Tomi Juric und der FC Luzern müssen sich wieder finden

Beim FC Luzern überwiegt in der Länderspielpause das Positive: Das Team von René Weiler steht auf Platz 4, hat neun Punkte aus sechs Ligaspielen gewonnen. Nächstens bekommt die erfreulich gestartete Mannschaft Verstärkungen.

Daniel Wyrsch
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Tomi Juric soll laut Trainer René Weiler «etwas für die persönliche Statistik tun». (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Sion, 4. März 2018))

Tomi Juric soll laut Trainer René Weiler «etwas für die persönliche Statistik tun». (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Sion, 4. März 2018))

FCL-Sportkoordinator Remo Meyer (37) macht die Einstellung der Mannschaft stolz. Über den Umschwung mit den zwei späten Toren zum 2:1-Heimsieg gegen GC sagt er: «Die Spieler glaubten immer daran, sie spielten nach vorne, gingen Risiken ein.»

Der FC Luzern hat nach anfänglich ernüchternden Resultaten gegen Aufsteiger Neuchâtel Xamax (0:2) und in Thun (1:2) in den letzten beiden Spielen mit Siegen in St. Gallen (1:0) und gegen GC den Tritt gefunden. Die Innerschweizer, die zu Beginn der Saison bereits Lugano (4:2) besiegt hatten, besitzen einen beachtlichen Kontostand von neun Zählern aus sechs Partien. Auch Meyer ist mit der Ausbeute des Tabellenvierten zufrieden. «Von den Punkten her ist das ­sicher in Ordnung.» Dabei ruft er ins Gedächtnis, dass die Mannschaft des neuen Trainers René Weiler bis jetzt viele Langzeitverletzte zu beklagen hatte. Aussenverteidiger Claudio Lustenberger fällt mit einer Schambeinentzündung für unbestimmte Zeit aus, Weiler rechnet aufgrund dessen schon gar nicht mehr mit dem langjährigen Captain.

Comeback von Cirkovic und Knezevic im Teamtraining

Meyer: «Bei Lazar Cirkovic und Stefan Knezevic hatten wir ebenfalls nicht erwartet, dass sich die Verletzungspause so lange hinziehen wird.» Die gute Nachricht ist, dass die Rückkehr der beiden Innenverteidiger ins Mannschaftstraining diese oder nächste Woche – also während der Länderspielpause – geplant ist. «Ich hoffe, dass es klappt, dann stossen mit Otar Kakabadze und Tsiy William Ndenge nicht nur die beiden Neuen frisch zum Team, sondern auch noch zwei bekannte Gesichter», so Meyer.

Ausserdem sollte schon bald wieder Stürmer Tomi Juric die Fussballschuhe schnüren. Gemäss verschiedenen Informationen von Basler Seite war der 27-jährige australische Nationalspieler letzte Woche beim FC Basel zum Medizin-Check. Aufgrund des Resultates beschied ihm danach Sportchef Marco Streller, dass der FCB auf ihn verzichtet. Dies möchte Remo Meyer nicht bestätigen, er sagt dazu nur: «Die Basler hatten sich mit Tomi Juric befasst, sind dann aber nicht mit ihm zum Abschluss gekommen.»

Wie dem auch sei, nach dem gescheiterten Transfer ans Rheinknie ist Fakt, dass der Vertrag von Juric beim FCL bis zum Ende der laufenden Saison weiterläuft. Coach Weiler fordert den Mittelstürmer auf, möglichst schnell auf den Platz zurückzukehren und «etwas für die persönliche Statistik zu tun». Meyer erklärt: «Tomi Juric war und ist Bestandteil unseres Kaders. Schon vor der WM war er jedoch verletzt, dann kehrte er ebenso verletzt aus Russland zurück und hat daher bis jetzt noch kein Training gemacht.» Der Sportchef erhofft sich, dass der Australien-Kroate so schnell wie möglich zurückkommt und sich für Einsätze aufdrängt. Ausgeklammert wird dabei die Basler Version, gemäss dieser hat der Profi ein gesundheitliches Problem. Die offizielle Verletzung heisst Muskelfaserriss, vor der WM hatte sich Juric mit Knieproblemen herumgeschlagen. Bereits letzte Saison kritisierte der damalige FCL-­Coach Markus Babbel den Spieler Juric wegen teils mangelhafter Einstellung. In 27 Ligaspielen der letzten Spielzeit schoss Juric 7 Tore und gab 6 Assists. Mit dem nötigen Biss könnte der kräftige «Aussie» für die Innerschweizer durchaus wieder zum wertvollen Profi werden.

Transferausgaben sind gemäss Meyer im Budget

Meyer hat eine sehr intensive Transferzeit hinter sich. Zuerst holte er als Nachfolger für Gerardo Seoane Anderlechts Meistertrainer von 2017, Weiler. Dann den inzwischen zweifachen Ligatorschützen Blessing Eleke im Sturm von Ashdod aus Israel. Vor dem Schliessen des Transferfensters gelangen Meyer die Verpflichtungen von Rechtsverteidiger Kakabadze (aus Tarragona) und Mittelfeldspieler Ndenge (von Gladbach). Auf mögliche Dienste von Thun-Linksverteidiger Mickaël Facchinetti verzichtete er, dafür verlängerte er mit dem Goalgetter Pascal Schürpf. Die getätigten Zuzüge kosteten gemäss Einschätzungen unserer Zeitung und von transfermarkt.com total über 2 Millionen Franken. Ergibt das überdurchschnittlich hohe Transferausgaben für Luzern? Meyer verneint: «Alles ist im Rahmen des vorgegebenen Budgets, in den Vorjahren waren die Aufwände ähnlich hoch.» Mussten die Transfererlöse für die Abgänge von Goalie Jonas Omlin (zu Basel) und Coach Gerardo Seoane (zu YB) für Zukäufe herhalten? «Nein.» Und: «Aus wirtschaftlicher Sicht bin ich mit diesen Transfers zufrieden.»

Das FCL-Toptalent Filip Ugrinic muss Taktik büffeln

Der FC Luzern hat vor dem Heimspiel von heute (16 Uhr) gegen GC mit Goalgetter Pascal Schürpf verlängert. Gegen den Rekordmeister soll auch wieder das Eigengewächs Filip Ugrinic seine Klasse zeigen.
Daniel Wyrsch