Rangelov sagt «Sorry» zu Thiesson

Nach dem Kopfstoss von Dimitar Rangelov an Teamkollege Jérôme Thiesson hat sich der Bulgare bei der ganzen Mannschaft für sein Verhalten entschuldigt. Der Weg bis zur Versöhnung ist noch lang.

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Dimitar Rangelov (links) und Jérôme Thiesson. (Bild: Keystone)

Dimitar Rangelov (links) und Jérôme Thiesson. (Bild: Keystone)

Dimitar Rangelov hat sich bereits am Donnerstag bei seinen Teamkollegen und insbesondere Jérôme Thiesson für seine Tätlichkeit vom Mittwoch beim Training entschuldigt (wir berichteten). Am Freitagmittag nahm der Bulgare öffentlich Stellung: «Das darf nie passieren, aber es kann passieren. Es ist ein Männersport und da passieren harte Zweikämpfe», so der bulgarische Stürmer an der Medienkonferenz.

Jêrôme Thiesson will die Tätlichkeit nicht dramatisieren, aber auch nicht verharmlosen. Er hat die Entschuldigung des Bulgaren akzeptiert: «Versöhnung ist ein anderes Paar Schuhe. Dieser Prozess hat erst angefangen», so Thiesson. Ob er dem Bulgaren morgen oder erst in einem Monat verziehen könne, wisse er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. «Mir ist es auf dem Platz egal, ob wir beste Kollegen sind oder nicht». Und ergänzt: «Unser Verhältnis wird sicher bald schon wieder besser».

Rangelov für Neuanfang

Rangelov steht auch in Zukunft unter genauer Beobachtung. «Ich habe Kritik immer akzeptiert, aber so schlimm wie in Luzern war es noch nie». Der Bulgare will nun einen Strich unter die letzten paar Monate ziehen. «Ich bin 29 Jahre alt, will noch ein paar Jahre Fussball spielen und das jetzt geniessen».

Nicht zum ersten Mal rastete Rangelov aus: Beim Playoff-Rückspiel in Genk, als Rangelov kurz vor der Pause einem belgischen Gegenspieler unvermittelt in den Hintern trat, wurde er vom Schiedsrichter für die Tätlichkeit völlig zu Recht mit einer roten Karte vom Platz gestellt. In Unterzahl verlor Luzern nicht nur den Match mit 0:2, sondern auch drei Millionen Franken Einnahmen in den Gruppenspielen der Europa League. Auf die Frage, ob für ihn eine Luftveränderung nicht der beste Schritt wäre, antwortete der 29-Jährige: «Dazu gebe ich keinen Kommentar». In 15 Pflichtspielen für Luzern schoss der als «Knipser» geholte Rangelov bisher 2 Tore.

Komornicki: «Nur YB im Fokus»

Auf die Tätlichkeit nicht eingehen wollte FCL-Trainer Ryszard Komornicki: «Für mich steht nur der Match am Sonntag gegen die Berner Young Boys (16 Uhr, Stade de Suisse, Liveticker auf luzernerzeitung.ch) im Fokus. Alles andere interessiert mich nicht.» Rangelov geniesst beim FCL-Trainer nach wie vor das volle Vertrauen. Ob Komornicki Rangelov allerdings gegen YB von Anfang an einsetzen wird, darf bezweifelt werden. «Wir haben gegen Basel ein grosses Spiel gemacht. Grosse Wechsel werde ich nicht vornehmen, wenn ich nicht muss». Verletzt sind Renggli, Urtic, Bento und Sorgic, Gygax ist rekonvaleszent. «Wir haben ein schwieriges Spiel vor uns», sagt Komornicki zum sonntäglichen Gegner. Vom Niveau und Potential her schätze er die Berner gleich wie der FC Basel ein. Drei Punkte seien das Ziel.

René Meier

26. Oktober 2012: Dimitar Rangelov (links) und Jérôme Thiesson an der Pressekonferenz. Der Bulgare entschuldigt sich für sein Verhalten, nachdem er an Thiesson eine Tätlichkeit begangen hatte. (Bild: Keystone)
20 Bilder
30. September 2012: Rangelov auf der Ersatzbank im Spiel gegen den FC Thun. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
30. September 2012: Rangelov wird für Dario Lezcano eingewechselt. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
23. September 2012: Rangelov im Spiel gegen Lausanne Sport. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
2. September 2012: Rangelov in der Partie gegen YB. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
30. August 2012: Rangelov verlässt das Feld nach seiner roten Karte. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
30. August 2012: Rangelov diskutiert mit Genks Anele Ngcongca. Für seine Tätlichkeit an Nadson Ferreira wird er dann vom Platz gestellt. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
23. August 2012: Rangelov bejubelt sein 1:0 in der Europa League Partie gegen den KRC Genk. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
23. August 2012: Luzerns Trainer Ryszard Komornicki gratuliert Rangelov zu seinem Treffer zum 1:0 gegen den KRC Genk. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
23. August 2012: Rangelov in der Partie gegen den KRC Genk. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
23. August 2012: Rangelov gegen Genks Nadson. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
11. August 2012: Rangelov erzielt das 1:1 gegen den FC St. Gallen. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
11. August 2012: Rangelov holt den Ball nach seinem 1:1 aus dem Tor. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
11. August 2012: Rangelov im Spiel gegen den FC St. Gallen. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
5. August 2012: Rangelov im Spiel gegen den FC Thun. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
28. Juli 2012: Rangelov mit einem Fallrückzieher gegen den FC Sion. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
28. Juli 2012: Dimitar Rangelov gegen Sions Arnaud Bühler. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
14. Juli 2012: Rangelov gegen Zürichs Berat Djimsiti. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
4. Juli 2012: Rangelov im Testspiel gegen den FC Sursee. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)
3. Juli: Der neuverpflichtete Dimitar Rangelov, zusammen mit dem damaligen FCL-Trainer Murat Yakin, FCL-Präsident Mike Hauser und Sportchef Heinz Hermann. (Bild: PD)

26. Oktober 2012: Dimitar Rangelov (links) und Jérôme Thiesson an der Pressekonferenz. Der Bulgare entschuldigt sich für sein Verhalten, nachdem er an Thiesson eine Tätlichkeit begangen hatte. (Bild: Keystone)