KÜSSNACHT - LUZERN 1:7: Luzerner schiessen sich Frust von der Seele

Als Tabellenletzter der Super-League durfte der FC Luzern im Freundschafts­spiel gegen den 2.-Liga-Inter-Klub Küssnacht wieder einmal Tore in Hülle und Fülle schiessen und ganze 22 Spieler auftreten lassen. Und Jean-Michel Tchouga schoss sein erstes Tor seit über acht Monaten.

Drucken
Teilen
Jean-Michel Tchouga bei der 1:2-Niederlage gegen Thun vom 8. Dezember 2007: Das Anschlusstor war sein letzter Treffer. (Bild Philipp Schmidli)

Jean-Michel Tchouga bei der 1:2-Niederlage gegen Thun vom 8. Dezember 2007: Das Anschlusstor war sein letzter Treffer. (Bild Philipp Schmidli)

Luzerns Gastspiel auf der neuen Sportanlage Luterbach in Küssnacht war durch und durch ein Freundschaftsspiel: Dem Festzelt entwichen Bratwurstdüfte, die hellen Späne der Finnenbahn lagen frisch, der neue Rasen leuchtete. 

Das Spiel sah weder Karten noch grobe Aktionen - allerdings blieben in diesem freundschaftlichen Treffen die Spannung und die hohe Kunst der Zunft gänzlich aus. Die in jüngster Zeit arg gebeutelten Luzerner wurden freundlich willkommen geheissen. Ein Match gegen den Zentralschweizer Club der obersten Liga sollte den neuen Platz des Fussballclubs Küssnacht eröffnen.

Gislers Gewaltsschuss zum Ehrentor
Küssnacht (2. Liga Inter) hatte zwar durchaus Qualitäten: Das vornehmlich tief gehaltene und schnelle Passspiel brachte die Luzerner allerdings kaum in Verlegenheit - echte Chancen blieben Mangelware. Einzig in der 69. Minute war Luzerns Torhüter König chancenlos, als der Küssnächtler Gisler nach einem langen Pass von Jost in die linke Tiefe mit einem gewaltigen Schuss den einzigen Treffer des Heimclubs verbuchen konnte. 

Der hohe Sieg der überlegenen Luzerner konnte aber nicht über ein doch eher bescheidenes Fussballspiel hinwegtäuschen. Interessant war zunächst nur, dass nach der Pause eine gänzlich neue FCL-Mannschaft auf den Platz lief.

Jean-Michel Tchouga kam, sah und traf
Im «FCL-Team 2» nach der Pause war es vor allem der Kameruner Jean-Michel Tchouga, der Akzente setzten und vor dem gegnerischen Tor sehenswerte Kombinationen mitverantworten konnte. Nach der achtmonatigen Verletzungspause durfte Interimstrainer Jean-Daniel Gross erstmals wieder auf den Stürmer zurückgreifen. Und Tchouga dankte es sich und der Mannschaft mit seinem ersten Tor für den FC Luzern seit dem Treffer bei der 1:2-Niederlage gegen Thun am 8. Dezember 2007. 

Gemessen an der ersten Halbzeit war die zweite abgesehen von den Tchouga-Szenen und einigen gefährlichen Schüssen aufs Tor (vor allem Schirinzi) in allem aber stumpfer.

Erfrischender Auftritt der Nachwuchstalente
Vor der Pause kontrollierte meist Chiumiento das Zentrum, verteilte die Bälle und trug wesentlich zu den Vorstössen bei, während die Defensive sicher stand und nur selten hinter der Mittellinie agieren musste. Zibung stand ebenfalls solide, als Zeyrek ein wuchtiger, direkter Freistoss aufs Luzerner Tor gelang. 

Insgesamt wirkte die «erste Mannschaft» souveräner, eingespielter, frischer. Dass Gross im zweiten Team immerhin auf vier U21-Spieler zurückgriff, zeigt sein Vertrauen in die eigene Nachwuchsarbeit.

Aus Küssnacht: Kuno Studer / Zisch

Video-Interview mit Jean-Daniel Gross folgt am Donnerstag Nachmittag.

Küssnacht - Luzern 1:7 (0:4)
Luterbach. – 650 Zuschauer. - SR Meister – Tore: 4. Mesbah 0:1, 17. Chiumiento 0:2, 35. Steiner (Eigentor) 0:3, 40. Paquito 0:4, 50. Gajic 0:5 , 63. Gajic 0:6, 69. Gisler 1:6, 74. Tchouga 1:7.

Küssnacht:
Gachnang (Ulrich, 46.); Steiner, Tschopp, Ineichen (Berisha, 64.), Zeyrek (Kienzler, 46.); Marty, Dicic (Todorovic, 46.); Villiger (Korner, 46.), Lüthold (Doggwiler, 46.), Gisler (Ducrey, 75.); Jermann (Jost, 46.)

Luzern:
(Auswechslungen alle nach erster Halbzeit) Zibung (König); Lustenberger (Zverotic), Imbach (Seoane), Schwegler (Büchli), Lambert (Saqi); Chiumiento (Imholz), Wiss (Gajic); Mesbah (Schirinzi), Ferreira (Boussaha), Sorgic (Karanovic); Paquito (Tchouga)

Bemerkungen:
Freundschaftsspiel. Unbeschränkte Auswechslungen. Luzern ohne Renggli, Ravasi, Veskovac, Diarra, und Pacar (alle verletzt); Kukeli (rekonvaleszent). Luzern mit Interimstrainer Jean-Daniel Gross (FCL U-21-Coach).