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Ehemaliger FCL-Spieler Xavier Hochstrasser: «Ich laufe nur noch wie ein Grossvater»

Xavier Hochstrasser trifft mit dem 2. Liga-Verein FC Gland (heute, 15.00) im Schweizer Cup auf den FC Luzern. Vom Profifussball ist der 30-Jährige inzwischen weit entfernt. Selber sagt er, er sei nur noch bei 20 Prozent. Ärgern will er seinen Ex-Klub aber dennoch.
Raphael Gutzwiller
Spielte von 2011 bis 2014 für Luzern: Xavier Hochstrasser. (Bild: Philipp Schmidli (Buttisholz, 28. Juni 2014))

Spielte von 2011 bis 2014 für Luzern: Xavier Hochstrasser. (Bild: Philipp Schmidli (Buttisholz, 28. Juni 2014))

Fussball ist nur noch Nebensache. Xavier Hochstrasser, der ehemalige Profifussballer ist heute 2.-Liga-Kicker beim FC Gland, spielt nur noch zum Spass. «Wir haben eine super Stimmung in der Mannschaft», sagt Hochstrasser. Mit dem Zweitligisten Gland trifft Hochstrasser heute (15.00) im Schweizer Cup auf den FC Luzern.

Dabei sollte Hochstrasser längst nicht mehr Fussball spielen. Seit Jahren hat er körperliche Probleme. Angefangen hatte es schon bei seiner Zeit in Luzern und vor allem danach bei Lausanne-Sport mit starken Muskelbeschwerden. Später kamen schwere Hüftprobleme dazu, Arthrose. «Ich laufe nur noch wie ein Grossvater, habe die Hüfte eines 70-Jährigen», sagt Hochstrasser. «Schmerzfrei war ich seit Jahren nicht mehr.» Der Karrierenverlauf zeigte denn auch immer mehr nach unten. Young Boys, Padova, Luzern, Lausanne, Le Mont, Nyon, Onex. Nun also Gland in der 2. Liga regional, mit dem er heute im Schweizer Cup auf den FC Luzern trifft.

David Zibung steht im Tor

Im Cupspiel gegen den FC Gland setzt Trainer René Weiler auf einen anderen Torhüter als in der Meisterschaft und zuletzt in der Europa-League-Qualifikation. Stammgoalie Mirko Salvi, im Sommer von den Grasshoppers gekommen, sitzt auf der Bank. Der langjährige FCL-Stammgoalie David Zibung erhält wieder einmal Einsatzzeit.

Auch sonst wird Weiler Änderungen in der Aufstellung vornehmen. Doch: «Viele Varianten habe ich nicht.» Noch immer sind beim FC Luzern mehrere Stammspieler verletzt. So fehlen derzeit unter anderem Lazar Cirkovic, Tomi Juric, Claudio Lustenberger und Stefan Knezevic. Trotzdem stellt Weiler klar, dass er das Cupspiel gegen Gland nicht auf die leichte Schulter nimmt. «Für uns geht es darum, mit einer Seriosität das Spiel anzugehen und mit einer guten Leistung weiterzukommen.» (rg)

Mögliche Aufstellung. FC Luzern: Zibung; Grether, Schulz, Schmid, Feka; Voca, Ugrinic; Schneuwly, Rodriguez, Schürpf; Eleke.

Eine «Sauftour», die in Erinnerung bleibt

Von 2011 bis 2014 spielte er für den FC Luzern. In Erinnerung geblieben ist der zentrale Mittelfeldspieler, der einst als «Königstransfer» von Murat Yakin in die Innerschweiz geholt wurde, vor allem durch seine «Sauftour» mit Stephan Andrist. Die beiden Spieler hatten vor einer Ligapartie gegen die Grasshoppers im Luzerner Nachtklub «Das schwarze Schaf» über den Durst getrunken. Beide Spieler standen aber nicht im Aufgebot, Hochstrasser kurierte gerade eine Verletzung aus. «In den Boulevardmedien wurde die Geschichte leider völlig falsch dargestellt», sagt Hochstrasser heute. «Was in jener Nacht alles passiert ist, wissen nur Stephan und ich.» Vom FCL wurden die beiden Spieler gebüsst, 400 Franken musste Hochstrasser bezahlen. «Eine Busse für Nichts», sagt er noch heute. Einen Einfluss auf die fussballerische Karriere habe dieses Abenteuer aber nicht gehabt. «Ich habe unter Carlos Bernegger ja dann wieder regelmässig gespielt.»

Als 18-Jähriger hatte Xavier Hochstrasser einst für die Young Boys in der Super League debütiert, 192 weitere Partien in der höchsten Schweizer Spielklasse folgten. In der zweiterfolgreichsten Saison der jüngeren Berner Vereinsgeschichte, als die Young Boys 2008 trotz 13 Punkten Vorsprung den Schweizer Meistertitel doch nicht holten, zog Hochstrasser als 19-Jähriger im YB-Mittelfeld die Fäden. Zehn Jahre später spielt jener Hochstrasser in der 2. Liga regional. «Ich bin noch vielleicht bei 20 Prozent von meiner damaligen Form.»

Bei Gland ist er in diesem Sommer über einen Freund gelandet, der ihn überredet habe, wieder mit dem Fussballspielen anzufangen. Davor hatte er fünf Monate eine Pause gemacht. Bei seinem Stammklub Onex, bei dem Xavier Hochstrassers Vater Trainer war, war er zuvor nicht glücklich geworden. «Die Stimmung in der Mannschaft passte leider nicht. Darum hat es mir keinen Spass gemacht.» Wütend, dass sein Sohn den FC Onex verlassen hat, war der Vater übrigens nicht: Er hat inzwischen als Trainer aufgehört. «Nun kann er wie immer in meiner Karriere meine Spiele schauen», sagt Hochstrasser und lächelt.

Die berufliche Karriere von Xavier Hochstrasser hat nichts mehr mit Fussball zu tun. Eben erst hat er eine KV-Lehre begonnen. Ab September drückte er wieder die Schulbank. «Das wird sicher speziell. Ich war schon sehr lange nicht mehr in der Schule.»

Zuerst wartet für Hochstrasser und seinen FC Gland aber der Saisonhöhepunkt. «Für einige Mitspieler ist es das Spiel des Lebens. Für mich ist es nicht ganz so speziell. Ich weiss, was auf mich zukommt, habe ja selber auf diesem Level gespielt.» Und wie gross ist der Unterschied zwischen dem FC Luzern und dem FC Gland? «Da liegen Planeten dazwischen, der FCL ist fast in einem anderen Sonnensystem. Unsere Chancen stehen bei 1:1000. Aber im Fussball weiss man ja nie.»

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