HOCHSTAPLEREI: Stierli: «Wir dürfen nicht den Kopf verlieren»

GC liess sich von einem Hoch­stapler düpieren. FCL-Präsident Walter Stierli spricht über die Versuchung und erklärt, wie es mit den Millionen klappen könnte.

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FCL-Präsident Walter Stierli. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

FCL-Präsident Walter Stierli. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Walter Stierli: Sind ähnlich dubiose Figuren wie nun bei GC auch schon an Sie herangetreten?
Stierli: Klar gibt es immer mal wieder Telefonanrufe von Menschen, die uns beispielsweise Spieler vermitteln wollen. Doch ich kenne mich in diesem Dschungel nach dreieinhalb Jahren als Präsident ziemlich gut aus. Als Klub ist man letztlich immer der Dumme.

Grossinvestoren beispielsweise aus dem arabischen Raum sind in Luzern nicht zu erwarten?
Stierli:
Das ist immer möglich, es ist nur dieser Wert von 300 Millionen, der skeptisch machen muss. Vielleicht lernen wir aber auch einmal einen Investor kennen, der bereit ist, einen einstelligen Millionenbetrag einzuschiessen. Schliesslich müssen wir während des Stadionneubaus nach Emmenbrücke umziehen, das wird eine finanzielle Herausforderung. Wir haben fünf, sechs Konkurrenten in der Liga auf ähnlichem Niveau, wir dürfen deshalb aber nicht den Kopf verlieren.

Worauf werden Sie bei einem verführerischen Angebot also achten?
Stierli:
Wir haben mit Herrn Alpstaeg und seiner Firma Swisspor einen seriösen Geldgeber gefunden, der in der Region bekannt ist, da ist man auf der sicheren Seite. Kommt jemand von aussen mit grossen Versprechungen, will ich zunächst eine Bankgarantie sehen. Wesentlich sind zwei Punkte. Erstens: Keine Spekulationen, ich glaube nicht an Märchen. Und zweitens: Der Bezug zur Innerschweiz muss gewahrt werden. Russische Musik vor dem Spiel wie in Chelsea wird es bei uns nicht geben.

Interview Stephan Santschi

Das ausführliche Interview lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung.

Der deutsche Unternehmer Paul Morlock. (Bild Peter Appius/Neue LZ)

Der Fall Morlock
Der Deutsche Hochstapler Paul Morlock versprach 1999 dem FC Luzern 5,5 Millionen Franken (damals unter FCL-Präsident Albert Koller. Gerade noch rechtzeitig kam aus, dass Morlock wegen Vermögensdelikten zu einer unbedingten Gefängnisstrafe verurteilt war.