Kolumne
Luzern muss möglichst schnell neue Teamleader finden

Aufgefallen ist in dieser Sommer-Transferperiode, dass sich der FC Luzern lange Zeit genommen hat. Die Zuzüge von Verteidiger Otar Kakabadze und Mittelfeldspieler Tsiy William Ndenge sind erst an den letzten zwei Tagen finalisiert worden. Diese Art des Handelns hat auch eine positive Seite.

Roland Schwegler*
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Die Verantwortlichen haben sich die nötige Zeit genommen, um die neuen Spieler anzuschauen und kennen zu lernen. Für FCL-Sportkoordinator Remo Meyer spricht die Bilanz: Er hat bisher ein gutes Händchen auf dem Transfermarkt gehabt. Ich denke dabei an Mittelfeldmann Valeriane Gvilia und Lazar Cirkovic. Schade, ist Abwehrchef Cirkovic noch immer verletzt.

Dass sich der FC Luzern verstärken musste, war zwingend notwendig gewesen. Rechtsverteidiger Christian Schwegler ist schon 34-jährig. Linksverteidiger Claudio Lustenberger 31-jährig – und zudem länger verletzt, man weiss nicht, wann der an einer Schambeinentzündung leidende Captain zurückkehrt. Da ist es nur logisch, wenn sich Trainer René Weiler mit Kakabadze zumindest einen neuen Aussenverteidiger mit Perspektiven gewünscht hat.

Im zentralen Mittelfeld hat seit dem Abgang von Hekuran Kryeziu zum FC Zürich ein körperlich robuster Profi gefehlt. Ob Ndenge die Lücke schliessen kann, weiss ich nicht. Djibril Sow ist auch aus Deutschland und aus Gladbach gekommen. Er hat bei YB gezeigt, dass er keine lange Angewöhnungszeit brauchte. Selbst wenn Ndenge verletzt ist, kann er danach bald eine Verstärkung sein. Alle FCL-Spieler müssen nun einen Zacken zulegen. Wichtig ist, dass sich möglichst schnell frische Führungsspieler herauskristallisieren, die vorneweg gehen.

*Ex-Profi Roland Schwegler (36) ist FCL- Kolumnist unserer Zeitung. Mit GC wurde der Verteidiger 2001 und 2003 Meister. Von 2007 bis 2010 spielte der gebürtige Seetaler für den FC Luzern. Mit FCL-Spieler Christian Schwegler ist er nicht verwandt.