Kulttrainer René van Eck wird nicht Häberli-Nachfolger beim FC Luzern

René van Eck bekommt eine Absage von FCL-Sportchef Remo Meyer – ohne Begründung.

Daniel Wyrsch
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René van Eck vergangene Saison als Assistenztrainer beim FC Zürich.

René van Eck vergangene Saison als Assistenztrainer beim FC Zürich. 

Ennio Leanza/KEYSTONE

Aus dem Dreikampf um den freien Trainerjob beim FC Luzern wird ein Zweikampf: René van Eck hat am Dienstag um 14 Uhr einen negativen Bescheid von Luzerns Sportchef Remo Meyer bekommen. Auf eine Begründung wartete van Eck vergeblich.

Im Rennen um die Häberli-Nachfolge verbleiben wohl nur der spanische Ex-Lugano-Coach Guillermo Abascal und Kriens-Trainer Bruno Berner.

Ist van Eck für ein Ablenkungsmanöver benutzt worden?

Am Mittwoch der vergangenen Woche war René van Eck vom FC Luzern noch aus Rotterdam für Gespräche in die Schweiz eingeflogen worden. Remo Meyer holte seinen früheren FCL-Mitspieler am Flughafen in Zürich mit dem Auto ab. Kaum waren sie auf der Fahrt nach Luzern, berichtete der «Blick» auf seinem Onlineportal: «Mit Sportchef Meyer im Auto: Van Eck auf dem Weg nach Luzern?»

Einen Schritt weiter konnte gleichentags Radio Pilatus/Tele 1 gehen. Einer ihrer Videojournalisten hatte es tatsächlich geschafft, van Eck und Meyer in dessen Auto beim Herausfahren aus der Tiefgarage beim FCL-Stadion zu filmen.  

Nach der Absage vom Dienstag fragt man sich, ob der langjährige Verteidiger, Captain und Aufstiegstrainer von 2006 von den FCL-Verantwortlichen bloss für ein Ablenkungsmanöver benutzt worden ist. 

Die Behandlung des FCL tut der Klublegende weh

René van Eck ist verärgert, als wir ihn in seiner niederländischen Heimatstadt Rotterdam am Telefon erreichen. Der 53-Jährige sagt: «Remo Meyer hat abgesagt, ohne mir eine Begründung zu geben.» Van Eck ist über das Verhalten des FC Luzern enttäuscht: «Schlimm ist, dass sie mich als Fussballer, der achteinhalb Jahre für sie gespielt hat und zudem ihr Aufstiegstrainer war, auf diese Weise behandeln.» Vor allem die Absage direkt vor Weihnachten, am Nachmittag von «Heiligabend», schmerzt den Holländer sehr.

René van Eck ist so sauer, dass er sich zur Aussage hinreissen lässt: «Ich werde nie mehr für den FC Luzern tätig sein!» Verständlich. Doch man weiss trotzdem nie im Fussballgeschäft. Man müsste wohl präzisieren: Unter dieser Führung wird RvE nie für den FCL arbeiten. 

Trotz allem hofft RvE, dass Luzern in der Super League bleibt

Offenbar hat die Luzerner Fussball-Legende René van Eck in den vergangenen Tagen viel Zuspruch von Fans bekommen. Er sagt am Schluss des Gesprächs zur «Luzerner Zeitung»: «Es geht nicht um die Entscheidung für oder gegen mich, sondern allein um die Behandlung. Selbstverständlich hoffe ich aber, dass bei der Trainerwahl richtig entschieden wird und der Abstieg verhindert werden kann. Allein die FCL-Fans hätten es verdient!» Der Holländer beweist damit menschliche Grösse – und er sagt noch: «Ich bedanke mich bei allen, die mich unterstützt haben.»

Übrigens: Am Montag fand beim FC Luzern die Sitzung mit dem Verwaltungsrat statt. Dabei wurde entschieden, nicht auf René van Eck zu setzen. Im Rennen um die Nachfolge des vor neun Tagen freigestellten Thomas Häberli dürften jetzt noch der frühere Lugano-Coach Guillermo Abascal (30) und SCK-Trainer Bruno Berner sein. Der 42-jährige Zürcher hatte sich zuerst in einem Interview mit unserer Zeitung zum SC Kriens bekennt, nachdem er von den Klubverantwortlichen die Freigabe bekam, führte er offensichtlich Gespräche mit FCL-Sportchef Meyer.

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