INTERVIEW SFORZA: «Einigen scheint es zu gut zu gehen»

Der FCL gerät nach drei Niederlagen in den letzten vier Runden wieder unter Druck. Trainer Ciriaco Sforza muss Fragen beantworten – auch jene nach Ahmad Sharbini.

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Enttäuscht nach dem verlorenen Spiel gegen die Young Boys: Trainer Ciriaco Sforza. (Bild Keystone)

Enttäuscht nach dem verlorenen Spiel gegen die Young Boys: Trainer Ciriaco Sforza. (Bild Keystone)

Ciriaco Sforza, nach dem 0:3 gegen YB hat Lustrinelli gesagt, die Einstellung habe nicht gestimmt. Einverstanden?
Ciriaco Sforza: Zu diesem Schluss muss ich auch kommen, wenn ich das Spiel noch einmal Revue passieren lasse. Solange wir bereit waren, konsequent in die Zweikämpfe zu gehen und den Aufwand auf uns zu nehmen, hat alles ziemlich gut ausgesehen. Aber dann haben wir wieder nachgelassen und YB nicht mehr beschäftigt. Also hat das mit der Einstellung zu tun.

Zeitweise sah es wie ein Rückfall in die Vorrunde aus. Sforza: Das mag auf gewisse Spieler zutreffen. Einigen scheint es wohl zu gut zu gehen, dieses Gefühl habe ich jedenfalls bekommen. Vielleicht gibt es welche, die sich sagen: Im Juni bin ich sowieso nicht mehr da. Gegen GC fehlte der Biss im Abschluss, gegen Young Boys war die Effizienz gleich null, dafür die Fehlerquote enorm hoch und die Niederlage folglich kein Zufall.

Haben Sie dafür eine Erklärung?
Sforza: 5 bis 10 Prozent haben wieder gefehlt, das ist offensichtlich und letztlich massgebend. Und wenn das der Fall ist, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn wir verlieren.

Warum haben Sie auch gegen YB nur auf einen Stürmer gesetzt?
Sforza: Wenn wir umgesetzt hätten, was ich verlangt habe, wäre Lustrinelli nicht die einzige Spitze gewesen. Aber richtig ist, dass aus dem Mittelfeld die Unterstützung ausblieb. Aber Shi Jun war zweieinhalb Wochen verletzt, Alternativen sind kaum vorhanden. Zudem fehlt für das 4:4:2-System die ideale Besetzung für die rechte Seite.

Ist es von Vorteil, auf den FCB statt auf Thun oder Xamax zu treffen?
Sforza: Wir können in Basel nur gewinnen. Von daher sehe ich Vorteile. Aber eines werden wir sicher nicht tun: destruktiv auftreten. Ich verlange von der Mannschaft, dass sie Fussball spielt.

Interview: Peter Birrer

Auszug aus der Neuen Luzerner Zeitung vom 20. März 2008.