beim FC Basel ist er gescheitert, nun ist er ein interessanter Mann für den FC Luzern: Raphael Wicky. Bei ihm weiss man, dass er auf den eigenen Nachwuchs setzt, das hat er auch in Basel gezeigt. Seine Bilanz beim ehemaligen Schweizer Ligadominator liest sich aber nicht gerade super. Eingesetzt, um die Verjüngung und «Verbaslerung» beim FCB voranzutreiben, verpasste er die gesteckten Ziele Meistertitel und Cupsieg. Einzig in der Champions League sorgte er für Furore: Wicky kam mit dem FC Basel gar in die Achtelfinals der Champions League. Ende Juli wurde er jedoch entlassen, nachdem es beim FCB nicht wunschgemäss lief.

Für ihn spricht aber, dass seither selbst Routinier-Trainer Marcel Koller aus dem FCB-Kader wenig herausholt. Wicky war in seiner Aktivkarriere jahrelang Nationalspieler, spielte unter anderem für Hamburg in der deutschen Bundesliga und für Atlético Madrid.

Gegen eine Anstellung beim FC Luzern spricht, dass er beim FC Basel noch bis im Sommer unter Vertrag steht und er deshalb auf Geld verzichten müsste. Zudem ist es fraglich, ob sich Wicky den FC Luzern tatsächlich «antut». Scheitert er auch in der Innerschweiz, könnte seine Trainerkarriere früh zu Ende gehen.

Bruno Berner (41)

(Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 29. Januar 2019)

(Bild: Dominik Wunderli, Kriens, 29. Januar 2019)

Derzeit sorgt er mit dem kleinen Bruder des FC Luzern für eine beeindruckende Leistung: Bruno Berner. Der SC Kriens besitzt als einziger Challenge-League-Verein kein Profiteam, steht derzeit jedoch nicht auf einem Abstiegsplatz. Berner ist im Vorjahr mit Kriens aufgestiegen, beweist daneben als SRF-Experte Fussballfachwissen.

Berner spielte in seiner Laufbahn als Aussenverteidiger für Mannschaften wie GC, Basel, Freiburg, Blackburn und Leicester City. Sein Handicap: Zum einen würde er den SCK wohl kaum mitten in der Saison verlassen, zum anderen besitzt er die Uefa-Pro-Lizenz noch nicht. Diese hat er erst im Sommer 2020.

Das ist jedoch rein rechtlich kein grösseres Hindernis: Da er die Aufnahmeprüfung für die Uefa-Pro-Lizenz besitzt, könnte der FCL für Berner eine Kaution für eine provisorische Bewilligung von 20000 Franken erwerben. Eine solche Bewilligung wäre für zwei Jahre gültig. Für Berner wäre dies jedoch ein sehr happiges und arbeitsintensives Programm. Es scheint also möglich, dass er auf diesen grossen Aufwand verzichtet und zunächst in Kriens bleibt.

Heiko Vogel (43)

(Bild: Domink Angerer/EPA, Graz, 1. August 2018)

(Bild: Domink Angerer/EPA, Graz, 1. August 2018)

Alex Frei ist ein guter Freund von Heiko Vogel – und von FCL-Sportchef Remo Meyer. Frei ist Götti eines Sohnes von Meyer. Sportchef Meyer soll Frei, der selber einst FCL-Sportchef war, für den Trainerjob angefragt haben. Frei habe aber abgesagt und dafür Heiko Vogel als möglichen neuen FCL-Trainer vorgeschlagen, heisst es aus Gerüchtekreisen. Heiko Vogel wäre sofort verfügbar. Jedoch müsste er von seinem vorherigen Arbeitgeber Sturm Graz auf Geld verzichten, da er noch bis im Sommer unter Vertrag steht.

Für den FCL wäre er eher keine günstige Variante, dafür eine erfahrene. Bis im November war er Trainer von Sturm Graz, davor feierte er Erfolge mit dem FC Basel. 2012 holte er den Meistertitel und den Cupsieg. Zudem war er lange im Nachwuchs des FC Bayern München tätig und gilt als Ausbildner. Gegen ihn spricht, dass der Deutsche keinen Bezug zur Region besitzt, was schliesslich auch René Weiler zum Verhängnis geworden war.

Maurizio Jacobacci (56)

(Bild: Alessandro della Valle/Keystone, Saviese, 13. Juli 2018)

(Bild: Alessandro della Valle/Keystone, Saviese, 13. Juli 2018)

Jacobacci wäre sicher interessiert, machte nie einen Hehl daraus, dass der FC Luzern für ihn spannend wäre. In Expertenkreisen wird davon ausgegangen, dass er auch seine Bewerbung beim FCL deponiert hat. Jacobacci lebt seit Jahren in Zug und ist mit der Region eng verbunden.

Zuletzt war er, der als grosser Motivator und als «Fussballverrückter» gilt, im Wallis tätig. Dort hatte er den FC Sion vor dem Abstieg bewahrt, musste im September 2018 aber gehen. Davor war er bei vielen Vereinen erfolgreich tätig, darunter auch in Kriens. Jacobacci wäre für den FCL günstig zu haben, da er gerne nach Luzern wechseln würde.

Jeff Saibene (50)

Eine erfahrene Variante wäre der Luxemburger Saibene. Er war bereits Trainer von Aarau, St. Gallen, Thun und zuletzt Bielefeld. Zudem war er einst Nachwuchskoordinator Luxemburgs. Gegen seine Anstellung spricht jedoch, dass der in Bielefeld Entlassene bei Arminia noch einen Vertrag bis 2021 besitzt und deshalb auf viel Geld verzichten müsste.

Weitere Kandidaten

Gestern geisterte das Gerücht durch die Runde, dass der neue Trainer Pierluigi Tami (57) heissen könnte. Dem ist aber nicht so. Auf Anfrage unserer Zeitung sagt der Tessiner: «Luzern wäre sicher ein interessanter Verein für mich gewesen, aber ich bin leider nicht angefragt worden.»

Die weiteren Kandidaten auf der Liste waren gestern nicht erreichbar. Möglich ist in diesem FCL-Trainerkarussell auch eine grössere Überraschung: Eine davon wäre Boris Smiljanic (42). Er hat in der Challenge League beim FC Schaffhausen jedoch keine Werbung für sich machen können. Der ehemalige Verteidiger steht derzeit in Schaffhausen arg in der Kritik.

Ciriaco Sforza (48), der von 2006 bis 2008 einst FCL-Trainer war, gilt ebenso als unwahrscheinlich wie Uli Forte (44). Gegen Forte spricht unter anderem die Tatsache, dass er zuletzt beim FC Zürich keinen schönen Abgang hingelegt hat und insbesondere deshalb entlassen wurde, weil er zu wenig auf den eigenen Nachwuchs setzte.

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Wie geht es weiter? «Einwurf» spezial – der LZ-Fussball-Talk nach der Entlassung von FCL-Trainer René Weiler

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FCL-Sportchef Remo Meyer: «Ich habe das Gefühl, dass ich relativ fest im Sattel sitze»

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