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FCL-Neuzugang Francesco Margiotta: «Ich bin nicht sehr extravagant, eher scheu»

Francesco Margiotta hat das Zeug, um beim FC Luzern eine Hauptrolle zu spielen. Der italienische Neuzugang spricht von einer «grossen Gelegenheit» und vom «heissen Publikum» beim Innerschweizer Super-League-Verein.
Daniel Wyrsch
Der neue FCL-Stürmer Francesco Margiotta bei einem Tribüneneingang in der Swisspor-Arena. (Bild: Manuela Jans-Koch, Luzern, 28. Juni 2019)

Der neue FCL-Stürmer Francesco Margiotta bei einem Tribüneneingang in der Swisspor-Arena. (Bild: Manuela Jans-Koch, Luzern, 28. Juni 2019)

Francesco Margiotta ist einer dieser Spieler, die in der Super League aus dem Kollektiv ihres Teams herausragen können. Das war bei ihm und dem FC Lausanne-Sport der Fall. Dort hat der 25-jährige Italiener zwischen 2016 und 2018 zwei Saisons in der höchsten Schweizer Liga gespielt. In 52 Spielen kam der Mittelstürmer auf 30 Skorerpunkte (16 Tore, 14 Assists). Kurz nach der Vereinsübernahme durch den Chemie-Giganten Ineos erfolgte jedoch der unerwartete Abstieg.

Margiotta spielte zwar vergangene Saison noch in der Challenge League, markierte in 19 Partien 3 Tore und 9 Assists, aber dann fasste er den Entschluss, die zweithöchste Liga und Lausanne zu verlassen. «Ich wollte wieder in der höchsten Liga spielen – in grösseren Stadien mit vielen Fans. Das gibt es halt in der Challenge League nicht oft.»

Er hat in Luzern schon seine Spuren hinterlassen

Das Angebot des FC Luzern ist da wie gerufen gekommen. Die Innerschweizer haben Margiotta aus dem noch bis 2021 dauernden Vertrag bei Lausanne für eine wahrscheinlich mittlere sechsstellige Summe gekauft, unterzeichneten mit dem 1,78-Meter-Angreifer einen Dreijahreskontrakt bis 2022. «Luzern ist eine grosse Gelegenheit, um meine Karriere neu zu lancieren», sagt Margiotta. Und: «Ich wollte zurück in die Super League, ich kenne die Liga bestens.»

Margiotta hat in Luzern längst seine Spuren hinterlassen. Beim 3:1-Auswärtssieg von Lausanne im September 2016 schoss er zwei Tore und gab einen Assist. Ein Jahr später erzielte er in Luzern den 3:2-Siegtreffer. In total fünf Vergleichen gegen Luzern siegte er dreimal mit Lausanne. «Ich habe immer gut gespielt gegen Luzern», sagt er lächelnd.

Vor allem in der Swisspor-Arena gelangen ihm starke Auftritte. Kein Wunder, schwärmt Margiotta: «Das ist ein sehr schönes Stadion, die Ambiance ist toll. Ich glaube, mit dem heissen Publikum auf deiner Seite ist es noch einfacher, die Bestleistung auf den Platz zu bringen.»

Den FC Luzern und dessen Fans dürstet es danach, endlich wieder einen Spieler in den eigenen Reihen zu haben, der von überdurchschnittlicher Klasse ist. Könnte er der Star sein, der die Luzerner Tifosi glücklich macht? Margiotta hält kurz inne, antwortet dann: «Ich möchte mit meinen Leistungen auf dem Rasen auffallen. Am Ende werden andere sagen, wer ein Star ist und wer keiner ist.» Er sagt weiter: «Für mich zählt jedoch nur das Team und der gemeinsame Erfolg.»

Portrait vom neuen FCL-Stürmer Francesco MargiottaFotografiert am 28. Juni 2019 in Luzern(Manuela Jans-Koch | LZ)

Portrait vom neuen FCL-Stürmer Francesco Margiotta

Fotografiert am 28. Juni 2019 in Luzern
(Manuela Jans-Koch | LZ)

Von Tomi Juric (noch ohne neuen Verein) hat Margiotta die Nummer 9 übernommen. Jetzt sollte er den australischen WM-Teilnehmer von 2018 und wenn möglich auch noch Flügelrakete Ruben Vargas (neu FC Augsburg) als Torschütze ersetzen. Der Turiner macht sich deshalb keinen Kopf: «Als Stürmer werde ich an den Toren und Assists gemessen. Statt zu reden, möchte ich die Leistungen sprechen lassen.»

Im ersten Testspiel am letzten Mittwoch in Brunnen ist ihm auf Anhieb der erste Treffer für die Blauweissen gelungen. Doch weil der FCL gegen Challenge-League-Klub Winterthur 2:4 verlor, findet Margiotta: «Schade, konnten wir nicht gewinnen. Für mich war es nach nur einem Training nicht einfach, sofort zu spielen. Das Tor gibt mir Mut für die nächsten Herausforderungen.»

Häberli erkennt im Stürmer noch grösseres Potenzial

Im Team fühlt er sich gut aufgenommen. «Die Gruppe ist eine Einheit, das sind alles gute Typen. Ich freue mich, mit diesem Team in die Saison zu steigen und bin überzeugt, dass wir zusammen etwas erreichen können.»

FCL-Trainer Thomas Häberli erklärt: «Es ist klar, dass wir nicht unzählige Transfers machen können. Wir müssen deshalb Spieler holen, die uns mit ihrer Qualität weiterhelfen. Mit Francesco ist uns das sicher gelungen.» Über Margiotta sagt Häberli: «Er ist ein Spieler, der sein Potenzial noch nicht ganz ausgeschöpft hat. Ich freue mich enorm auf seine Spielintelligenz und Abschlussqualitäten.» Häberli ist überzeugt: «Er passt zu Luzern und zu uns.»

Im Frühjahr 2017 war Margiotta wegen eines Kreuzbandrisses die ganze Rückrunde ausgefallen. Obwohl er auch zu Beginn der vergangenen Spielzeit sechs Partien verpasste, soll sich Margiotta in einer guten körperlichen Verfassung befinden. Auf dem Rasen ist er jedenfalls dynamisch mit dem Ball am Fuss unterwegs.

Neben dem Platz versprüht er einen seit den Yakins in Luzern nicht mehr gesehenen Glamour. Die Tatöwierungen an den Armen sind bei Fussballern fast schon normal. Wenn man aber die Instagram-Bilder von Margiotta mit seiner attraktiven Freundin Melissa am Strand sieht, dann scheint der FCL-Neuling ein ausgefallener Typ zu sein. Darauf angesprochen, antwortet er: «Ich bin nicht sehr extravagant, ich bin eher scheu. Das sind Bilder aus dem Privatleben. Es ist schön, nicht allein zu sein in einer neuen Stadt.» Am Sonntag folgt ihm Melissa nach Luzern. Sind für den Turiner, der im Juve-Nachwuchs gross wurde, der FC Luzern und die Stadt eine enorme Veränderung? «Sprachlich ist das sicher so», sagt er. «Läuft es sportlich rund, dann gefällt mir auch immer die Stadt, in der ich lebe.»

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