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Jonas Omlins heisser Flirt mit Basel

Der mögliche Wechsel von FCL-Torhüter Jonas Omlin zum FC Basel sorgt in Luzern für emotionale Diskussionen. Weil der Obwaldner den «FC Innerschweiz» verkörpert wie kein anderer aktueller Spieler.
Daniel Wyrsch
Jonas Omlin feiert das Erreichen des 3. Rangs mit dem FCL. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (St. Gallen, 9. Mai 2018)

Jonas Omlin feiert das Erreichen des 3. Rangs mit dem FCL. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (St. Gallen, 9. Mai 2018)

Echte Fans haben oft das beste Sensorium für ihren Verein. So schreibt ein Anhänger in einem Diskussionsforum über den FC Luzern, dass für ihn der Verlust von Jonas Omlin (24) noch schlimmer wäre als die Abgänge von Trainer Gerardo Seoane (zum Meister YB) und Hekuran Kryeziu (zum Cupsieger FC Zürich). Der Supporter könnte damit den Nagel auf den Kopf getroffen haben – zumindest was emotionale Verbundenheit der Fans mit Omlin betrifft. Denn der gebürtige Sachsler verkörpert wie kein anderer aktueller Profi die FC Luzern-Innerschweiz AG, wie der Verein korrekt ausgeschrieben als Aktiengesellschaft heisst.

Omlins Vorgänger David Zibung (34) stand fast 13 Jahre lang im Luzerner Tor, der heutige Ersatzgoalie war eine Institution in Luzern. Der auf den Tag zehn Jahre jüngere Omlin ist bis jetzt weniger als eineinhalb Saisons die Nummer 1, er hat total 51 Super-League-Partien bestritten.

Sofort ein Liebling des Luzerner Publikums

Von Anfang an ist der smarte und stets höfliche Obwaldner beim Publikum gut angekommen. In seiner ersten ganzen Saison zwischen den Pfosten war er die einzige Konstante beim FCL, während der Rückrunde avancierte Omlin zusammen mit Linksaussen Pascal Schürpf (10 Tore) und Mittelfeldchef Hekuran Kryeziu zu den herausragenden Akteuren in einem deutlich erstarkten Mannschafts-Kollektiv unter dem früheren U21-Coach Gerardo Seoane.

Niemanden durfte es über­raschen, dass Omlin wie Kryeziu und Seoane im Frühling das Interesse anderer Vereine weckte. Der FC Basel ist auch nicht der einzige Klub, der bei Omlins Berater und dem FCL Übernahmegelüste angemeldet hat. Positiv aus Luzerner Sicht ist, dass Sportkoordinator Remo Meyer vor fast genau zwölf Monaten den Vertrag mit Omlin vorzeitig um drei Jahre bis 2021 verlängert hatte. So kann der Torhüter nicht wie Kryeziu ablösefrei wechseln. Ganz im Gegenteil: Der Keeper ist für Interessenten teuer. Basel soll bereit sein, 1 Million Franken für Omlin zu zahlen. Der FCL will das Doppelte (siehe Interview mit Bernhard Alpstaeg in der Samstag-Ausgabe dieser Zeitung). Über Einsatzprämien sowie Partizipationen bei einem allfälligen Weiterverkauf könnte Luzern zur zweiten Million kommen, falls der FCB die geforderte Ablöse nicht sofort übernehmen würde.

Omlin nimmt bislang nicht Stellung zum Interesse des 20-fachen Meisters. Er soll einverstanden sein, am Rheinknie nächste Saison hinter Stammtorwart Tomas Vaclik (29) die Nummer 2 zu sein. Für Omlin ist als FCB-Ersatzgoalie eine Planstelle vorgesehen, zu Einsätzen soll er vor allem im Cup und teils auch international kommen.

FCB-Kaderplaner Gaugler hat den Deal eingefädelt

Erst per Saison 2019/20 soll er Vaclik (Vertrag bis 2021) im Basel-Tor ablösen. Dann soll der Tscheche bei einem passenden Angebot gehen können. Der Grund, wieso Omlin auf diesen heissen Flirt eingehen soll, hat nicht nur mit dem besseren Lohn zu tun.

Die Hauptrolle im ganzen Deal nimmt Ex-FCL-Sportkoordinator Remo Gaugler ein. Er hat Omlin 2014 aus der Versenkung beim SC Kriens zurück zum Ausbildungsverein nach Luzern geholt. 30 000 Franken betrug die Ablöse. Zwischen Omlin und Gaugler ist seither ein Vertrauensverhältnis entstanden. Auch nach dem missglückten Super-League-Debüt gegen Basel (1:4) am 21. März 2015 stärkte der damalige FCL-Chefscout und heutige FCB-Kaderplaner dem jungen Goalie den Rücken. Nach einem einjährigen Abstecher zu Le Mont in die Challenge League kehrte Omlin im Sommer 2016 nach Luzern zurück. Zwei Jahre nach dem enttäuschenden Einstand durfte der talentierte 1,89-Meter-Mann ab März 2017 endlich definitiv für Luzern-Urgestein Zibung ins Tor.

Am Mittwoch (10 Uhr) findet das erste FCL-Training der Saison 2018/19 statt. Omlin wird wohl dabei sein. FCL-Sportkoordinator Meyer ist derzeit mit der Trainersuche beschäftigt. Er hat bisher kaum Zeit gehabt, sich mit Omlin und dem FCB-Angebot zu beschäftigen.

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