INTERIMSTRAINER: Banker Jean-Daniel Gross verlangt mehr Risiko

Jean-Daniel Gross, der U-21-Trainer, wird den FCL betreuen, bis ein neuer Teamchef da ist. Der 42-Jährige hat klare Vorstellun­gen, was er bis zum YB-Spiel erreichen will.

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Jean-Daniel Gross, derzeit Interimstrainer beim FCL. (Archivbild Werner Schelbert/Neue LZ)

Jean-Daniel Gross, derzeit Interimstrainer beim FCL. (Archivbild Werner Schelbert/Neue LZ)

Die Anfrage kam am Sonntag kurz nach dem 1.-Liga-Spiel FCL U 21 - Cham (2:3). «Ich war in diesem Moment zuerst sehr überrascht», sagt Jean-Daniel Gross, der seit dieser Saison neu für Luzerns U-21-Team zuständig ist. «Doch wenn die Geschäftsleitung das Gefühl hat, dass ich die richtige Person für die Interimslösung beim FCL-Profiteam bin, dann mache ich das natürlich gerne», sagt der 42-Jährige, der diese Aufgabe als «grosse Herausforderung» betrachtet. Weil Gross nur zu 50 Prozent beim FCL angestellt ist und daneben noch bei der Luzerner Kantonalbank arbeitet, musste er dort zuerst das Okay einholen. «Mein Arbeitgeber hat schnell entschieden und mir diese Woche zur Verfügung gestellt, damit ich mich voll auf den FCL konzentrieren kann.» Seine Arbeit beim U-21-Team soll in dieser Zeit interimistisch Salvatore Romano übernehmen, der zuletzt der Assistent von Ciriaco Sforza war.

Gegen YB auf der Bank
Selbst wenn der FCL in der Trainerfrage sofort eine Lösung findet, wird Gross am Sonntag (16.00, Liveticker und Matchbericht auf Zisch) im Heimspiel gegen YB als Teamverantwortlicher auf der Luzerner Bank sitzen. «Bis dahin», erklärt Gross, der heute Dienstag seine ersten beiden Trainingseinheiten mit dem Super-League-Team bestreitet, «bleiben mir nur fünf Tage, um mit der Mannschaft zu arbeiten. Und in dieser Zeit kann man die Welt nicht neu erfinden. Es wird deshalb keine Revolution geben.» Der neue Interimstrainer betont auch explizit, «dass in dieser Woche sicher nicht meine Person im Fokus steht, sondern ganz klar die Mannschaft, die Spieler.»

Jean-Daniel Gross will im taktischen und im technischen Bereich praktisch nichts verändern. «Das wird die Aufgabe des neuen Trainers sein», sagt er. Priorität hat für ihn vielmehr die nicht leichte Aufgabe, die mentale Blockade zu lösen, mit der die Spieler offenbar zu kämpfen haben. Diesbezüglich hat er letzte Saison als Trainer des SC Cham in der Challenge League Erfahrungen mit einem Team gesammelt, das nach den vielen Niederlagen immer wieder mental aufgebaut werden musste. «Entscheidend ist», betont der frühere Nationalligafussballer, «dass die FCL-Spieler jetzt nicht Angst haben, Fehler zu machen. Es gibt keinen Grund dazu. Denn ohne Mut zum Risiko gewinnt man auch im Fussball nichts. Und wer nicht gewinnt, dem fehlt auch das nötige Erfolgserlebnis, welches das Selbstvertrauen zurückbringt.» Dazu liefert er gleich ein Beispiel: «Wenn ich mich traue, fünfmal in ein 1:1 zu gehen, bleibe ich dreimal hängen, aber zweimal komme ich durch. Und schon solche kleine Erfolge können den mentalen Knopf lösen.»

Alex Trunz

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag im Sportteil der Neuen Luzerner Zeitung.