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Jungprofi Idriz Voca will beim FC Luzern Verantwortung übernehmen

Idriz Voca (21) ist ein Leidtragender der Abgänge von Trainer Gerardo Seoane und Mittelfeldchef Hekuran Kryeziu. Negativ sieht er das aber nicht. Stattdessen möchte er künftig im Luzerner Zentrum den Takt angeben – wenn er denn darf.
Raphael Gutzwiller
Ruhig und abgeklärt – auch neben dem Platz: Idriz Voca erhält Anweisungen von FCL-Assitenztrainer Thomas Binggeli. Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Delle, 14. Juli 2018)

Ruhig und abgeklärt – auch neben dem Platz: Idriz Voca erhält Anweisungen von FCL-Assitenztrainer Thomas Binggeli. Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Delle, 14. Juli 2018)

Als Idriz Voca in der U15 des FC Luzern spielte und immer wieder verletzt ausfiel, hatte er genug. Der Stansstader entschied sich, seine Fussballschuhe an den Nagel zu hängen, eine Karriere zu beenden, die noch gar nicht begonnen hatte. Das liess aber sein damaliger Trainer nicht zu: Gerardo Seoane. Der ehemalige FCL-Profi überredete Voca, weiterzumachen. Einige Jahre später sollte Seoane auch derjenige sein, der Voca in der ersten Mannschaft des FC Luzern integrierte. Kaum hatte Seoane das Cheftraineramt beim FCL im Januar dieses Jahres übernommen, spielte Voca immer. In allen 17 Spielen der Rückrunde stand der zentrale Mittelfeldspieler in der Startaufstellung.

Erfolgsduo wurde auseinandergerissen

Seoane ist nun nicht mehr da, er arbeitet neu als Cheftrainer von Schweizer Meister BSC Young Boys. Und plötzlich ist Voca beim FC Luzern nicht mehr unantastbar. Im Startspiel gegen Neuchâtel Xamax sass der 21-jährige kosovarische Nationalspieler 90 Minuten auf der Bank. «Viel verändert hat sich für mich durch den Abgang von Seoane aber nicht. Ich bin Spieler des FC Luzern und versuche, hier Vollgas zu geben», sagt Voca, der den Entscheid gegen Xamax natürlich «akzeptiert» hat. Der neue FCL-Trainer René Weiler erklärte, dass er seine Aufstellungen unter anderem auch nach den Eindrücken aus den Trainings vornehme. Dabei sagt Voca selber auf die Frage, ob er ein Trainingsweltmeister sei: «Ja, ich gebe in jedem Training alles.» Der junge Nidwaldner hat sich in der letzten Woche aufdrängen wollen, kam wohl aber auch wegen der Verletzungsmisere in der Innenverteidigung gegen Thun 90 Minuten zum Einsatz. «Es war kein gutes Spiel von uns», sagt er zur zweiten Niederlage im zweiten Meisterschaftsspiel, die Berner Oberländer siegten mit 2:1.

Neben Seoane musste der FC Luzern in der Sommerpause auch die Abgänge von Torhüter Jonas Omlin (Basel) und Mittelfeldmotor Hekuran Kryeziu (Zürich) verkraften. Gerade das Fehlen von Kryeziu hat auf dem Platz Konsequenzen für Idriz Voca. Das unbestrittene Sechser-Duo Kryeziu/Voca wurde durch den Wechsel auseinandergerissen. «Ich verstehe mich mit Heki auf und neben dem Platz sehr gut. Deshalb finde ich es natürlich schade, dass er zu Zürich wechselte», sagt Voca. Die beiden spielen auch in der kosovarischen Nationalmannschaft miteinander.

Kryeziu war der klare Chef des Duos, derjenige, der das Zepter in die Hand nahm und dirigierte. Voca konnte sich so ganz auf seine Leistung konzentrieren, er brillierte vor allem durch eine ruhige und abgeklärte Spielweise, Zweikampfstärke und grosse Laufarbeit. Gegen Thun hatte Voca nun nicht mehr Kryeziu, sondern den noch jüngeren Filip Ugrinic (19) neben sich. «Natürlich versuche ich, in dieser Konstellation mehr Verantwortung zu übernehmen», sagt Voca, der auch neben dem Platz ruhig und abgeklärt wirkt. «Unsere Aufgabe im zentralen Mittelfeld ist es, den Mitspielern klare Signale zu geben, damit die Taktik des Trainers auf dem Platz umgesetzt wird. So lösen wir etwa das Pressing aus.» Voca ist überzeugt, dass er diese verantwortungsvolle Aufgabe tragen kann. In der U21, auch damals unter seinem Förderer Gerardo Seoane, war er Captain und Mittelfeldstratege. Eine Rolle, die er künftig im Fanionteam des FC Luzern einnehmen könnte, auch wenn er selber betont: «Natürlich brauche ich dazu auch noch ein bisschen Zeit.»

Doch bereits im ersten Spiel bei den Profis hatte Voca gezeigt, dass er Verantwortung übernehmen kann. Im Cup-Halbfinal in Sion am 5. April 2017 wurde er vom damaligen Trainer Markus Babbel in der Verlängerung eingewechselt. Im Penaltyschiessen schnappte er sich den Ball – und verwandelte souverän. Für die Finalqualifikation reichte es dennoch nicht, weil Markus Neumayr und Nicolas Haas nicht trafen. Etwas mehr als ein Jahr später ist der FC Luzern in einer schwierigen Situation. Nach zwei Spielen unter René Weiler hat er immer noch keine Punkte und steht gemeinsam mit den Grasshoppers am Tabellenende. «Natürlich wollen wir nun gegen Lugano gewinnen», sagt Voca. Nach der Verletzung von Custodio (siehe Box) ist anzunehmen, dass der Stansstader wieder von Beginn an ran darf – und Verantwortung übernehmen will.

Custodio fällt für mindestens drei Wochen aus

FCL-Spieler Olivier Custodio fällt für mindestens drei Wochen aus. Der 23-jährige Westschweizer ist beim Spiel gegen den FC Thun am Sonntag im Kunstrasen hängen geblieben und hat sich dabei einen kleinen Einriss der Patellasehne zugezogen, wie ärztliche Untersuchungen gestern ergaben. Eine Operation sei nicht nötig, teilte der FC Luzern mit. Es seien keine Bänder in Mitleidenschaft gezogen worden.In etwa drei Wochen soll Custodio wieder am Mannschaftstraining teilnehmen können. Damit ist die Verletzung des Mittelfeldakteurs, der gegen Thun in der Innenverteidigung agierte, weniger schlimm als zunächst angenommen. Der FCL hat nun aber ein Problem in der Abwehr: Mit Yannick Schmid und Lucas Alves stehen nur zwei fitte Innenverteidiger zur Verfügung. Neben Custodio sind auch Lazar Cirkovic, Stefan Knezevic und Marvin Schulz verletzt. (rg)

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