Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

INTERVIEW MORININI: «Alle anderen Anfragen habe ich abgelehnt»

Die Überraschung heisst Roberto Morinini: Der 57-jährige Tessiner übernimmt bis Ende der Saison den FC Luzern. Und kann sich vorstellen, viel länger zu bleiben.
Roberto Morinini an der FCL-Pressekonferenz vom Sonntag. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Roberto Morinini an der FCL-Pressekonferenz vom Sonntag. (Bild Philipp Schmidli/Neue LZ)

Zuerst war es eine Liste, auf der jeder Trainername einen Platz bekam, der gerade verfügbar war. Das war am letzten Sonntag, dem Tag, an dem Ciriaco Sforza als Trainer des FC Luzern entlassen wurde und die Suche nach einem Nachfolger einsetzte.

Eine Woche Zeit gaben sich die Verantwortlichen des Vereins, um die Liste kontinuierlich zu reduzieren. Am Samstagabend fiel der Entscheid, am Sonntag wurde er kommuniziert: Roberto Morinini übernimmt die Mannschaft. Der 57-jährige Tessiner kehrt nach seinem letzten Engagement in Yverdon ins Geschäft zurück.

Roberto Morinini, über die Nachfolge von Ciriaco Sforza wurde viel spekuliert, Ihr Name aber nie genannt. Waren Sie selber auch überrascht, als Sie vom FC Luzern kontaktiert wurden?

Roberto Morinini: Ja, das war ich.

Haben Sie geglaubt, es mache jemand einen Scherz mit Ihnen?

Morinini: (schmunzelt) Nein. Wir haben sofort schnell seriöse, gute Gespräche geführt. Dass die Wahl auf mich gefallen ist, empfinde ich als Ehre. Ich bin Luzern dankbar.

Haben Sie keinen Moment gezögert?

Morinini: Nein, auf keinen Fall. Schauen Sie sich den Verein an, die Mannschaft mit Substanz, die Tradition, die Zuschauer. Und ich wollte zurück ins Trainergeschäft.

Haben Sie aktiv eine Stelle gesucht?

Morinini: Nicht unbedingt. Es gab verschiedene Anfragen von Schweizer Vereinen, aber ich habe alle abgelehnt. Bis Luzern kam. Ich wollte nicht einfach eine Mannschaft trainieren, um eine Mannschaft trainiert zu haben. Es muss ein Projekt sein, es muss eine Idee dahinterstecken.

Ihr Vertrag läuft aber nur bis Ende Juni 2009.

Morinini: Das wollte ich so.

Trotzdem: Wenn Sie von einem Projekt reden, scheint das ein ziemlich kurzfristiges zu sein. Zehn Monate ?

Morinini: Vielleicht werden es ja zehn Jahre (lacht laut). Ich kann mir vorstellen, dass wir am Anfang eines Projektes stehen. Zuerst muss ich mir einen Überblick verschaffen und mich einarbeiten. Das aktuelle Kader ist ja vor allem von Ciriaco Sforza und Sportchef Bruno Galliker zusammengestellt worden. Aber ich kann mir vorstellen, dass beide Parteien am Ende der Saison das Gefühl haben, dass es gut wäre, die Zukunft gemeinsam zu bestreiten.

Sie haben vor Ihrer Zusage den FCL in Bellinzona gesehen. Was für einen Eindruck haben Sie von der Mannschaft gewonnen?

Morinini: Luzern hat sehr gute Spieler, Seoane, Renggli, einen sehr guten Torhüter, Lustenberger ? Wenn Sie mich auf Bellinzona ansprechen: Lange war die Mannschaft ganz gut. Aber ein Team, das Selbstvertrauen hat und von einer Euphorie getragen wird, schiesst das 3:0. Und gewinnt dann klar. Es kam mir vor, als hätte der FC Luzern Angst vor dem Gewinnen gehabt.

Sie dürften vom krassen Fehlstart in die Saison auch überrascht gewesen sein ?

Morinini:? ja, natürlich ?

? und Sie werden sich auch Gedanken gemacht haben, welche Gründe die Negativserie haben könnte.

Morinini: Ich sehe nicht einen einzigen Grund. Die Spieler waren sicher blockiert, vieles spielt sich im Kopf ab.

Was erwarten Sie von der Mannschaft?

Morinini: Wir müssen schnell anfangen zu siegen. Das hat Priorität. Wichtig ist für mich auch die Art und Weise, wie wir auftreten. Und dann will ich ein paar Junge ins Kader aufnehmen, die den Konkurrenzkampf schüren.

Auf Punkte sind Sie angewiesen.

Morinini: Für die Resultate ist der Trainer verantwortlich, für die Art und Weise der Auftritte. Ich bin überzeugt, dass wir den Ligaerhalt schaffen.

Stellen Sie das System um?

Morinini: Das lasse ich offen. Das Fussballspielen ist nicht das Problem des FC Luzern, es ist vielmehr die mentale Verfassung. Ich erwarte, dass die Spieler alles geben und die Zuschauer spüren, dass die Mannschaft alles unternommen hat.

Die Mannschaft muss vor allem Tore schiessen. Wurde der Abgang von Mauro Lustrinelli unterschätzt?

Morinini: Wenn einer 14 Tore pro Saison schiesst und dann geht, ist das ein Verlust.

Fordern Sie einen neuen Stürmer?

Morinini: Zuerst will ich einen Monat arbeiten und danach mit dem Vorstand über allfällige Veränderungen befinden. Noch einmal: Die Substanz ist vorhanden. Nehmen wir das Beispiel Chiumiento: Ihn sehe ich nicht auf der linken Seite, sondern zentral hinter den Spitzen. Er ist auf dieser Position einer der Besten in der Schweiz.

Wie verständigen Sie sich mit den Spielern?

Morinini: Vorderhand kommuniziere ich auf Italienisch, Französisch, Spanisch und auch Deutsch. Mein Deutsch will ich schnell verbessern.

Interview Peter Birrer und Alex Trunz


Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.