Luzern fehlt für neuen Rasen das Geld

Am Donnerstag trifft der FCL zuhause mit einem 0:4-Handicap auf Olympiakos Piräus. Weder der Gastgeber noch die Gäste vom griechischen Rekordmeister trainierten am Mittwoch im Stadion.

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Die Situation war damit gleich wie vor einer Woche im Vorfeld des Hinspiels der 3. Qualifikationsrunde zur Europa League. Auch der Rasen des Karaiskakis-Stadions in Piräus benötigte gemäss Olympiakos Schonung, sodass zumindest das Gastteam FCL die Einheit in einer anderen Arena ausgetragen hatte.

Doch die Umstände, die zur Rasenschonung in der Swisspor-Arena führten, scheinen dringender zu sein als jene vor Wochenfrist in Griechenland. Schon am letzten Sonntag schimpften die YB-Protagonisten nach ihrem 3:2-Sieg in Luzern über die ramponierte Unterlage. Mittelfeldspieler Djibril Sow monierte, dass ein gepflegtes Kombinationsspiel auf diesem Platz nicht wie gewohnt möglich gewesen sei. Ex-FCL-­Coach Gerardo Seoane pflichtete Sow und anderen YB-Profis bei. Das Luzerner Geläuf sei in einem schlechten Zustand, bestätigte der YB-Trainer.

Trotz Länderspiel gegen Belgien will der FCL noch ein Jahr warten

Luzern-Trainer René Weiler verteidigte den Rasen seines neuen Arbeitgebers nicht. Er wolle aber «kein Fass aufmachen», meinte er vielsagend. FCL-Stadionmanager Daniel Böbner beantwortete in seiner Funktion die Fragen. Zuerst stellte er klar: «Der Rasen ist von der Swiss Football League überprüft worden. Von Unbespielbarkeit kann keine Rede sein, davon sind wir weit entfernt.»

Böbner gab aber zu, dass der Platz nicht gut aussehe. Von einem Pilz sei er nicht befallen, die verschiedenen Farbtöne würden davon herrühren, dass der Natur­rasen seit der Stadioneröffnung vor sieben Jahren nie ausgetauscht worden sei, sich darum andere Rasensamen darauf wie Unkraut ablagerten. Darum sei die Unterlage nicht so robust und kompakt wie ein neuer Rasen. Eigentlich müsste das Feld alle drei bis fünf Jahre ausgetauscht werden. Ein neuer Rasenteppich kostet 400000 Franken – und der FCL habe das Geld dafür derzeit schlicht nicht, sagte Böbner.

Deshalb wird voraussichtlich auch das Länderspiel Schweiz – Belgien am 18. November im Rahmen der neuen Nations League auf der jetzigen Unterlage in der Swisspor-Arena ausgetragen.

Böbner bestätigte einen früheren Bericht unserer Zeitung, dass der Platz im nächsten Sommer gesamtsaniert wird, weil es zu Absenkungen des Untergrunds auf der Allmend gekommen ist. Die Sanierungsarbeiten am Untergrund des Platzes übernimmt die Arge Halter/Eberli AG, die auch die Kosten trägt.

Weiler glaubt nicht an ein Wunder

Mit oder ohne gut bespielbarem Rasen: Die Hoffnungen des FCL auf ein Weiterkommen in der Europa League sind kaum vorhanden. Nach dem 0:4 in Griechenland geht es im Rückspiel gegen Olympiakos Piräus darum, «den Platz mit einem guten Gefühl zu verlassen und nicht schon wieder eine klare Niederlage zu kassieren», wie Trainer René Weiler sagte. (dw/sda)

Weltmeister Karembeu mit Olympiakos in Luzern

Christian Karembeu beobachtete am Mittwoch das Training von Olympiakos Piräus auf einem Allmend-Nebenplatz. Der französische Weltmeister von 1998 und doppelte Champions-League-Sieger mit Real Madrid spielte einst auch bei Servette. Der 47-Jährige lebt in Champéry im Wallis. Als Spieler gewann er mit Olympiakos zwei griechische Meistertitel, seit 2013 ist er strategischer Berater des Klubs. Die Strategie von Piräus-Trainer Pedro Martins ist offenbar trotz des 4:0 in Piräus, heute wieder mit der stärksten Elf zu beginnen. (dw)

Voraussichtliche Aufstellungen

Luzern – Olympiakos Piräus (Donnerstag, 19.30 Uhr) – Rückspiel 3. Quali-Runde Europa League (Hinspiel 0:4.) – SR Kirill Lewnikow (RUSS).

Luzern: Salvi; Grether, Schmid, Schulz, Sidler; Voca, Ugrinic; Vargas, Gvilia, Schürpf; Eleke.

Olympiakos: Gianniotis; Elabdellaoui, Roderick, Vukovic, Tsimikas; Bouchalakis, Camara; Christodoulopoulos, Fortounis, Podence; Guerrero.