INTERVIEW ZIBUNG: «Wir müssen böser werden»

Der FCL kommt punktemässig nicht mehr vom Fleck. Vor dem Spiel bei Leader Basel erklärt Captain David Zibung, was ändern muss, damit die Resultate wieder stimmen.

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David Zibung. (Bild Maria Schmid / Neue LZ)

David Zibung. (Bild Maria Schmid / Neue LZ)

David Zibung, was muss der FCL in Basel tun, damit er nicht wieder 0:2 oder 0:3 verliert?
Zibung: Wir müssen defensiv 95 Minuten konzentriert sein. Denn die Gegentore, die wir im Moment kassieren, werden nicht durch Positions- oder Abstimmungsfehler verursacht, sondern ganz einfach durch Konzentrationsmängel. Und das fing im letzten Spiel gegen YB bei mir selber an. Oder das zeigte sich beispielsweise auch vor dem ersten Gegentor, als wir über den Ball geschlagen haben.

In Basel wird der FCL primär in der Defensive gefordert sein. Und der FCB ist bekannt für seine Klasse bei den stehenden Bällen.
Zibung: Die Sache bei stehenden Bällen ist eigentlich einfach: Jeder hat seine Aufgabe. Und wenn jeder von uns diese hundertprozentig erfüllt, und wenn wir auch bei allfälligen Abprallern wie beim 0:1 gegen GC noch entschlossener reagieren, dann macht der Gegner kein Tor. Das wird in Basel aber doppelt schwer, denn der FCB ist für mich physisch die beste Mannschaft.

Im Gegensatz zum Leader aus Basel waren die ruhenden Bälle zuletzt nicht gerade die Stärke des FC Luzern.
Zibung:
Die Eckbälle kamen zu nahe aufs Tor. Dabei sind wir aber wieder beim Thema Konzentration. Der Ball muss eben so konzentriert geschlagen werden, dass er in jenen Raum kommt, in den unsere Spieler hineinlaufen.

Es fehlt bei diesen Bällen aber auch an der aggressiven Präsenz im Strafraum.
Zibung: Das stimmt. Wir sind zu lieb, zu brav vor dem gegnerischen Goalie. Im Spiel gegen GC zum Beispiel wurde ich von Salatic schon beim ersten Corner attackiert. Wölfli dagegen konnte am Dienstag die ersten vier Corner herunterholen, ohne von uns nur einmal attackiert zu werden. So verschaffen wir uns doch keinen Respekt.

Was muss sich folglich in den nächsten Spielen ändern?
Zibung: Wir müssen böser werden und in diesen Duellen auch einmal eine gelbe Karte riskieren. Und wir dürfen nicht mehr die kleinen Luzerner sein, die ans Spiel kommen und erst einmal abwarten, was mit uns passiert.

Alex Trunz

Auszug aus der Neuen Luzerner Zeitung vom 22. März 2008.