Nächste Heimpleite: Der FCL verliert gegen das abstiegsbedrohte Sion 1:2 – vier Spieler müssen verletzt vom Platz

Die Mini-Krise des FC Luzern geht weiter. Das 1:2 gegen Sion war die fünfte Partie in Serie ohne Sieg. Mit Lorik Emini, Ryder Matos, Lucas Alves und Aziz Binous verletzten sich zudem vier weitere Spieler.

Jonas von Flüe
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Die Spieler von Sion feiern den ersten Treffer im Spiel gegen Luzern.

Die Spieler von Sion feiern den ersten Treffer im Spiel gegen Luzern.

Bild: Urs Flüeler/Keystone

Kurzbericht

Der FC Luzern kann im fünften Spiel in Serie nicht gewinnen. Gegen das akut abstiegsgefährdete Sion resultierte am Mittwochabend eine 1:2-Niederlage – wieder verschlief der FCL die erste Hälfte total. Zehn rabenschwarze Minuten besiegelten die Heimpleite:

  • Nach 31 Minuten ging Sion durch Verteidiger Sandro Theler 1:0 in Führung.
  • Drei Minuten später musste der zuletzt starke aufspielende Lorik Emini verletzt vom Platz.
  • In der 36. Minute erhöhte Itaitinga nach einem Corner auf 2:0.
  • Vier Minuten später verletzte sich auch Stürmer Ryder Matos.

Der FCL ging damit nicht nur mit einem Zweitore-Rückstand, sondern auch erheblich geschwächt in die Pause. Sion hatte in der ersten Hälfte 61 Prozent Ballbesitz.

Neuer Schwung nach der Pause

Auf fünf starke Minuten nach der Pause folgte die nächste Hiobsbotschaft. Captain Lucas Alves verletzte sich ohne Fremdeinwirkung. Dritte Verletzung, dritter Wechsel. Gespielt waren da gerade mal 55 Minuten.

Doch plötzlich war wieder Spannung im Spiel. Aziz Binous erzielte in der 59. Minute sein erstes Tor in der Super League. Es stand nur noch 1:2 aus Luzerner Sicht. Der Treffer war der Startschuss für eine lange Druckphase – die aber mit der Verletzung von Binous nach 75 Minuten ihr Ende fand. Besonders bitter: Binous war erst im Frühling von einem Kreuzbandriss auf den Platz zurückkehrt. Weil FCL-Trainer Celestini schon drei Wechsel zu drei verschiedenen Zeitpunkten vorgenommen hatte, musste der FCL fortan mit einem Mann weniger agieren.

Aziz Binous verletzt sich rund zehn Minuten vor Schluss.

Aziz Binous verletzt sich rund zehn Minuten vor Schluss.

Bild: Urs Flüeler/Keystone

Wenige Offensivszenen

Celestini nahm im Vergleich zum schwachen Spiel gegen Xamax drei Änderungen vor. Lucas Alves, Marvin Schulz und Silvan Sidler standen in der Startformation. Sie ersetzten David Mistrafovic, Otar Kakabadze (beide auf der Bank) und Francesco Margiotta (gesperrt). Weil mit Blessing Eleke und Ibrahima Ndiaye zwei weitere Stürmer verletzt fehlten und Matos sich in der ersten Hälfte verletzte, waren Luzerner Offensivaktionen in der ersten Halbzeit Mangelware. Für ein richtiges Aufbäumen nach dem 1:2 fehlte am Ende die Klasse.

Telegramm

Luzern - Sion 1:2 (0:2)
SR Tschudi.
Tore: 31. Theler 0:1. 36. Itaitinga (Bamert) 0:2. 59. Binous (Schulz) 1:2.
Luzern: Müller; Lucas (56. Marleku), Bürki, Knezevic; Grether, Schulz, Voca, Emini (34. Kakabadse), Sidler; Matos (43. Binous), Schürpf.
Sion: Fickentscher; Maceiras, Bamert, Ndoye, Theler (76. Facchinetti); Zock, Toma (76. Kabashi), Grgic; Baltazar (88. Ruiz); Kasami, Itaitinga (76. Uldrikis).
Bemerkungen: Luzern ohne Margiotta (gesperrt), Schwegler, Ndenge, Males, Ndiaye, Eleke und Burch (alle verletzt). Sion ohne Abdellaoui (gesperrt), Raphael, Andersson, Luan, Lenjani, Cavaré (alle verletzt) und Stojilkovic (nicht im Aufgebot). 79. Binous fällt verletzt aus, Luzern darf nicht mehr wechseln (drei Wechsel-Gelegenheiten bereits genützt). Verwarnungen: 35. Grether (Foul). 42. Bürki (Foul). 59. Theler (Foul). 88. Fickentscher (Foul).

Tore

31. Minute, Theler 0:1. Bastien Tomas Schuss wird von Idriz Voca unglücklich abgelenkt, der Walliser Verteidiger Sandro Theler reagiert am schnellsten und trifft per Kopf gegen den herauseilenden FCL-Goalie Marius Müller.

36. Minute, Itaitinga 0:2. Nach einem Eckball von der rechten Seite löst sich Itaitinga geschickt von Silvan Sidler und trifft aus wenigen Metern zur 2:0-Führung. Müller im FCL-Tor ist chancenlos.

59. Minute, Binous 1:2. Marvin Schulz bringt einen Freistoss von der rechten Seite in den Sittener Strafraum. Der Ball klatscht an den Arm von Anto Grgic und vor die Füsse von Aziz Binous. Der 19-Jährige schiebt aus wenigen Metern ein – sein erstes Super-League-Tor.

Stimmen

Marco Bürki, FCL-Verteidiger: «Wir waren in der ersten Hälfte zu verhalten – auch bei den Gegentoren. Sion hatte mehr Ballbesitz und wir wussten nicht, wie wir nach vorne kommen sollen. Nach der Pause haben wir nicht unbedingt besser, aber mit mehr Überzeugung gespielt. Wir haben uns in den Angriff getraut. Besonders bitter sind die vier Verletzten. Ich habe noch nie erlebt, dass sich vier Mitspieler in einem Spiel verletzt haben. Bei dieser Belastung und diesen vielen Spielen ist das aber keine Überraschung. Auch andere Mannschaften haben viele Verletzte.»

Stefan Knezevic, FCL-Verteidiger: «Wir haben momentan extrem viele Verletzte, nun sind vier dazu gekommen. Weitere Spieler sind angeschlagen, beissen sich irgendwie durch. Jetzt müssen halt die Jungen in die Tasten greifen. Heute sind wird bis zum Schluss füreinander gegangen. Wir waren in der Schlussphase mit einem Mann weniger die bessere Mannschaft, haben viel mehr Druck ausgeübt. Von Sion kam gar nichts mehr. Doch wir hatten in der ersten Hälfte eine schwache Phase, in der wir irgendwie ‹down› waren. Sion hatte den Ball zulange in seinen Reihen. Und wenn du mit zwei Toren in Rückstand bist, ist es momentan besonders schwierig, das Spiel noch zu drehen.»

Die anderen Resultate

  • Thun - Servette 5:1.
  • Lugano - Zürich 1:0.
  • St.Gallen - Basel 0:5.
  • Xamax - Young Boys (Donnerstag, 20.30 Uhr)

Rangliste

Die nächste Runde

  • Sion - Thun (Samstag, 18.15 Uhr)
  • Zürich - St.Gallen (Samstag, 20.30 Uhr)
  • Young Boys - Luzern (Sonntag, 16.00 Uhr / SRF 2)
  • Basel - Lugano (Sonntag, 16.00 Uhr)
  • Servette - Xamax (Sonntag, 16.00 Uhr)