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FCL-Stürmer Francesco Margiotta kommt immer besser in Fahrt

Zum eminent wichtigen 2:0-Sieg beim Schlusslicht Thun hat der Stürmer des FC Luzern entscheidenden Anteil.
Daniel Wyrsch
FCL-Stürmer Francesco Margiotta (Mitte) feiert seinen Treffer zum 1:0 mit Pascal Schürpf (links) und Stefan Knezevic. (Bild: Peter Schneider/Keystone, Thun, 5. Oktober 2019)

FCL-Stürmer Francesco Margiotta (Mitte) feiert seinen Treffer zum 1:0 mit Pascal Schürpf (links) und Stefan Knezevic. (Bild: Peter Schneider/Keystone, Thun, 5. Oktober 2019)

Francesco Margiotta kommt nach dem gewonnenen Match in Thun wie gewünscht aus der Luzerner Kabine in die Mixed Zone, wo er auf die Journalisten trifft. Der 26-jährige Italiener ist verschwitzt, hat noch nicht geduscht. Er wirkt still und zurückhaltend, ein wenig scheu, so wie er sich selbst in einem Interview mit unserer Zeitung beschrieben hat. Dabei hatte der Stürmer neben Torhüter Marius Müller den entscheidenden Anteil am samstäglichen 2:0-Vollerfolg gegen die letztplatzierten Thuner. Der gleichaltrige Deutsche ist vom Wesen her das pure Gegenteil. Müller geht direkt neben Margiotta stehend erfrischend offensiv auf die Leute zu. Dem FCL-Goalie kommt dabei sicher auch seine Muttersprache entgegen.

Margiotta möchte am liebsten nur italienisch sprechen. Aus seinen drei Jahren bei Lausanne spricht der Turiner auch passabel französisch. «Der Sieg ist für uns sehr wichtig», betont er zuerst. Obwohl er beim glamourösen italienischen Rekordmeister Juventus Turin das Fussballspielen erlernte, ist er alles andere als ein Verkäufer seiner Qualitäten. Dabei hatte Margiotta mit seinem perfekten Schuss zum 1:0 nicht nur den gut reagierenden Thun-Goalie Andreas Hirzel bezwungen, sondern beim Kontertor zum 2:0 auch noch den eingewechselten Youngster Darian Males mit einem cleveren Kopfballpass in optimale Schussposition gebracht.

Aus drei Möglichkeiten zwei Tore erzielt

Margiotta (51.) und Males (79.) bewiesen ungeahnte Luzerner Effizienz – inklusive dem nicht zielführenden Lobball von Blessing Eleke (11.) hatte der FCL aus drei Chancen zwei Tore erzielt. Unvermögen zeigte sich dagegen beim FC Thun. Die Berner Oberländer scheiterten entweder an Müller oder vergaben durch Basil Stillhart (69.) und einen Kopfball des eingewechselten Dennis Salanovic (77.) erstklassige Möglichkeiten. Somit bleibt Thun nicht nur das Schlusslicht, sondern mit nur sieben Toren aus zehn Partien auch das schwächste Offensivteam der Liga. Luzern steht nunmehr im Tabellenmittelfeld und hat sein Trefferkonto immerhin auf neun Tore erhöht. Bester FCL-Skorer ist Königstransfer Margiotta, er hat seine Bilanz in den letzten fünf Partien mit zwei Toren und drei Assists veredelt. In den ersten fünf Runden war der Ex-Lausanner noch ohne Zählbares geblieben. Was hat zum persönlichen Aufschwung geführt? «Nachdem es in der Mannschaft bis zum Schluss der Transferperiode Ende August einige Wechsel gegeben hat, ist der Zusammenhalt besser geworden, wir spielen mehr zusammen, haben uns gesteigert», sagt Margiotta. Für ihn ging es steil aufwärts, nur im vorletzten Match in Basel (0:3) lief es ihm ausnahmsweise einmal nicht. Er sagt zudem, dass ihm das konzentrierte Training mit dem Team geholfen habe, sich zu integrieren.

«Im Juli und August hatten wir wegen der Europa-League-Qualifikation alle drei Tage eine Partie, da waren wir nicht bereit, hatten uns noch nicht gefunden.»

Trainer Thomas Häberli freut sich, dass Margiotta mit dem Führungstor «den Bann gebrochen hat und uns die Aufgabe damit erleichterte. Er hat, obwohl er lange Mühe hatte, ins Spiel zu kommen, unheimlich viel gearbeitet und sich den Treffer verdient.» Überhaupt spricht der FCL-Coach von einer mühsamen ersten Halbzeit, erst im zweiten Umgang seien sie mutiger geworden. Häberli gibt zu denken, «dass wir nach dem 1:0 den Thunern wieder Chancen zugelassen haben, das ist nicht normal für uns». Trotzdem ist der Ballwiler schliesslich der erste Coach, der fast drei Jahre nach Markus Babbel am 26. November 2016 (2:1-Sieg dank Toren von Puljic und Rodriguez) in Thun gewonnen hat. Seit die Berner im Sommer 2011 in der Stockhorn-Arena spielen, ist das in 17 Anläufen erst der dritte Luzerner Vollerfolg, dazu kommen fünf Unentschieden und neun Niederlagen. Da Häberli im Oktober eine weitere Steigerung im Vergleich zum September (fünf Punkte aus vier Spielen) angekündigt hat, ist der Sieg zum Auftakt in den Monat doppelt wichtig. Im Oktober folgen nach der zweiwöchigen Länderspielpause gegen Sion (20.) und in Neuenburg gegen Xamax (26.) sowie im Cup-Achtelfinal gegen das Challenge-League-Spitzenteam Grasshoppers in Zürich (30.) weitere Herausforderungen.

Francesco Margiotta will Häberli und dem FCL helfen, die Ziele zu erreichen. «Ich arbeite immer für die Mannschaft», sagt er. Und auch sprachlich will er in Luzern noch besser Fuss fassen. «Jede Woche besuche ich einen Deutschkurs.»

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