LUZERN: Der FCL kann weiterhin nicht gewinnen

Der FC Luzern war dem FC Vaduz in jeder Hinsicht überlegen. Doch die miserable Chancenauswertung führte zum Schlussresultat von 0:0. Somit bleibt der FCL auch mit dem neuen Trainer Markus Babbel weiterhin ohne Sieg.

Sara Häusermann
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Sally Saar vom FC Luzern und Diego Ciccone von Vaduz im Zweikampf. (Bild: Sigi Tischler / Keystone)

Sally Saar vom FC Luzern und Diego Ciccone von Vaduz im Zweikampf. (Bild: Sigi Tischler / Keystone)

Unglaubliches spielte sich in der Swissporarena vor gut 15'000 Zuschauern ab. Der FC Luzern war dem Gegner aus Vaduz überlegen, wie man das noch selten sah. 60 Prozent Ballbesitz, 16 zu 3 Schüsse und 8 zu 1 Eckbälle - das nur ein paar statistische Zahlen zu diesem verrückten Spiel. Doch erneut reichte es für den FCL nicht zum ersten Sieg in dieser Meisterschaft. Am Ende stand es 0:0. Ein Resultat, das so gar nicht dem Spiel entspricht und den FC Luzern sehr schlecht belohnt. Schlussendlich scheiterte der FCL einmal mehr über die miserable Chancenauswertung.

Über 15 000 Zuschauer sorgten für eine gute Stimmung in der Swisspoor Arena. (Bild: Sigi Tischler / Keystone)
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Die Mannschaft vom FC Luzern mit einem Plakat gegen Gewalt und Diskriminierung. (Bild: Sigi Tischler / Keystone)
Im Vordergrund lässt Marco Schneuwly den Kopf hängen. Hinten tröstet Vaduz-Goalie Oliver Klaus Dario Lezcano. (Bild: Sigi Tischler / Keystone)
Marco Schneuwly behandelt den Ball akrobatisch. (Bild: Sigi Tischler / Keystone)
FCL-Trainer Markus Babbel mit Vaduz-Trainer Giorgio Contini. (Bild: Sigi Tischler / Keystone)
Markus Babbel dirigiert seine Spieler. (Bild: Sigi Tischler / Keystone)
Er stand im Mittelpunkt. Der neue Trainer vom FC Luzern. (Bild: Sigi Tischler / Keystone)
Aber auch unter Babbel kann der FCL nicht gewinnen. (Bild: Sigi Tischler / Keystone)
Sally Sarr vom FCL gegen die Vaduzern Joel Untersee und Pak Kwang-Ryong. (Bild: Sigi Tischler / Keystone)
Sally Sarr und Diego Ciccone im Zweikampf. (Bild: Sigi Tischler / Keystone)
Auch vom Hochhaus wurde der Match verfolgt. (Bild: Sigi Tischler / Keystone)
FCL-Goalie Zibung ist wieder die Nummer eins. (Bild: Sigi Tischler / Keystone)
Pak Kwang-Ryong im Einsatz. (Bild: Sigi Tischler / Keystone)
Markus Babbel nachdenklich. (Bild: Sigi Tischler / Keystone)
Captain Lustenberger ist gab alles. Trotzdem reichte es nicht für einen Sieg. (Bild: Sigi Tischler / Keystone)

Über 15 000 Zuschauer sorgten für eine gute Stimmung in der Swisspoor Arena. (Bild: Sigi Tischler / Keystone)

Harziger Start ins Spiel

Der FC Luzern startete eigentlich ganz gut in die Partie gegen den FC Vaduz. Man versucht die Räume im Mittelfeld eng zu machen und den Gegner früh zu attackierten, was auch nicht so schlecht gelang. Vaduz hatte so kaum Zeit ins Spiel zu finden. Der erste Rückschlag für den FCL kam aber bereits in der 11. Minute: Rogulj musste nach einem Zweikampf durch Affolter ersetzt werden. Ein früher Wechsel, den Markus Babbel sicher nicht so eingeplant hatte.

Im Allgemeinen war die erste Phase geprägt von einer Luzerner Überlegenheit und vielen kleinen Fouls im Mittelfeld. Es entstand kaum ein Spielfluss. Lezcano, Winter und Schneuwly kamen trotzdem zu ihren Chancen. Keine war zwingend, und keine dieser Chancen endete mit einem Torerfolg. Es war magere Fussballkost, die den Zuschauern geboten wurde. Es dauerte bis kurz vor der Pause, bis der FCL die erste Grosschance verbuchen konnte. Nach einer gefühlvollen Flanke von Winter kommt Lustenberger zwei Meter vor dem linken Pfosten zum Kopfball. Der Keeper des FC Vaduz, Oliver Klaus, rettete mit einer Glanztat.

Klarer Penalty nicht gepfiffen

Nach der Halbzeitpause ging es weiter, wie es vor der Halbzeitpause aufgehört hatte: Der FCL machte unermüdlich Druck und der FC Vaduz stand hinten rein. Thiesson und Schneuwly kamen auch gleich zu zwei guten Chancen. Doch immer fehlten Zentimeter. Es dauerte 51 Minuten, bis der Vaduz den ersten Torschuss verbuchen konnte. Dieser war von Lang - und völlig harmlos. Grosse Aufregung nur kurz später: Schneuwly wird nach einem langen Ball im Strafraum am Trikot niedergerissen. Jeder im Stadion konnte das sehen, nur der Schiedsrichter und seine Assistenten nicht. Die Pfeife von Jaccottet blieb stumm, das Pfeifkonzert der FCL-Fans war dafür umso lauter. Hier wurde der FC Luzern um einen klaren Penalty gebracht.

Die Akteure des FC Luzern liessen sich durch diese Szene jedoch nicht gross aus der Ruhe bringen. Eine Angriffswelle nach der anderen rollte in Richtung des Vaduzer Tors. Lezcano kommt im Strafraum ziemlich zentral zum Abschluss und hämmert das Leder direkt in die Hände vom FCV-Keeper Klaus. Unglaublich, wie dieser Ball nicht rein kann. Und das war nicht die letzte Chance von solchem Kaliber. Nebst Lezcano, der beinahe jede Chance vergab, war auch Thiesson ein grosses Ärgernis. Seine Flanken von rechts zur Mitte waren meistens mehr schlecht als recht.

Unzählige FCL-Chancen in der Schlussphase

In den letzten 20 Minuten des Spiel wurde der FCL noch überlegener, als er es in den 50 Minuten davor schon war. Lezcano vergibt eine hocharätige Chance im Strafraum. Er vertändelt den Ball und übersieht dabei Schneuwly, der neben ihm völlig frei gestanden wäre. Auch Thiesson entschliesst sich in guter Position gegen einen Schuss sondern versucht die etwas zweifelhafte Variante mit dem Pass zurück. Dort steht aber keiner und so ist die Chance schon wieder weg.

Eine kurze Schrecksekunde gab es auch noch für den FCL-Keeper David Zibung. Nach einem langen Ball kommt er aus seinem Kasten und wird vom schnellen Vaduzer Stürmer Pak prompt überlaufen. In letzter Sekunde konnte Affolter noch klären. Der Luzerner Treffer lag nun schon einige Minuten drückend in der Luft, wollte aber nie Tatsache werden. Symbolisch dafür hämmerte Schneuwly das Leder kurz vor Schluss noch an die Latte.

Somit bleibt der FC Luzern auch nach 12 Runden ohne Sieg - trotz dem neuen Trainer Markus Babbel.

FC Luzern - FC Vaduz 0:0 (0:0)

Swissporarena – 15 019 Fans; SR: Jaccottet.

Tore:

Luzern:Zibung; Thiesson, Rogulj, Sarr, Lustenberger; Bozanic, Freuler; Winter, Lezcano, Jantscher; Schneuwly.

Vaduz: Klaus; Untersee, Stahel, Kaufmann, Burgmeier; Cecchini, Ciccone, Muntwiler, Lang; Pak, Neumayr.

Bemerkungen: Luzern ohne Bento (verletzt), Wiss (gesperrt). Vaduz ohne Jehle, Pergl, Sara, Abegglen, Von Niederhäusern, Flatz, Baron (alle verletzt). Grippo (gesperrt).

Gelb:34. Burgmeier (Foul). 39. Bozanic (Foul). 45. Muntwiler (Foul). 62. Kryeziu (Foul). 82. Thiesson (Foul)

Einwechslungen: Luzern: Affolter (11. für Rogulj). Hyka (75. für Jantscher) Vaduz: Kryeziu (46. für Ciccone). Schürpf (72. für Burgmeier). Kuzmanovic (90. für Pak).