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Niederlage gegen Servette: Der FCL ist auch sportlich im Elend

Stillstand beim FC Luzern: Die Vereinsführung befindet sich seit Wochen im luftleeren Raum, nun kommt auch noch die sportliche Misere dazu. Der FCL verliert nach einer insgesamt schwachen Leistung daheim gegen Servette 1:2 (0:2).
Turi Bucher
Pascal Schürpf (Luzern) gegen Anthony Sauthier (Servette) . (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 9. November 2019)

Pascal Schürpf (Luzern) gegen Anthony Sauthier (Servette) . (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 9. November 2019)

Stillstand beim FC Luzern: Die Vereinsführung befindet sich seit Wochen im luftleeren Raum, trägt teilweise öffentlich eine Schlammschlacht aus. Und jetzt kommt auch noch die sportliche Misere hinzu. Der FCL geht nach einer insgesamt unbefriedigenden Leistung gegen Servette mit einer Niederlage verunsichert in die Pause (EM-Qualifikation).

Der FC Luzern war an diesem Samstagabend gewiss nicht die schlechtere Mannschaft. Und trotzdem blieb hinterher der Eindruck, einen insgesamt hilflosen, teilweise miserablen FCL erlebt zu haben. Schlecht sah ­Luzern bei den zwei Gegentreffern aus, hilflos bis miserabel vor dem Ser­vette-Tor.

Das Elend meldete sich schon in der 9. Minute an, als Servette 1:0 in Führung ging. Es war ein sehenswerter Treffer, ein Tor aber auch, bei dem die gesamte FCL-Defensive scheinbar tatenlos zusah. Eine Freistossflanke durch Sébastien Wüthrich von der rechten Strafraumecke gelangte zu Ser­vette-Mittelstürmer Grejohn Kyei, der aus fünf Metern Distanz und mit dem Rücken zum Ball stehend mit der Hacke beziehungsweise mit der Ferse ins FCL-Tor traf. Es war Kyeis erstes Tor für Servette überhaupt – der Franzose war Ende August zu den Genfern gestossen.

Gael Ondoua und Anthony Sauthier (Servette) gegen Blessing Eleke (Luzern). (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 9. November 2019)

Gael Ondoua und Anthony Sauthier (Servette) gegen Blessing Eleke (Luzern). (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 9. November 2019)

FCL hat die Chancen – Servette macht die Tore

Es war zum Verzweifeln: Servette agierte in der ersten Halbzeit in seiner Abwehr jenseits von Gut und Böse – doch die Luzerner vermochten diese Unzulänglichkeiten, diese riesigen Freiräume in der gegnerischen Verteidigung nicht auszunützen. Darian Males und Pascal Schürpf hätten den schnellen Ausgleich erzielen können und reüssierten nicht. Francesco Margiotta stand in der 22. Minute alleine vor Servette-Torhüter Jérémy Frick und dribbelte, statt zu schiessen.

Was tat Servette? Der die Super League so bereichernde Aufsteiger kreierte in der 24. Minute seinen zweiten Angriff und traf mit diesem sofort zum 2:0: Kyei leitete den Ball an Varol Tasar weiter, dieser sprintete links in den Strafraum und schoss scharf und halbhoch ins Netz. Es war sein bereits 5. Tor für Servette in dieser Saison.

Ibrahima Ndiaye (Luzern) gegen Miroslav Stevanovic (Servette). (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 9. November 2019)

Ibrahima Ndiaye (Luzern) gegen Miroslav Stevanovic (Servette). (Bild: Martin Meienberger/freshfocus, Luzern, 9. November 2019)

Die ersten 45 Minuten waren aus Luzerner Sicht eine einzige Enttäuschung: Vorne wurde viel zu umständlich agiert, hinten patzerte man mit zwei Blackouts. Die Genfer präsentierten sich supereffizient. Aufgrund ihrer Cleverness lag die Mannschaft von Trainer Alain Geiger nicht einmal unverdient vorne. Luzern? Alles zusammengerechnet miserabel.

Nach dem Seitenwechsel war der FCL klar besser. Aber das lag vor allem auch daran, weil Servette nichts mehr fürs Spiel tun wollte. Und sich so auch selber in Bedrängnis brachte. Schon in der 59. Minute hätte Margiotta treffen müssen – doch er schoss aus kurzer Distanz kläglich übers Tor. In der 67. Minute gelang Luzern dann der Anschlusstreffer. Nach dem 11. FCL-Eckball stieg Ibrahima Ndiaye vor dem Servette-Tor am höchsten und köpfelte das 1:2. Nun drückte Luzern vehement in Richtung Gäste-Strafraum. Viele gefährliche Szenen gab es in der Genfer Gefahrenzone aber nicht mehr.

Luzerns Cheftrainer Thomas Häberli. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey, Luzern, 9. November 2019)

Luzerns Cheftrainer Thomas Häberli. (Bild: KEYSTONE/Alexandra Wey, Luzern, 9. November 2019)

Häberli: «Die Enttäuschung ist gross»

Nach dem Seitenwechsel war der FCL klar besser. Aber das lag vor allem auch daran, weil Servette nichts mehr fürs Spiel tun wollte. Und sich so auch selber in Bedrängnis brachte. Schon in der 59. Minute hätte Margiotta treffen müssen – doch er schoss aus kurzer Distanz kläglich übers Tor. In der 67. Minute gelang Luzern dann der Anschlusstreffer. Nach dem 11. FCL-Eckball stieg Ibrahima Ndiaye vor dem Servette-Tor am höchsten und köpfelte das 1:2. Nun drückte Luzern vehement in Richtung Gäste-Strafraum. Viele gefährliche Szenen gab es in der Genfer Gefahrenzone aber nicht mehr.

FCL-Trainer Thomas Häberli sagte nach der Niederlage: «Wir hatten uns unheimlich viel vorgenommen, jetzt ist die Enttäuschung gross. Wir haben unsere Torchancen teils kläglich ausgelassen und zwei Geschenke an Servette gemacht. Deshalb müssen wir akzeptieren, dass wir uns den angepeilten Sieg nicht verdient haben.»

Nach dieser erneuten Heimniederlage steht glasklar fest: Das wird ein harter Winter für den FCL.

«Wir waren doch besser» – so hadern die FCL-Spieler nach dem 1:2

Stimmen  Servette-Trainer Alain Geiger zeigte sich nach dem Auswärtssieg sehr zufrieden: Nach der Medienkonferenz scherzte er mit den Journalisten und erkundigte sich, was FCL-Trainer Thomas Häberli vor ihm ins Mikrofon gesagt habe, weil er dessen Schweizerdeutsch nicht restlos verstanden hatte. «Wir haben nach dem Sieg gegen die Young Boys viel Selbstvertrauen mit nach Luzern genommen», sagte Geiger, «und mit der 1:0-Führung öffnete sich für uns die Tür, auch in Luzern drei Punkte holen zu können. Das ist eine richtig neue Situation für uns: Es ist das erste Mal, dass wir in dieser Super-League-Saison zwei Spiele hintereinander gewinnen konnten.»
FCL-Captain Pascal Schürpf haderte nach der 1:2-Niederlage: «Beim 0:1 in Genf wurden wir von Servette dominiert. Aber diesmal hatten wir viel mehr Spielanteile, haben so viele Chancen kreiert. Wir waren mit grosser Energie auf dem Platz, und was passiert? Wir gehen mit einem 0:2-Rückstand in die Pause.» Sein Team habe, so Schürpf weiter, bis vor den Servette-Strafraum gut gespielt, «aber vor dem gegnerischen Tor müssen wir viel effizienter sein. Klar, Servette kam mit viel Selbstbewusstsein nach Luzern. Und doch waren wir lange Zeit überlegen.»
Luzerns Simon Grether meinte: «Man kann uns nichts vorwerfen. Das Glück war nicht auf unserer Seite. Es ist bitter, dieses Spiel dürfen wir nie verlieren. Möglich, dass man nach einer solchen Niederlage ins Grübeln kommt. Nun müssen wir daran arbeiten, aus dieser Negativspirale zu kommen». (tbu.)

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