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René Weiler hat eine Ausstiegsklausel - will er den FCL im Sommer verlassen?

Der Fehlstart des FC Luzern bei Schlusslicht Xamax wirft Fragen auf. Führungsspieler und zentrale Verteidiger waren nicht bereit, dabei hatte Präsident Philipp Studhalter das Team in der Vorbereitung gewarnt.
Daniel Wyrsch
FCL-Coach René Weiler mit Sorgenfalten nach der schwachen Leistung seiner Mannschaft am Sonntag bei Neuchâtel Xamax. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (10. Februar 2019))

FCL-Coach René Weiler mit Sorgenfalten nach der schwachen Leistung seiner Mannschaft am Sonntag bei Neuchâtel Xamax. (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (10. Februar 2019))

Prompt ist der Auftakt in die Rückrunde am Sonntag beim Tabellenletzten Neuchâtel Xamax misslungen: 1:2 verliert der FCL, bezieht im 19. Spiel unter Trainer René Weiler bereits die 10. Niederlage. Zwei von drei Siegen errang der Abstiegsaspirant aus Neuenburg gegen Luzern. Aufreizend passiv ist die Gegenwehr der Innerschweizer in der ersten Halbzeit, welche die Westschweizer zur schliesslich vorentscheidenden 2:0-Führung nutzten.

Zum Fehlstart ins Kalenderjahr 2019 passt folgende Anekdote: Vor einem Monat im Trainingslager in Marbella war FCL-Präsident Philipp Studhalter vor die Mannschaft gestanden. Er lobte den Zusammenhalt unter den Profis, machte aber auch darauf aufmerksam, dass der Konkurrenzkampf im Team verschärft werden müsse. «Platz 5 zur Saisonhälfte kommt mir vor wie eine 2:0-Führung in der Pause», erklärte er unserer Zeitung. «Das könnte ein gefährlicher Zustand sein, wir müssen für die Rückrunde parat sein», warnte der frühere Spitzenruderer Studhalter – offenbar ohne, dass man ihn ernst genommen hätte.

Halbsaison im Krisenmodus hat in Luzern Tradition

FCL-Cheftrainer René Weiler winkte jedenfalls ab, einen mentalen Leistungseinbruch seines Teams hat er für unwahrscheinlich gehalten. Dabei ist Studhalters Warnung nicht aus heiterem Himmel gekommen: Der FCL ist seit Jahren dafür bekannt, dass entweder die Vor- oder Rückrunde im Krisenmodus verläuft.

Ob die Luzerner jetzt gleich die gesamte zweite Saisonhälfte in den Sand setzen, muss nicht sein. Die nächste Chance, es besser zu machen, hat Weilers Team am Mittwoch (18.45 Uhr) im Nachholspiel zu Hause gegen Sion. Zu denken muss den Verantwortlichen geben, wie zaghaft die Innenverteidiger Lucas Alves und Lazar Cirkovic zu Werke gingen, und wie uninspiriert und fehlerhaft die Führungsspieler Pascal Schürpf und Christian Schneuwly agierten. Gegen Sion muss ein Ruck durch die Mannschaft gehen, damit die negative Saisonbilanz gegen die Walliser (die beiden Hinrundenspiele gingen mit dem Gesamtskore von 1:5 verloren) keine Fortsetzung findet.

Weiler hat vor Wiederaufnahme der Meisterschaft selbst für Diskussionsstoff gesorgt. In einem Interview mit dem regionalen Onlinemedium Zentralplus hat er öffentlich gemacht, dass er eine ab Sommer gültige Ausstiegsklausel in seinem noch bis zum 30. Juni 2021 laufenden Vertrag hat. Obwohl er gegenüber unserer Zeitung betont hat, damit den FCL nicht unter Druck setzen zu wollen, liess er sich im erwähnten Interview mit folgenden Aussagen zitieren: «Es ist richtig, dass ich etwas erreichen will. Und es ist einer Zusammenarbeit sicher förderlich, wenn der Verein einen ähnlichen Ehrgeiz und Geist zeigt.»

Transferbudget durch drei Neue aufgebraucht?


Weiler wünschte sich in der Winterpause mindestens einen oder lieber zwei Neuzugänge, die seine Mannschaft verstärkt hätten. Diesen Wunsch konnte Sportchef Remo Meyer bis dato nicht erfüllen, zwar ist das Schweizer Transferfenster noch bis Freitag um Mitternacht offen, aber wahrscheinlich ist im vergangenen Sommer das Budget für neue Spieler aufgebraucht worden. Über 2 Millionen Franken wurden damals ausgegeben. Von den drei gekauften Profis hat sich bis heute nur Stürmer Blessing Eleke als erfolgreicher Transfer entpuppt, Verteidiger Otar Kakabadze ist nach ernüchternden ersten Auftritten derzeit verletzt, Mittelfeldmann Tsiy William Ndenge konnte nach einer bereits in Gladbach erlittenen Innenbandverletzung in fast sechs Monaten beim FCL noch nie in einem Pflichtspiel eingesetzt werden.

Neben dem Ruf nach Verstärkungen macht Weiler ein anderes Fass regelmässig in der Öffentlichkeit auf, wenn er über die «bescheidene Qualität» der Trainingsplätze auf der Luzerner Allmend spricht. Zuletzt erklärte er sich vergangene Woche in einem längeren Interview beim Zentralschweizer Fernsehen Tele 1 unzufrieden mit den Trainingsbedingungen in Luzern.

Elektroschock für Xamax, Diskussionen in Luzern

Während letzte Woche Xamax-Präsident Christian Binggeli seiner Equipe gemäss eigenen Worten mit dem Trainerwechsel von Michel Decastel zu Stéphane Henchoz einen «Elektroschock» versetzte, sprach FCL-Coach Weiler über die mangelhafte Infrastruktur und seinen theoretisch möglichen Abgang im Sommer. Das waren keine guten Voraussetzungen, um einen holprigen Rückrundenstart zu verhindern. Präsident Studhalter hat offenbar geahnt, dass eine diffizile Zeit auf den FCL zukommen könnte.

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