Jahresrückblick Sport: Krieg und Burgfrieden beim FC Luzern

Der FC Luzern hat ein enorm turbulentes Jahr hinter sich. Privatdetektive, Intrigen, geplatzte und gelungene Aktiendeals: Das FCL-Jahr 2019 bot alles, was es für eine gute Seifenoper braucht.

Cyrill Aregger
Hören
Drucken
Teilen
Im Uhrzeigersinn von links oben: Hans Schmid, Bernhard Alpstaeg, Marco Sieber und Samih Sawiris.

Im Uhrzeigersinn von links oben: Hans Schmid, Bernhard Alpstaeg, Marco Sieber und Samih Sawiris.

Bilder: Matthias Jurt, Philipp Schmidli, Keystone

Im Aktionärsstreit erhob die Triple-S-Gruppe mit Samih Sawiris, Hans Schmid und Marco Sieber schwere Vorwürfe gegen Bernhard Alpstaeg, seit Mai offiziell Mehrheitsaktionär der FCL Holding AG. Wie unsere Zeitung öffentlich gemacht hat, soll der Swisspor-Patron seine Gegner auch mit Drohungen zum Einlenken gebracht haben. Die Triple-S-Gruppe spricht beispielsweise von zurückgehaltenen Zahlungen. Auch hat Alpstaeg dem Anwalt der Gruppe eröffnet, ein Privatdetektiv habe in seinem Auftrag verfängliche Mails der Gruppenmitglieder abgefangen. Auch die Aktienmehrheit an der Swisspor-Arena hat sich Alpstaeg ohne Wissen seiner damaligen Verwaltungsratskollegen gesichert.

Nachdem die Triple-S-Gruppe Alpstaeg ein Kauf- respektive Verkaufsangebot für die FCL-Aktien unterbreitet hat, reagierte Alpstaeg mit dem Austritt aus dem Verwaltungsrat. Die Triple-S-Gruppe, die von FCL- Präsident Philipp Studhalter nicht über den Alpstaeg-Rücktritt informiert wurde, reichte kurz darauf ebenfalls ihren Rücktritt ein. Präsident Studhalter danach wollte verhindern, dass über den Streit und seine eigene Rolle darin berichtet wird – und blitzte vor Gericht ab.

Im November schliesslich wird ein Burgfrieden verkündet: Die Kontrahenten (oder ihre Vertreter) sprechen wieder miteinander, der Aktionärsstreit soll bis September 2020 an einem runden Tisch gelöst werden. Und, für den FCL und seine Angestellten besonders wichtig: Die Aktionäre verpflichten sich, bis 2021 für die Finanzierung und allfällige Defizite aufzukommen. Der FCL kann weiter Geschichten schreiben.