Rolf Fringer ersetzt Roberto Morinini

Die 10. Niederlage im 12. Spiel zwang die Führung des FC Luzern wie erwartet erneut zum Handeln. Rolf Fringer, der dritte Coach des FCL in dieser Saison, soll den Abstieg verhindern.

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Rolf Fringer spricht an der Pressekonferenz vom Dienstag. (Bild Keystone)

Rolf Fringer spricht an der Pressekonferenz vom Dienstag. (Bild Keystone)

Normalerweise dreht sich das Trainer-Karussell im FC Sion bei Regisseur Christian Constantin derart schnell. Doch nun sitzt auch am Fusse des Pilatus kaum drei Monate nach Saisonbeginn schon der dritte Coach im Amt. Bereits am 72. Tag kam für den erfolglosen Roberto Morinini (ein Punkt in sechs Spielen) in Luzern das Aus. «Die Situation ist haarsträubend, und wenn ich die Tabellen der verschiedenen Ligen in Europa anschaue, dann haben wir bald einen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde sicher», so Luzerns Präsident Walter Stierli.

Doch jetzt, da der Fallschirm den Boden erreicht habe, wehre man sich nochmals gegen diese desaströse sportliche Situation. «Wir geben den Kampf nicht auf. Ich habe Respekt vor der Ausgangslage in der Rangliste, bin aber überzeugt, dass wir den Abstieg noch verhindern können», so Stierli. Morinini selbst hatte den Glauben an den Ligaerhalt wohl schon am Samstag nach dem 0:1 gegen Xamax verloren. Mit Sätzen wie «die Mannschaft hat sich gewehrt, so gut es ging» und «aus diesem Team kann kein Trainer mehr herausholen» sprach die schiere Ratlosigkeit aus ihm.

Video der Medienkonferenz:

Fringer als Morininis Gegenpol
Unter diesen Missständen zog die Luzerner Führung die Notbremse und übertrug die diffizile «Mission Ligaerhalt» nun für eine vertraglich unbefristete Dauer dem früheren Nationalcoach Rolf Fringer. Das Engagement des in Adliswil aufgewachsenen Österreichers ist im Nachhinein ein unausgesprochenes Eingeständnis der Luzerner, mit der Verpflichtung Morininis einen groben Fehler gemacht zu haben. Denn Morinini und Fringer könnten verschiedener nicht sein.

Hier Morinini, der sich mit der deutschen Sprache schwer tut, da Fringer mit seinen kommunikativen Stärken. Hier Morinini, den man holte, weil er als «unbekannter Überraschungsmann unbelastet an die Sache herangehen» konnte. Da Fringer, den Stierli nun als exzellenten Kenner des Schweizer Fussballs vorstellte und der auch das Luzerner Umfeld bestens kennt. Er war einst Spieler in Luzern (1977/1978 und 1981 bis 1983) und gab zu, «immer eine Affinität zum FCL» gehabt zu haben.

Weil seine beiden Vorgänger in dieser Saison eine fast identisch desolate Bilanz vorweisen (Sforza 1 Punkt in 5 Spielen, Morinini 1/6), tritt Fringer auf der Allmend kein schweres Erbe an. «Die Situation ist so schlecht, dass sie schon fast wieder gut ist», so Fringer.

«Beispiel nehmen an der Nati»
Ein Jahr und 19 Tage nach seiner Entlassung in St. Gallen wird Fringer in den nächsten Tagen vor allem mental mit den Dauerverlierern arbeiten müssen. «Die Lawine ist am Boden angekommen. Die Mannschaft hat links und rechts eine 'Flättere' gekriegt. Aber jetzt muss sie bereit sein, Widerstände zu bekämpfen.» Das Team sei an sich von hinten bis vorne nicht schlecht besetzt und im Gegensatz zum Saisonbeginn sei die personelle Situation nicht mehr angespannt. «Der Zeitpunkt für einen Neubeginn ist günstig.»

Die Equipe müsse sich nun an der Nationalmannschaft ein Beispiel nehmen. «Die hat auch 'eins' an die Ohren gekriegt und ist dann wieder aufgestanden.» Voraussetzung sei aber, dass die Mentalität stimmt. Am Sonntag können die Spieler ein erstes Mal beweisen, dass sie die Botschaft ihres neuen Chefs verstanden haben. Dann kommt Aufsteiger Bellinzona auf die Allmend. Die Tessiner sind Zweitletzter und haben sechs Punkte mehr als der FCL.

si

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Mehr zum Thema lesen Sie am Dienstag im Sportteil der Neuen Luzerner Zeitung.